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Moderna beantragt EU-Zulassung für Impfung von Jugendlichen

Von dpa, afp, rtr
Aktualisiert am 07.06.2021Lesedauer: 3 Min.
Impfen von Kindern: Auch Moderna beantragt jetzt die Marktzulassung für Jugendliche.
Impfen von Kindern: Auch Moderna beantragt jetzt die Marktzulassung für Jugendliche. (Quelle: MiS/imago-images-bilder)
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Heute starten die Impfungen von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer. Jetzt stellt auch Moderna einen Antrag auf die bedingte Zulassung in der EU.

Der US-Pharmakonzern Moderna beantragt die bedingte EU-Marktzulassung für sein Covid-19-Vakzin für Jugendliche. Seit vergangener Woche steht bereits der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder in der EU zur Verfügung. Ab heute können Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren in Deutschland damit geimpft werden.


Corona-Impfstoffe im Vergleich: Wie wirksam sind sie?

In der EU zugelassen sind bislang vier Präparate: die Corona-Impfstoffe von Biontech /Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson. Doch wie wirksam sind die Mittel im Vergleich?
Astrazeneca: Nach Herstellerangaben schützt der Impfstoff zu 76 Prozent vor einer Corona-Infektion mit Symptomen. Gegen schwere Covid-Erkrankungen sei der Impfstoff zu 100 Prozent wirksam, erklärte das Unternehmen.
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Grundlage des Antrags ist eine Phase-II/III-Studie

Nun hat auch der US-Hersteller Moderna bei der EU-Arzneimittelbehörde Ema die Zulassung seines Corona-Impfstoffs für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren beantragt. Dies teilte das Unternehmen am Montag mit. Bisher darf in der EU nur das Vakzin von Biontech/Pfizer auch so jungen Menschen verabreicht werden. Moderna ist in der EU ab 18 Jahren zugelassen.

Grundlage des Antrags sei eine Phase-II/III-Studie mit dem mRNA-1273 genannten Moderna-Impfstoff bei 2.500 Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren in den USA, teilte das Unternehmen mit. Die Wirksamkeit habe darin bei 100 Prozent gelegen. Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil seien wie bei der Phase-III-Studie von Erwachsenen, hieß es weiter. Das Präparat werde "im Allgemeinen gut vertragen".

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Für Erwachsene hat der Moderna-Impfstoff bereits seit 6. Januar eine bedingte Marktzulassung in der Europäischen Union. Er wurde inzwischen millionenfach gespritzt. Die EU-Kommission hatte im Namen der 27 Mitgliedsstaaten zunächst 160 Millionen Dosen des Präparats geordert. Im Februar folgte dann ein zweiter Vertrag über bis zu 300 Millionen weitere Dosen.

Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe

Die Daten zur Wirksamkeit und zu den Risiken der Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna bei jungen Menschen beruhigen: Der Impfstoff von Biontech werde von den Zwölf- bis Fünfzehnjährigen gut vertragen, die Nebenwirkungen seien mit denen bei älteren Menschen vergleichbar, erklärt die Ema unter Verweis auf eine Studie mit 2.200 jungen Probanden. Aktuell erprobt Biontech sein Vakzin in den USA an Kindern ab fünf Jahren.

Mögliche Impfrisiken sind noch nicht bekannt

Insgesamt ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer Impfung bei jungen Menschen weniger deutlich als bei der erwachsenen Bevölkerung. Deshalb äußerte die Ständige Impfkommission (Stiko) wiederholt Vorbehalte gegen eine breite Impfkampagne für Kinder und Jugendliche. Sie verwies dabei auch auf mögliche Impfrisiken, die noch nicht genau bekannt seien.

Auch Kinder sind gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus nicht gefeit und können es dann ihrerseits weitergeben. Ihre Immunisierung trägt somit zur Eindämmung der Pandemie bei.

Verschiedenen Schätzungen zufolge müssen etwa 70 bis 80 Prozent der Gesamtbevölkerung geimpft sein, um einen Gemeinschaftsschutz ("Herdenimmunität") zu erreichen. Das wären – ohne die Minderjährigen – etwa 90 Prozent der Erwachsenen; angesichts der vielen Impfskeptiker ein unerreichbares Ziel.

Wann starten die Impfungen der Kinder und Jugendlichen?

Kanada und die USA haben bereits mit der Impfung von Kindern und Jugendlichen begonnen, Israel will bald entscheiden, in Deutschland beginnen die Impfungen heute. Deshalb könnte es sein, dass einzelne Ärzte oder auch ganze Impfzentren ihren Fokus verschieben und mehr Jüngere impfen, damit so auch die Bevölkerung insgesamt geschützt wird.

Frankreich peilt den Juni für die Sechzehn- und Siebzehnjährigen an, die Zwölf- bis Fünfzehnjährigen könnten ab September folgen. Einige Experten pochen hingegen auf weiterhin höchste Priorität für Erwachsene, die stärker gefährdet seien als Minderjährige.

Es laufen zudem bereits Studien zur Wirksamkeit des Impfstoffs von Biontech/Pfizer bei Kindern zwischen sechs Monaten und elf Jahren. Bis zum Ende des Sommers sollen auch sie ein Impfangebot erhalten.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Christiane Braunsdorf
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