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Ein Jahr Impfen: Wie oft sind schwere Nebenwirkungen aufgetreten?

dpa, Sandra Trauner

Aktualisiert am 26.12.2021Lesedauer: 5 Min.
Impfung gegen Covid-19: Sie hat viele Krankenhauseinweisungen und TodesfÀlle verhindert.
Impfung gegen Covid-19: Sie hat viele Krankenhauseinweisungen und TodesfÀlle verhindert. (Quelle: Moritz Frankenberg/dpa-bilder)
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Kurz nach Weihnachten 2020 wurden in Deutschland die ersten Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Seither sorgten immer wieder Berichte ĂŒber Nebenwirkungen fĂŒr Irritationen. Was wissen wir heute darĂŒber?

Das Wichtigste im Überblick


  • Beschwerden nach einer Impfung
  • Was weiß man bisher ĂŒber unerwĂŒnschte Reaktionen?
  • HerzmuskelentzĂŒndungen
  • Thrombosen
  • Allergische Reaktionen
  • NervenschĂ€den
  • Was ist mit Langzeitfolgen?
  • Und wie viele "Impftote" gibt es nun?

Thrombosen bei Frauen, HerzmuskelschwĂ€che bei Jugendlichen: Seit einem Jahr verunsichern Berichte ĂŒber mögliche Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe viele Menschen. Am 27. Dezember 2020 startete offiziell die Impfkampagne. Weil die Zahl der Geimpften anfangs gering war, war es zunĂ€chst schwierig, solche Berichte einzuordnen. Inzwischen sind Millionen Menschen immunisiert: Zeit fĂŒr eine Bilanz.


Booster-Impfung: FĂŒr wen sie besonders wichtig ist

Senior: Über 80-JĂ€hrige sollten sich den dritten Piks abholen, weil bei ihnen die Immunantwort nach der Impfung oft nicht so stark ausfĂ€llt. Zudem zĂ€hlen sie generell zu den Risikogruppen fĂŒr einen schweren Verlauf von Covid-19. (Symbolbild)
Tabletteneinnahme: Bestimmte Medikamente wie Immunsuppressiva fĂŒhren zu einer ImmunschwĂ€che. Diese wiederum kann die Wirkung der Corona-Impfung beeintrĂ€chtigen. Allen Personen mit ImmunschwĂ€che wird deshalb eine Booster-Impfung empfohlen. (Symbolbild)
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Die Impfungen hĂ€tten nicht nur Krankenhauseinweisungen und TodesfĂ€lle verhindert, sondern auch wieder einen großen Teil des sozialen Lebens ermöglicht, schreiben US-Autoren im Fachblatt "Jama". Damit Menschen den Impfstoffen vertrauten, sei es wichtig, "den großen Nutzen und die geringen Risiken" klar zu kommunizieren, aber auch die Sicherheit der Impfstoffe zu ĂŒberwachen, betonen die Experten der Gesundheitsbehörde CDC.

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Deutschland habe "von Beginn an die Verdachtsfallmeldungen zu Impfstoffnebenwirkungen und -komplikationen mit höchster PrioritĂ€t beobachtet, auch sehr seltene Nebenwirkungen frĂŒhzeitig erkannt und Maßnahmen zur Risikominimierung eingeleitet", schreiben die Chefs vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und des Bundesinstituts fĂŒr Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Klaus Cichutek und Karl Broich, in ihrer Bilanz ein Jahr nach Start der Impfungen.

Beschwerden nach einer Impfung

Typische Beschwerden nach einer Impfung sind laut Deutscher Gesellschaft fĂŒr Immunologie (DGfI) Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, SchĂŒttelfrost und Fieber. "Diese Reaktionen sind Ausdruck der erwĂŒnschten Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Impfstoff und klingen in der Regel nach wenigen Tagen komplett ab", schreibt das Robert Koch-Institut (RKI).

Das fĂŒr die Sicherheit von Impfstoffen zustĂ€ndige PEI veröffentlicht regelmĂ€ĂŸig sogenannte Sicherheitsberichte zu den Covid-19-Vakzinen. Der jĂŒngste stammt vom 23. Dezember und bezieht sich auf ĂŒber 123 Millionen Impfungen, die bundesweit bis Ende November verabreicht wurden. Gemeldet wurden bis dahin 1,6 VerdachtsfĂ€lle pro 1.000 Dosen – das entspricht 0,16 Prozent. Betrachtet man nur die schwerwiegenden Reaktionen, liegt die Melderate bei 0,2 VerdachtsfĂ€llen pro 1.000 Impfdosen – 0,02 Prozent.

Als "schwerwiegend" definiert das Arzneimittelgesetz Nebenwirkungen, die tödlich oder lebensbedrohend sind, eine stationĂ€re Behandlung erfordern oder zu bleibenden SchĂ€den fĂŒhren. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind laut Infektionsschutzgesetz meldepflichtig, wenn sie "ĂŒber das ĂŒbliche Maß einer Impfreaktion hinausgehen".

Als "sehr seltene Risiken der Covid-19-Impfstoffe" listet der jĂŒngste PEI-Sicherheitsbericht auf: Allergien (Anaphylaktische Reaktionen), HerzmuskelentzĂŒndung (Myokarditis) und HerzbeutelentzĂŒndung (Perikarditis), die NervenentzĂŒndung Guillain-BarrĂ©-Syndrom sowie Blutgerinnsel (Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom, TTS).

Was weiß man bisher ĂŒber unerwĂŒnschte Reaktionen?

Generell verweist das PEI darauf, "dass unerwĂŒnschte Reaktionen im zeitlichen, nicht aber unbedingt im ursĂ€chlichen Zusammenhang mit einer Impfung gemeldet werden". Ob eine Reaktion tatsĂ€chlich eine Folge der Impfung ist, könnten nur Studien beweisen.

Das PEI arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten: Es vergleicht, wie hĂ€ufig eine unerwĂŒnschte Reaktion gemeldet wird, und setzt das in Relation dazu, wie hĂ€ufig dies statistisch in einer vergleichbaren ungeimpften Bevölkerung vorkommt. "Nach derzeitigem Kenntnisstand sind schwerwiegende Nebenwirkungen sehr selten und Ă€ndern nicht das positive Nutzen-Risiko-VerhĂ€ltnis der Impfstoffe", betont der jĂŒngste Sicherheitsbericht.

"Seltene Nebenwirkungen" sieht man erst, wenn sehr viele Menschen das Produkt bekommen haben. Die Zahl der Menschen, die an Phase-3-Studien eines neuen PrĂ€parats teilnehmen, ist vielfach zu klein, um Nebenwirkungen zu sehen, die zum Beispiel einmal pro eine Million Menschen auftreten. Über die Schwere der Nebenwirkungen sagt der Begriff nichts aus. Er reicht von harmlosen Begleiterscheinungen wie MĂŒdigkeit bis hin zu Risiken, deren Schaden den Nutzen des Medikamentes ĂŒbersteigt.

HerzmuskelentzĂŒndungen

"Myokarditis ist eine relevante Nebenwirkung", sagt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Herzstiftung, Thomas VoigtlĂ€nder. Das dĂŒrfe aber kein Grund sein, sich gegen eine Covid-19-Impfung zu entscheiden: "Wer sich nicht gegen Covid-19 impfen lĂ€sst, geht ein weit höheres Risiko durch die Gefahren eines schweren Covid-19-Krankheitsverlaufs ein."

Myokarditis oder Perikarditis als Impfreaktionen seien sehr selten. "Wir sprechen hier von knapp fĂŒnf FĂ€llen bezogen auf 100.000 Impfungen." Sie verliefen zudem in der Regel mild und heilten in nahezu allen FĂ€llen aus. Die Verdachtsmeldungen betrafen hauptsĂ€chlich die beiden mRNA-Impfstoffe und ĂŒberwiegend mĂ€nnliche Jugendliche. Dem Sicherheitsbericht zufolge wurden 15 TodesfĂ€lle im zeitlichen Zusammenhang mit der Covid-19-Impfung genannt. In drei davon hĂ€lt das PEI einen ursĂ€chlichen Zusammenhang fĂŒr möglich, in den anderen FĂ€llen geht die Behörde "auf Basis der derzeitigen Datenlage" nicht davon aus.

Thrombosen

Im FrĂŒhjahr sorgten Berichte ĂŒber sehr seltene Thrombosen fĂŒr Aufregung – das Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS). Diese Blutgerinnsel treten oft an ungewöhnlichen Stellen auf, etwa im Gehirn. Betroffene haben gleichzeitig eine verminderte Anzahl von BlutplĂ€ttchen. "Diese Erkrankung ist eine seltene, aber potenziell gefĂ€hrliche Nebenwirkung von vektorbasierten Sars-CoV-2-Impfstoffen", betont die Gesellschaft fĂŒr Thrombose- und HĂ€mostaseforschung (GTH).

Impfung: Im Dezember 2020 wurden die ersten Personen gegen das Coronavirus geimpft.
Impfung: Im Dezember 2020 wurden die ersten Personen gegen das Coronavirus geimpft. (Quelle: Andreas Arnold/dpa pool/dpa-bilder)

Die Meldungen betrafen ĂŒberwiegend die Vektorimpfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson. Frauen waren ĂŒberdurchschnittlich oft betroffen. Laut Sicherheitsbericht wurden 43 TodesfĂ€lle durch TTS mit den Impfungen in einen Zusammenhang gebracht. 29 davon erfĂŒllen laut PEI die speziellen Kriterien fĂŒr eine TTS: Sie betreffen demnach die PrĂ€parate von Astrazeneca und Johnson & Johnson. Astrazeneca wird in Deutschland nicht mehr verwendet, Johnson & Johnson spielt eine untergeordnete Rolle.

Allergische Reaktionen

Anaphylaktische Reaktionen traten bei allen vier zugelassenen Impfstoffen auf, allerdings waren auch sie sehr selten. Die Melderate betrug bis Ende November weniger als ein Fall pro 100.000 Impfdosen. Sie ist bei Frauen etwas höher als bei MÀnnern und bei der ersten Impfdosis höher als bei den Folgeimpfungen.

NervenschÀden

Das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) ist eine sehr seltene Autoimmunerkrankung des Nervensystems. Die Melderate nach einer Impfung mit einem der beiden Vektorimpfstoffe lag laut Sicherheitsbericht niedriger als eine Meldung pro 100.000 Impfdosen.

Was ist mit Langzeitfolgen?

"Es gibt zwei Möglichkeiten, was unter dem Begriff 'Langzeitfolgen' zu verstehen ist", schreibt das PEI. "Etwas, das erst nach langer Zeit eintritt, oder etwas, das ĂŒber einen langen Zeitraum anhĂ€lt." Dass sehr seltene Impfkomplikationen ĂŒber einen langen Zeitraum andauerten, sei "die absolute Ausnahme", schreibt die Behörde.

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"Besorgte BĂŒrgerinnen und BĂŒrger verstehen unter Langzeitfolgen – hĂ€ufig auch SpĂ€tfolgen genannt – Nebenwirkungen, die erst mit einer Verzögerung von vielen Monaten oder Jahren nach der Impfung auftreten", heißt es weiter. "Diese Sorgen sind unberechtigt. Wir kennen solche sehr spĂ€t einsetzenden Nebenwirkungen von Impfstoffen nicht."

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Und wie viele "Impftote" gibt es nun?

Dem jĂŒngsten Sicherheitsbericht zufolge wurde 1.919 Mal der Verdacht auf einen Todesfall nach einer Impfung gemeldet. Aber nur in 78 EinzelfĂ€llen hat das PEI "den ursĂ€chlichen Zusammenhang mit der Impfung als möglich oder wahrscheinlich bewertet". Ein Vergleich der Anzahl der gemeldeten TodesfĂ€lle mit der statistisch zu erwartenden Zahl der TodesfĂ€lle im gleichen Zeitraum "ergab fĂŒr keinen der vier bisher in Deutschland eingesetzten Covid-19-Impfstoffe ein Risikosignal", schreibt das PEI.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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