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Corona-Pandemie: Neuer Riechtest soll Corona-Warnsignal früh erkennen

Drosten und Ciesek als Probanden  

Riechtest soll Corona-Warnsignal frühzeitig identifizieren

12.01.2021, 11:30 Uhr
Corona-Pandemie: Neuer Riechtest soll Corona-Warnsignal früh erkennen. Riechen: Der Verlust des Geruchssinns gilt als ein frühes Covid-19-Symptom. (Symbolbild) (Quelle: Getty Images/aerogondo)

Riechen: Der Verlust des Geruchssinns gilt als ein frühes Covid-19-Symptom. (Symbolbild) (Quelle: aerogondo/Getty Images)

Riechstörungen oder ein kompletter Verlust des Geruchssinns sind typische Merkmale einer Corona-Infektion, die oft schon zu Beginn einsetzen. Kann eine neue Testmethode bei der Früherkennung helfen?

Husten, Fieber, Schnupfen und Geruchsstörungen: Sie zählen nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zu den häufigsten Symptomen bei Corona-Infizierten. Vor allem ein beeinträchtigter Geruchssinn tritt oft bei Menschen mit mildem Krankheitsverlauf auf. Ein neuer Diagnostiktest soll dabei helfen, diesen frühzeitig festzustellen.

Neuer Riechtest zur Corona-Früherkennung

Der Test funktioniert ähnlich wie Duftproben zum Rubbeln von Parfümherstellern und lässt sich ganz einfach zu Hause durchführen. Der Proband muss eine App herunterladen, die ihm anzeigt, welches Feld auf einer Karte mit fünf bedruckten und nummerierten Feldern er freirubbeln soll. Dadurch entsteht ein Duft, den man erriechen und danach in der App eintragen soll. Beispiele für die Düfte sind Schokolade, Popcorn oder Rose.

Diesen Vorgang wiederholt man mit unterschiedlichen Gerüchen auf fünf Feldern. Das Smartphone wertet schließlich aus, ob man richtig gerochen hat. Wenn das nicht der Fall war, könnte das ein Anzeichen für eine beginnende Covid-19-Erkrankung sein.

Entwickelt wurde der Riechtest an der US-Universität Yale. Bei der US-amerikanischen Behörde für Lebens- und Arzneimittel FDA ist er bereits registriert.

Virologin Ciesek berichtet über eigene Erfahrung mit Riechtest

Wie die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek im NDR-Podcast "Coronavirus-Update" berichtet, habe sie den Geruchstest zusammen mit ihrem Berliner Kollegen Christian Drosten selbst ausprobiert. Beide hätten den Test bestanden und alle Duftproben richtig identifiziert.

Prof. Dr. Sandra Ciesek und ihr Kollege Dr. Timo Wolf: Ciesek ist Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Main. (Quelle: imago images/rheinmainfoto)Prof. Dr. Sandra Ciesek und ihr Kollege Dr. Timo Wolf: Ciesek ist Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Main. (Quelle: rheinmainfoto/imago images)

Ist der Riechtest eine sichere Diagnostikmethode?

Nach Cieseks Einschätzung könnte der Geruchstest ein weiterer Baustein zur Eindämmung der Corona-Pandemie sein. "Die Idee an sich finde ich gar nicht schlecht", sagte sie. Der Test sei billig, einfach, leicht zu verteilen, tue nicht weh "und schadet nichts".

Allerdings gebe es auch Einschränkungen: "Man muss auch sagen, dass das natürlich sehr unsicher ist." Der Test könnte ein "add on" – also eine Ergänzung – sein, um Infizierte frühzeitig herauszufiltern, so Ciesek. Wenn Menschen einen Geruchsverlust frühzeitig bemerkten, könnten sie sich isolieren und einen aussagekräftigeren Test machen lassen. Der Geruchstest ist demnach keine Alternative zum PCR-Test, da er nur Symptome und nicht die Erkrankung selbst nachweisen kann.

Zudem sei ein solcher Geruchstest nur bei sonst gesunden Menschen sinnvoll. Denn auch durch einen Schnupfen könne der Geruchssinn beeinträchtigt werden. "Dann würde der Test natürlich nicht funktionieren", sagte Ciesek.

Geruchsstörungen können monatelang anhalten

Während die meisten Corona-Erkrankten nach durchschnittlich drei Wochen wieder riechen können, berichten einige noch Monate später von gestörten Sinneswahrnehmungen. Hier können Sie lesen, wie Dresdner Forscher mit einer neuen Therapie Betroffene wieder das Riechen lehren wollen.

Verwendete Quellen:
  • NDR-Podcast "Coronavirus-Update", Folge 69
  • Robert Koch-Institut
  • Ärzteblatt
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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