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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Blutvergiftung – so lĂ€uft die Behandlung ab

Von Lydia Klöckner

Aktualisiert am 13.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Eine Frau liegt im Krankenhausbett.
Eine Blutvergiftung ist ein medizinischer Notfall und muss im Krankenhaus behandelt werden. (Quelle: gorodenkoff/getty-images-bilder)
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Eine Blutvergiftung (Sepsis) kann tödlich enden. Dieses Risiko lĂ€sst sich durch eine frĂŒhzeitige Behandlung aber deutlich senken. Hier erfahren Sie, wie die Therapie einer Sepsis und ihrer Folgen ablĂ€uft.

Der korrekte Begriff fĂŒr eine Blutvergiftung ist Sepsis – es handelt sich dabei nĂ€mlich nicht um eine Vergiftung. Die Erkrankung entsteht durch eine fehlgesteuerte Immunantwort: Dem Körper gelingt es nicht, mit einer schweren Infektion fertigzuwerden, zum Beispiel einer LungenentzĂŒndung, Wundinfektion oder einem Harnwegsinfekt. In der Folge weitet sich der Infekt zu einer heftigen EntzĂŒndung aus, die immer mehr Organe erfasst und beschĂ€digt.

Im schlimmsten Fall kann das zum Versagen der Organe fĂŒhren – und somit zum Tod. Verhindern lĂ€sst sich das nur, wenn die oder der Betroffene rechtzeitig Ă€rztliche Hilfe erhĂ€lt. Bei Anzeichen fĂŒr eine Sepsis gilt es daher, so schnell wie möglich den Notarzt zu rufen.

Behandlung einer Sepsis erfolgt im Krankenhaus

Eine Blutvergiftung lĂ€sst sich nur durch eine Reihe von medizinischen Maßnahmen unter Kontrolle bringen. DafĂŒr muss die betroffene Person ins Krankenhaus. Hat die Erkrankung bereits starke Ausmaße angenommen, erfolgt die Therapie auf der Intensivstation.

Die ersten Schritte der Behandlung dienen dazu, die lebensbedrohlichen Auswirkungen der Sepsis in den Griff zu bekommen – insbesondere die auf das Herz-Kreislauf-System.

Unter anderem fĂŒhrt eine Sepsis dazu, dass GefĂ€ĂŸwĂ€nde undicht werden und FlĂŒssigkeit aus dem Blut ins Gewebe entweicht, wodurch der Blutdruck stark absinkt. Das ist gefĂ€hrlich, weil die Organe dann schlechter durchblutet werden und schlimmstenfalls versagen.

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Um das zu verhindern, verabreichen die Ärztinnen und Ärzte der erkrankten Person große Mengen FlĂŒssigkeit ĂŒber eine Infusion. Diese sogenannte Volumentherapie sorgt im besten Fall dafĂŒr, dass sich der Blutdruck normalisiert und der Kreislauf stabilisiert wird.

Wenn nicht, bekommt die oder der Betroffene zusĂ€tzlich ein Medikament, welches bewirkt, dass sich die BlutgefĂ€ĂŸe verengen, wodurch der Blutdruck steigt.

Welche weiteren Maßnahmen zur Stabilisierung nötig sind, hĂ€ngt davon ab, welche Organe beeintrĂ€chtigt sind. Erste Anhaltspunkte dazu liefern die Blutwerte – die oder der Erkrankte bekommt bei der Aufnahme ins Krankenhaus Blut abgenommen, welches sofort untersucht wird.

Stellt sich dabei beispielsweise heraus, dass das Blut zu wenig Sauerstoff enthĂ€lt, die sogenannte SauerstoffsĂ€ttigung also zu niedrig ist, wird der erkrankten Person Sauerstoff ĂŒber eine Nasensonde oder eine Maske verabreicht.

Therapie mit Antibiotika

In der Regel stecken Bakterien hinter der Infektion. Um diese einzudÀmmen, ist eine Behandlung mit Antibiotika nötig. Welcher Wirkstoff am besten geeignet ist, hÀngt von der Bakterienart ab. Diese wird im Rahmen der Blutuntersuchung ermittelt, die direkt nach der Aufnahme stattfindet. Da die Bestimmung des Erregers aber ein paar Tage dauern kann, erhÀlt die erkrankte Person zunÀchst ein Breitbandantibiotikum. Dieses wirkt gegen verschiedene Bakterien, und zwar meist recht schnell.

Sobald der Erreger bekannt ist, können die Ärztinnen und Ärzte zur weiteren Behandlung ein gezielt wirkendes Mittel einsetzen.

Behandlung der Ursache der Sepsis

Eine Blutvergiftung entsteht immer infolge einer EntzĂŒndung, die ursprĂŒnglich auf ein Organ oder ein Körperteil begrenzt war und sich dann ausgeweitet hat. Den Infektionsherd mĂŒssen Ärztinnen und Ärzte zunĂ€chst finden, wozu manchmal eine Untersuchung mit bildgebenden Verfahren nötig ist. Im nĂ€chsten Schritt werden sie versuchen, die Ursache zu beseitigen.

Das erfordert neben Antibiotika meist noch zusĂ€tzliche, gezielte Maßnahmen. Ist etwa eine entzĂŒndete Wunde der Infektionsherd, wird diese gereinigt und versorgt. Bei einer BlinddarmentzĂŒndung muss der Wurmfortsatz chirurgisch entfernt werden.

War eine LungenentzĂŒndung die Ursache, muss die oder der Erkrankte unter UmstĂ€nden kĂŒnstlich beatmet werden. Haben die Nieren versagt, kann eine Dialyse, also BlutwĂ€sche, notwendig sein.

Rehabilitation nach Blutvergiftung

Nach der intensivmedizinischen Behandlung ist die Therapie noch nicht abgeschlossen. Oft dauert es Wochen bis Monate, bis sich die Betroffenen von der Erkrankung erholen. Bei vielen hinterlÀsst sie bleibende Folgen.

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Um mit den körperlichen, geistigen und seelischen Auswirkungen der Erkrankung zurechtzukommen, benötigen sie UnterstĂŒtzung. Ist ihre Muskulatur geschwĂ€cht, können sie zum Beispiel eine Physiotherapie in Anspruch nehmen. Hat die Sepsis psychische Probleme bis hin zu einer posttraumatischen Belastungsstörung oder Depression verursacht, kann eine Psychotherapie bei deren BewĂ€ltigung helfen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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