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Zahnfleischentzündung – was jetzt zu tun ist

Von Lydia Klöckner

Aktualisiert am 24.04.2022Lesedauer: 7 Min.
Ein Mann hält eine blutige Zahnbürste in der Hand.
Zahnfleischbluten deutet daraufhin, dass das Zahnfleisch entzündet ist. (Quelle: Motortion/getty-images-bilder)
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Eine Zahnfleischentzündung äußert sich durch eindeutige Symptome. Hier erfahren Sie, welche das sind, und mit welchen Medikamenten, Salben und Hausmitteln sich die Erkrankung behandeln lässt.

Das Wichtigste im Überblick


Wer Blut auf der Zahnbürste entdeckt oder beim Mundspülen rosafarbenes Wasser ausspuckt, hat ziemlich sicher eine Zahnfleischentzündung, auch Gingivitis genannt. Denn gesundes Zahnfleisch blutet nicht – weder beim Zähneputzen noch bei der Reinigung mit Zahnseide oder Zwischenraumbürsten. Es sollte blassrosa sein, eng an den Zähnen anliegen und nicht allzu empfindlich auf Druck, Wärme oder Kälte reagieren.


Die richtige Zahnpflege

Um die Zähne dauerhaft gesund zu halten, ist eine konsequente Mundhygiene unerlässlich. Diese beinhaltet neben regelmäßigem Zähneputzen die Wahl einer geeigneten Bürste. Generell sollten Sie keine harten Borsten verwenden. Weiche Zahnbürsten sind bei empfindlichen Zähnen zu empfehlen. Achten Sie zudem auf einen kurzen Bürstenkopf, damit Sie alle Stellen im Mund erreichen können.
So sollte Ihre Zahnbürste auf keinen Fall aussehen. Eine ausgefranste Bürste reinigt nicht mehr optimal und bietet somit keinen Schutz mehr vor Karies. Spätestens alle drei Monate empfehlen Zahnärzte die Zahnbürste zu wechseln.
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Schwellungen, Schmerzen, Blutungen und andere Beschwerden am Zahnfleisch sind also immer ein Grund, sich besser um die eigene Mundhygiene zu kümmern. Steckt wirklich nur eine Zahnfleischentzündung dahinter, lassen sich die Symptome in der Regel schon durch eine sorgfältigere Reinigung lindern. Wenn nicht, haben sie vermutlich eine andere Ursache und sollten zahnärztlich abgeklärt werden.

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Ursachen einer Zahnfleischentzündung

Meist sind Bakterien die Ursache einer Zahnfleischentzündung. Genauer gesagt: die Stoffe, die die Mikroorganismen im Rahmen ihres Stoffwechsels ausscheiden. Diese Stoffe können die Schleimhaut reizen, welche das Zahnfleisch bedeckt, und dadurch eine Entzündung hervorrufen.

Dazu kommt es aber für gewöhnlich erst, wenn das Zahnfleisch dauerhaft mit einer zu großen Menge an Bakterien zu kämpfen hat.

Dass Bakterien im Mund siedeln, ist nämlich normal und führt – bei sorgfältiger Mundhygiene – zunächst nicht zu Problemen: Durch tägliches gründliches Zähneputzen lässt sich ein Teil der Bakterien beseitigen, was ihnen die Ausbreitung erschwert.

Bleibt die Reinigung jedoch aus, erhalten die Keime einen Vorsprung, vermehren sich und bilden auf und zwischen den Zähnen sogenannte Zahnbeläge, auch Plaques genannt. Zahnbeläge sind dünn, kaum sichtbar bis weißlich und fühlen sich für die Zunge rau an. Zahnfleischentzündungen entstehen durch Plaques, die sich am Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch befinden.

Besonders schädlich werden diese Plaques, wenn sie im Zusammenspiel mit den Calciumsalzen im Speichel verhärten – zu sogenanntem Zahnstein. Dieser ist im Gegensatz zu normalem Zahnbelag hart und lässt sich nicht mit der Zahnbürste entfernen. Dadurch begünstigt er Zahnfleischentzündungen.

Weitere Ursachen und Risikofaktoren

Auch eine falsche Putztechnik kann Entzündungen im Zahnfleisch zur Folge haben: Wer allzu rabiat schrubbt, riskiert Verletzungen im Zahnfleisch. Durch diese können Bakterien leichter in die Schleimhaut eindringen, welche sich daraufhin zur Wehr setzt – also entzündet.

Darüber hinaus gibt es Erkrankungen und Umstände, die die Abwehrkräfte des Zahnfleisches schwächen oder dieses besonders empfindlich auf äußere Einflüsse reagieren lassen. Da es sich dadurch leichter entzündet, gelten diese Einflüsse als Risikofaktoren. Zu ihnen gehören vor allem:

  • Rauchen
  • Diabetes mellitus und andere Stoffwechselkrankheiten
  • Veränderungen im Hormonhaushalt, etwa in der Pubertät, durch eine Schwangerschaft oder hormonelle Verhütungsmittel
  • Stress
  • bestimmte Medikamente, die das Immunsystem schwächen

Rauchen und Diabetes schaden den Blutgefäßen im Körper und können die Durchblutung behindern – auch die des Zahnfleisches. Dieses erhält dann weniger Nährstoffe und Sauerstoff, ist schlechter gegen Angriffe durch Bakterien gewappnet und heilt langsamer.

Zahnfleischentzündung in der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft, aber auch die Hormonschwankungen in der Pubertät und hormonelle Verhütungsmittel können Zahnfleischentzündungen begünstigen.

Der Grund ist, dass sich die Beschaffenheit des Zahnfleisches unter dem Einfluss bestimmter Hormone stark verändern kann: Sowohl das weibliche Geschlechtshormon Östrogen als auch das Gelbkörperhormon Progesteron wirken sich auf das Zahnfleisch aus. Die Veränderungen können dazu führen, dass sich die Gefäße im Zahnfleisch weiten und dieses sensibler auf Reize und bakterielle Beläge reagiert.

Übrigens: In der Schwangerschaft verändert sich auch die Zusammensetzung des Zahnbelages. Zugleich sinkt der pH-Wert des Speichels, dieser enthält also mehr Säure als bei nichtschwangeren Frauen. Sowohl der veränderte Zahnbelag als auch der säurehaltigere Speichel können den Zahnschmelz angreifen und Karies begünstigen.

Symptome einer Zahnfleischentzündung

Das typische Symptom einer Zahnfleischentzündung sind Blutungen im Mund, etwa nach der Reinigung oder dem Verwenden von Zahnseide oder beim Kauen. Zudem kann das Zahnfleisch durch die Entzündung rot und geschwollen sein und empfindlich auf Reize reagieren. Länger andauernde Schmerzen und andere Beschwerden entwickeln sich erst, wenn die Entzündung fortschreitet.

Verursacht eine Zahnfleischentzündung starke Schmerzen?

Starke Schmerzen im Zahnfleisch deuten nicht auf eine einfache Zahnfleischentzündung hin, sondern auf eine Entzündung des gesamten Zahnhalteapparates, eine sogenannte Paradontitis.

Diese kann entstehen, wenn das Zahnfleisch über längere Zeit entzündet bleibt und sich vom Zahn ablöst. Dadurch werden die Zahnhälse entblößt, welche von Nervenfasern durchzogen sind. Freiliegende Zahnhälse reagieren empfindlich auf Reize und können beim Zähneputzen oder Trinken kalter oder heißer Getränke schmerzen.

Die Spalten, welche zwischen Zahnfleisch und Zahn entstehen, sind mit bloßem Auge sichtbar und werden auch Zahnfleischtaschen genannt. In ihnen sammeln sich Zahnbeläge an, die sich durch die Zahnreinigung mit der Bürste nicht entfernen lassen. Das kann zum einen mit Mundgeruch einhergehen.

Zum anderen können die hartnäckigen Beläge in den Zahnfleischtaschen die Entzündung anfachen und dazu beitragen, dass diese auf tiefer liegende Strukturen übergreift. Dabei können sich der Kieferknochen und die Zahnwurzel entzünden. Das kann Schmerzen verursachen, insbesondere beim Kauen.

Was noch hinter starken Schmerzen stecken kann

Starke Schmerzen im Bereich des Kiefers müssen nicht unbedingt Anzeichen für eine Zahnfleischentzündung oder Paradontitis sein. Es gibt auch andere mögliche Ursachen, etwa Karies, einen Zahnabszess, verspannte Kaumuskeln oder auch eine Mandelentzündung.

Zahnfleischentzündung mit Eiter: Was bedeutet das?

Wenn Eiter auf dem Zahnfleisch zu sehen ist, spricht das für einen aufgeplatzten Abszess in der Mundhöhle. Abszesse sind Eiteransammlungen, die sich in entzündetem Gewebe bilden, wenn die im Zuge der Abwehrreaktion gebildete Flüssigkeit nicht richtig abfließen kann. Der Eiter enthält unter anderem weiße Blutkörperchen, die an der Immunantwort beteiligt sind.

Es gibt verschiedene Arten von Abszessen, die sich in der Mundhöhle bilden können. Je nachdem, wo er sich entwickelt, sprechen Fachleute von

  • einem Zahnfleischabszess (Gigivaabszess),
  • einem Parodontalabszess, der von den Zahnfleischtaschen ausgeht, oder
  • einem Zahnabszess, der seinen Ursprung im Bereich um die Zahnwurzel hat.

Zu Beginn macht sich ein Abszess vor allem durch Schmerzen und eine Schwellung bemerkbar. Wenn er aufbricht, kann der Eiter austreten und in die Mundhöhle fließen.

Gingivitis behandeln: Was tun bei einer Zahnfleischentzündung?

Die wirksamste Maßnahme, um eine Zahnfleischentzündung zu behandeln, ist die konsequente und gründliche Reinigung der Zähne und Mundhöhle. In der Regel lässt sich der Zahnbelag dadurch so weit verringern, dass das Zahnfleisch nicht mehr übermäßig durch bakterielle Ausscheidungen gereizt wird. Bei gesunden Menschen erholt es sich dann von selbst, sodass die Entzündung abklingt.

Die optimale Mundhygiene sieht so aus:

  • Putzen Sie Ihre Zähne täglich zweimal für mindestens zwei Minuten, am besten mit einer elektrischen Zahnbürste.
  • Wenn Sie eine normale Handzahnbürste verwenden, führen Sie kreisende Bewegungen durch und üben Sie nicht zu viel Druck aus.
  • Achten Sie darauf, dass Sie mit der Bürste alle Zahnflächen erreichen – vergessen Sie dabei nicht den Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch.
  • Reinigen Sie auch die Zahnzwischenräume. Verwenden Sie dafür am besten Zwischenraumbürsten, weil diese den Belag effektiver beseitigen als Zahnseide. Für sehr enge Zwischenräume können Sie auch Zahnseide zur Hand nehmen.

Zusätzlich ist es wichtig, die Zähne regelmäßig ärztlich untersuchen und von Zahnstein befreien zu lassen. Zahnstein kann sich auch trotz gewissenhafter Mundhygiene bilden und lässt sich nicht mit der Bürste, sondern nur durch spezielle Instrumente beseitigen.

Gesetzlich Versicherte haben einmal im Jahr Anspruch auf eine Zahnsteinentfernung. Für pflegebedürftige Personen und Menschen mit Behinderungen übernehmen die Krankenkassen die Kosten zweimal jährlich.

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Wann ist eine ärztliche Behandlung notwendig?

Wer den Eindruck hat, dass die Entzündung nicht nur das Zahnfleisch betrifft, sondern bereits in die Tiefe vorgedrungen ist, sollte einen Termin bei der Zahnärztin oder beim Zahnarzt vereinbaren. Denn wenn der Halteapparat des Zahns entzündet ist, lässt sich das Problem unter Umständen nicht mehr nur durch eine bessere Hygiene in den Griff bekommen.

Bei einer fortgeschrittenen Paradontitis stehen nach einer gründlichen Reinigung noch weitere zahnärztliche Maßnahmen an. Beispielsweise kann die Ärztin oder der Arzt tiefe Zahntaschen chirurgisch verkleinern. Manchmal sind auch Antibiotika notwendig, um die bakterielle Entzündung zu lindern.

Welches Medikament hilft gegen eine Zahnfleischentzündung?

Um eine Zahnfleischentzündung zu behandeln, ist kein Medikament nötig. Das wirksamste Gegenmittel ist sorgfältiges Zähneputzen, und zwar mitsamt einer Reinigung der Zahnzwischenräume. Die dafür nötigen Utensilien – Zahnbürste, Zahnpasta, Zwischenraumbürsten und Zahnseide – sind für wenig Geld in der Drogerie erhältlich.

Eine lohnende Investition ist darüber hinaus eine elektrische Zahnbürste: Studien haben gezeigt, dass sich die Zähne damit deutlich gründlicher reinigen lassen als mit einer Handzahnbürste.

Auch keimtötende Mundspülungen können dabei helfen, Zahnfleischentzündungen zu lindern. Allerdings gilt das nicht für alle Spülungen aus dem Supermarkt, der Drogerie oder Apotheke. In wissenschaftlichen Studien haben sich bisher nur Produkte mit den Wirkstoffen Chlorhexidin, Cetylpyridiniumchlorid sowie ätherischen Ölen bewährt. Spüllösungen mit Chlorhexidin gibt es nur in der Apotheke zu kaufen.

Lässt sich eine Zahnfleischentzündung mit Salbe behandeln?

Normalerweise reichen die genannten Maßnahmen und Produkte zur Reinigung aus, um eine Zahnfleischentzündung erfolgreich zu bekämpfen – weitere Mittel wie Salben oder spezielle Zahngele sind nicht nötig und helfen auch nicht, die Entzündung schneller zu beseitigen.

Wenn das entzündete Zahnfleisch wehtut, können Gele mit dem örtlich betäubenden Wirkstoff Lidocain die Schmerzen mildern. Diese beschleunigen aber nicht den Heilungsprozess und ersetzen nicht die gezielte Behandlung der Beschwerden. Sie sind auch nicht zur Daueranwendung geeignet. Bei länger anhaltenden Zahnfleischproblemen sollten Betroffene immer zur Zahnärztin oder zum Zahnarzt gehen.

Zahnfleischentzündung: Helfen Hausmittel?

Auf Ratgeberseiten im Internet werden verschiedene Hausmittel zur Behandlung einer Zahnfleischentzündung genannt – zum Beispiel Apfelessig und Kamillentee. Diese sind aber nicht empfehlenswert: Erstens ist ihre Wirksamkeit nicht wissenschaftlich belegt.

Zweitens greift der säurehaltige Apfelessig den Zahnschmelz an und ist somit nicht zur Zahnpflege geeignet. Drittens bringen Hausmittel in diesem Fall nicht den Vorteil, dass sie kostengünstiger oder einfacher zu beschaffen sind als die ärztlich empfohlenen Mittel.

Dauer einer Zahnfleischentzündung

Eine Zahnfleischentzündung kann schon nach wenigen Tagen ausheilen, wenn die oder der Betroffene rechtzeitig für eine gründlichere Zahnreinigung sorgt. Lassen die Beschwerden trotz verbesserter Hygiene binnen einiger Tage nicht nach, handelt es sich möglicherweise nicht mehr nur um eine Zahnfleischentzündung, sondern um eine Paradontitis. Dann ist eine zahnärztliche Behandlung nötig.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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