Nachrichten
Wir sind t-online

Mehr als 150 Journalistinnen und Journalisten berichten rund um die Uhr fĂŒr Sie ĂŒber das Geschehen in Deutschland und der Welt.

Haben Infizierte oder Geimpfte das höhere Risiko?

  • Melanie Rannow
Von Melanie Rannow

Aktualisiert am 25.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Untersuchung beim Kardiologen (Symbolbild): Die meisten FĂ€lle von HerzmuskelentzĂŒndungen sind bei jungen MĂ€nnern aufgetreten.
Untersuchung beim Kardiologen (Symbolbild): Die meisten FĂ€lle von HerzmuskelentzĂŒndungen sind bei jungen MĂ€nnern aufgetreten. (Quelle: wutwhanfoto/getty-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Die HerzmuskelentzĂŒndung des Fußballspielers Alphonso Davies hat erneut die Frage aufgeworfen: Wie gefĂ€hrlich ist Covid-19 fĂŒr das Herz? Und wie hoch ist das Myokarditis-Risiko nach einer Impfung?

Das Wichtigste im Überblick


  • Myokarditis nach Covid-19 oder Impfung hĂ€ufiger?
  • Wie hoch wird das Risiko eingeschĂ€tzt?
  • Wie sich eine HerzmuskelentzĂŒndung bemerkbar macht

Sowohl bei Corona-Infizierten als auch bei Geimpften sind HerzmuskelentzĂŒndungen aufgetreten. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings unterschiedlich groß. Die Experten der Deutschen Herzstiftung ordnen die aktuelle Datenlage ein.


Diese Organe kann das Coronavirus schÀdigen

Covid-19 galt zunÀchst nur als Erkrankung der Atemwege und Lunge. Doch Untersuchungen konnten zeigen, dass sich das Coronavirus auch in anderen Organen ausbreiten kann.
Der SARS-CoV-2-Erreger befĂ€llt vor allem die unteren Atemwege. Betroffene mit einem mittleren oder schweren Verlauf entwickeln meist einen trockenen Husten, Atemnot und/oder sogar eine LungenentzĂŒndung. Besonders vorgeschĂ€digte Lungen – zum Beispiel durch Rauchen – scheinen anfĂ€llig fĂŒr einen schweren Krankheitsverlauf zu sein.
+4

Myokarditis nach Covid-19 oder Impfung hÀufiger?

Schon seit Beginn der Impfkampagne ist bekannt, dass es im zeitlichen Zusammenhang mit einer Corona-Impfung, bei der die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna gespritzt wurden, zu EntzĂŒndungen am Herzmuskel (Myokarditis), teilweise auch am Herzbeutel (Perikarditis), kommen kann.

Doch: "Das Auftreten einer impfbedingten Myokarditis oder einer Perikarditis ist außerordentlich selten", betont der Kardiologe Prof. Dr. med. Thomas Meinertz vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Zugleich gibt er zu bedenken: "Das gesundheitliche Risiko durch eine Covid-Infektion ist – in jeder Altersklasse – sehr viel höher einzuschĂ€tzen als das Risiko einer Myokarditis/Perikarditis durch Impfung mit einem mRNA-Impfstoff."

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Panzer-Manager von Rheinmetall verschwand tagelang
Ein SchĂŒtzenpanzer Marder 1A5 der Bundeswehr (Symbolbild): Er wird von der Rheinmetall Landsysteme hergestellt.


So sei das Myokarditis-Risiko durch eine Covid-19-Erkrankung mindestens um das Vierfache höher als das einer impfbedingten HerzmuskelentzĂŒndung, wie Studien aus den USA, Großbritannien und Israel zeigen. Zudem erhöhe sich fĂŒr Ungeimpfte deutlich das Risiko fĂŒr andere Herzrisiken, etwa Rhythmusstörungen und Herzinfarkt, sowie fĂŒr akute NierenschĂ€den und Lungenembolien.

Myokarditis ist eine Sammelbezeichnung fĂŒr entzĂŒndliche Erkrankungen des Herzmuskels. Unterschieden wird zwischen akuten und chronischen Formen der HerzmuskelentzĂŒndung, wobei die akute Myokarditis in eine chronische ĂŒbergehen kann. Viele HerzmuskelentzĂŒndungen verlaufen symptomlos oder mit unspezifischen Symptomen. Sie können auch lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auslösen.

"Wir appellieren daher an alle, ganz besonders Ältere und Personen mit einem Risiko fĂŒr einen schweren Covid-19-Verlauf, sich vollstĂ€ndig impfen beziehungsweise ihren Impfschutz mit einem Booster auffrischen zu lassen", so der Experte.

Wie hoch wird das Risiko eingeschÀtzt?

Die HĂ€ufigkeit einer impfbedingten Herzmuskel- oder einer HerzbeutelentzĂŒndung durch einen mRNA-Impfstoff betrĂ€gt im Schnitt ein bis zehn FĂ€lle pro 100.000 Impfungen. Zum Beurteilen der Risikolage liegen mittlerweile Daten aus ĂŒber 300 Millionen Covid-19-Impfungen weltweit in unterschiedlichen LĂ€ndern vor.

In Deutschland sind laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bei insgesamt ĂŒber 107 Millionen Impfdosen Biontech und Moderna, die bis einschließlich 30. November 2021 in Deutschland verimpft wurden, 1.554 VerdachtsfĂ€lle einer Myo-/Perikarditis – unabhĂ€ngig vom ursĂ€chlichen Zusammenhang mit der jeweiligen Impfung – gemeldet worden.

Eine Gesamtmelderate fĂŒr alle Altersgruppen und alle Impfungen lag nach Berechnungen fĂŒr Biontech bei knapp 0,8 VerdachtsfĂ€llen pro 100.000 Impfungen bei Frauen und bei 1,5 VerdachtsfĂ€llen pro 100.000 Impfungen bei MĂ€nnern. Die meisten FĂ€lle traten nach der zweiten Impfung und bei jungen MĂ€nnern im Alter von 18 bis 29 Jahren auf. Studien zufolge wurden 95 Prozent der FĂ€lle als mild beschrieben und erforderten zumeist einen kurzen Krankenhausaufenthalt.

Weitere Artikel


Wie sich eine HerzmuskelentzĂŒndung bemerkbar macht

Ein einzelnes Leitsymptom einer Myokarditis gibt es nach Angaben der Deutschen Herzstiftung nicht. "Im Fall einer Covid-19-Erkrankung gehen die ersten Anzeichen einer Herzmuskel- oder HerzbeutelentzĂŒndung in den allgemeinen Infektionsbeschwerden unter und werden nicht aufs Herz bezogen", erklĂ€rt Kardiologe Meinertz.

Aufmerksam sollten Sie werden, wenn nach dem Abklingen der Infektionssymptome diese Beschwerden anhalten oder neu auftreten:

  • Atemnot bei Anstrengung
  • Herzrasen
  • Herzstolpern (Rhythmusstörungen)
  • Herzschmerzen
  • unerklĂ€rliche MĂŒdigkeit
  • Abgeschlagenheit und körperliche SchwĂ€che

Kontaktieren Sie in diesen FĂ€llen einen Arzt und lassen Sie die Symptome abklĂ€ren. Gerade bei milden Verlaufsformen ist es oft schwierig, die Diagnose zu stellen. FĂŒr die KlĂ€rung des Verdachts setzt der Arzt an erster Stelle zunĂ€chst EKG, Röntgenbild und Echokardiographie ein.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Von Christiane Braunsdorf
Von Christiane Braunsdorf
  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen
Alphonso DaviesCOVID-19CoronavirusDeutsche HerzstiftungDeutschlandGroßbritannienUSA
Beliebte Themen

t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website