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Coronavirus | Impfpriorisierung wird aufgehoben: Was bedeutet das für mich?


Was gilt ab heute bei Corona-Impfungen?

  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen

Aktualisiert am 05.06.2021Lesedauer: 3 Min.
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Corona-Impfung: Wenn am Montag die Priorisierung aufgehoben wird, hat jeder die Chance auf einen Impftermin.
Corona-Impfung: Wenn am Montag die Priorisierung aufgehoben wird, hat jeder die Chance auf einen Impftermin. (Quelle: Joerg Boethling/imago-images-bilder)
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Ab 7. Juni wird deutschlandweit die Impfpriorisierung für die Corona-Impfungen aufgehoben. Dann kann sich theoretisch jeder, der möchte, immunisieren lassen. Doch was bedeutet das konkret?

Das Wichtigste im Überblick


Nachdem das Bundeskabinett die geänderte Impfverordnung zur Kenntnis genommen hat, ist es jetzt beschlossene Sache: Ab kommendem Montag können sich in Deutschland alle gegen das Coronavirus impfen lassen – oder sich zumindest um einen Impftermin bemühen. Wie funktioniert die Aufhebung der Priorisierung? Können Sie jetzt einen Termin buchen? Was gilt außerdem ab sofort? t-online gibt einen Überblick.


Corona-Impfstoffe im Vergleich: Wie wirksam sind sie?

In der EU zugelassen sind bislang vier Präparate: die Corona-Impfstoffe von Biontech /Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson. Doch wie wirksam sind die Mittel im Vergleich?
Astrazeneca: Nach Herstellerangaben schützt der Impfstoff zu 76 Prozent vor einer Corona-Infektion mit Symptomen. Gegen schwere Covid-Erkrankungen sei der Impfstoff zu 100 Prozent wirksam, erklärte das Unternehmen.
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Welche Regelung tritt ab 7. Juni in Kraft?

Bisher galten in Deutschland Priorisierungslisten, nach denen ausgewählt wird, wer zuerst eine Impfung gegen das Coronavirus erhält. Das wurde gemacht, weil nicht ausreichend Impfdosen zur Verfügung stehen, um alle Menschen gleichzeitig zu impfen. Deshalb wurden zunächst besonders vulnerable Gruppen wie Alte, Vorerkrankte oder Menschen in bestimmten Berufsgruppen geimpft.

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Ab heute steht die Corona-Impfung "jedem, der dies möchte, offen", erklärt die Bundesregierung. Wer sich impfen lassen möchte, kann dies dann in Impfzentren, Arztpraxen oder auch bei Betriebsärzten tun. Doch die Regierung mahnt auch: "Es wird noch dauern, ehe alle, die eine Impfung bekommen möchten, auch eine Impfung erhalten." Es sei Geduld bei der Vereinbarung von Impfterminen gefragt.

Warum kann die Priorisierung jetzt aufgehoben werden?

Mittlerweile (Stand: 4. Juni 2021) wurden in Deutschland mehr als 16 Millionen Menschen vollständig gegen SARS-CoV-2 geimpft. Das entspricht fast 20 Prozent der Gesamtbevölkerung. Etwa 45 Prozent haben zudem mindestens eine Erstimpfung erhalten.

Den meisten Menschen in den vulnerablen Gruppen konnte mittlerweile ein Impfangebot gemacht werden, deshalb sei die Notwendigkeit einer Priorisierung zunächst nicht mehr gegeben, heißt es vom Gesundheitsministerium. Mehr als 70 Prozent aller Menschen über 60 Jahren seien mittlerweile mindestens einmal, 25 Prozent sogar vollständig geimpft. Zudem haben bereits alle Bundesländer die Impfungen für die Priorisierungsgruppe 3 geöffnet.

Wer darf sich jetzt um einen Impftermin bemühen?

Ab heute können alle Personen ab 16 Jahren, "ungeachtet ihres Gesundheitszustandes oder ihres Berufs" einen Impftermin bekommen, informiert das Gesundheitsministerium. Allerdings gibt es weiterhin nicht so viel Impfstoff, dass alle sofort im Juni geimpft werden können.

Wann können auch Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren geimpft werden?

Die Impfung der Jüngeren ist jetzt ebenfalls möglich, nachdem der Impfstoff von Biontech für die Altersgruppen ab zwölf Jahren in der Europäischen Union zugelassen worden ist. Deshalb könnte es sein, dass einzelne Ärzte oder auch ganze Impfzentren ihren Fokus verschieben und mehr Jüngere impfen, damit so auch die Bevölkerung insgesamt geschützt wird. Denn die jüngeren Menschen haben häufig mehr Kontakte als ältere, durch einen häufig leichten Corona-Verlauf bergen sie aber ein höheres Risiko, unbemerkt ansteckend zu sein.

Es laufen zudem bereits Studien zur Wirksamkeit des Impfstoffs von Biontech/Pfizer bei Kindern zwischen sechs Monaten und elf Jahren. Bis zum Ende des Sommers sollen auch sie ein Impfangebot erhalten.

Wann können die Termine vereinbart werden?

Theoretisch können Sie sich direkt nach der Aufhebung der Priorisierung bei Ihrem Hausarzt melden und einen Termin vereinbaren. Doch Sie sollten beachten, dass nicht alle gleichzeitig bereits im Juni geimpft werden können, weil immer noch nicht ausreichend Impfstoff vorhanden ist. Auch bei Impfzentren gilt oft Schnelligkeit, um einen Termin zu ergattern.

Für die Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson ist die Priorisierung allerdings schon seit einigen Wochen aufgehoben. Für diese Vakzine kann jeder bereits jetzt Impftermine vereinbaren. Zudem besteht bei vielen Ärzten die Möglichkeit, sich auch unabhängig von einer Priorisierung auf die Wartelisten für die Impfstoffe von Biontech oder Moderna setzen zu lassen. Sie werden dann beispielsweise informiert, wenn am Ende eines Impftages noch Dosen übrig sind, weil Termine nicht wahrgenommen wurden.

Kann es sein, dass mein Impfzentrum die Priorisierung beibehält?

Ja, denn auch, wenn die Priorisierung bundesweit aufgehoben wird, können die Bundesländer noch einmal selbst darüber entscheiden, ob die Priorisierung in den Impfzentren bestehen bleibt. Zudem kann entschieden werden, dass es dort zunächst nur Impfangebote für bestimmte Gruppen wie Kinder und Jugendliche gibt. Länder, Kommunen und auch impfende Ärzte selbst können weiterhin gezielt priorisieren und nach Bedarf impfen.

Was passiert mit jenen, die bereits einen Termin haben?

Für sie ändert sich im Grunde gar nichts. "Für Menschen, die aufgrund der bisherigen Priorisierungsregeln bereits einen Impftermin haben, besteht der Anspruch auf Impfung aber unverändert fort", heißt es auch von der Bundesregierung. Ihr Impftermin wird durch die Gesetzesänderung weder abgesagt noch verschoben. Das gilt sowohl für die Termine zur Erst- als auch zur Zweitimpfung.

Was ändert sich zusätzlich ab 7. Juni?

Gleichzeitig mit der Aufhebung der Impfpriorisierung starten auch die Impfungen bei Betrieben und niedergelassenen Privatärzten. Gesundheitsminister Spahn kündigte beispielsweise an, Betriebsärzte erhielten in der ersten Woche rund 700.000 Dosen des Vakzins von Biontech. Durch diese Neuerung können noch mehr Menschen in Deutschland zeitnah gegen das Coronavirus geimpft werden.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • bundesregierung.de: "Impfpriorisierung ab 7. Juni aufgehoben"
  • Impfdashboard (Stand: 4. Juni 2021)
  • zusammengegencorona.de: "Impfpriorisierung"
  • Eigene Recherche
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Von Laura Stresing, Cem Özer, Sandra Simonsen
Von Christiane Braunsdorf
BundesregierungCoronavirusDeutschland
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