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Neue Corona-Studie: Omikron-Variante doch gefährlicher als angenommen?


Omikron doch gefährlicher als angenommen?


Aktualisiert am 09.05.2022Lesedauer: 2 Min.
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Corona-Test (Symbolbild): Omikron gilt als Übergangsvirus in die Endemie.Vergrößern des Bildes
Corona-Test (Symbolbild): Omikron gilt als Übergangsvirus in die Endemie. (Quelle: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner/dpa-bilder)

Die Omikron-Variante gilt allgemein als ansteckender, aber harmloser. US-Forscher kommen in einer neuen Studie jetzt zu einem anderen Ergebnis. Doch die Ergebnisse sind umstritten.

Die Omikron-Mutante des Coronavirus, die erstmals im November 2021 entdeckt wurde, gilt als infektiösere Variante, aber sie soll allgemein zu milderen Krankeitsverläufen führen. Gerade Letzterem widersprechen jetzt jedoch Forscher aus den USA. Sie fanden ein ähnlich hohes Risiko für Krankheit und Tod wie bei den Vorgängervarianten. Was ist dran an dieser Studie?

Wissenschaftler, unter anderem des Massachusetts General Hospital, der Minerva University und der Harvard Medical School, untersuchten die Krankenakten von 130.000 Corona-Infizierten in den USA aus den letzten zwei Jahren. Im untersuchten Zeitraum (Dezember 2020 bis Februar 2022) kursierten unterschiedliche Corona-Varianten. Alle Erkrankten hatten einen positiven PCR-Test.

Risiko für Krankenhauseinweisung ähnlich hoch

Auffällig war zunächst eine inzwischen als gesichert geltende Tatsache: Corona ist ein saisonales Virus. In den Wintermonaten erkrankten wesentlich mehr Menschen als in den Frühjahrs- und Sommermonaten.

Und: Obwohl unter Omikron die Zahl der Corona-Fälle rapide stieg, sank das Risiko für Hospitalisierung und Tod im Vergleich zu den drei zuvor untersuchten Zeiträumen. Aber längst nicht so stark wie vermutet. Lag das Hospitalisierungsrisiko vorher bei etwa 15 Prozent, sank dieser Wert unter Omikron auf knapp 13 Prozent.

"Wir fanden heraus, dass die Risiken von Krankenhausaufenthalten und Sterblichkeit zwischen den Perioden nahezu identisch waren", so die Studienautoren.

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Die Autoren selbst räumen jedoch ein, dass ihr Paper (das bislang als Preprint vorliegt und noch nicht begutachtet wurde) Schwächen hat. So würden etwa nur PCR-Getestete berücksichtigt. Menschen mit einem positiven Schnell- oder Selbsttest, die nie eine PCR-Bestätigung bekamen, könnten die Werte verzerren. Auch könnten die Angaben über den Impfstatus nicht eindeutig sein.

"Bei älteren Ungeboosterten kann auch Omikron großen Schaden anrichten"

t-online fragte den Modellierer Kristan Schneider. Er ist Mathematikprofessor an der Hochschule Mittweida, Sachsen. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Modellierung epidemiologischer Prozesse. Was steckt hinter der US-Studie? Müssen wir uns doch weiter Sorgen machen?

"Die Studie hat einen Haken: Bei den Erkrankten wurden die Virusvarianten nicht bestimmt. Alle Infektionen seit dem Auftreten von Omikron werden als Omikron-Infektionen aufgefasst. Klar ist aber: Zu Beginn der Omikron-Welle haben sich überproportional viele junge Menschen infiziert.

Als sich dann mehr Ältere infizierten, waren diese schon zweimal geimpft bzw. geboostert, und man hatte neue Medikamente. Das hat den Eindruck vermittelt, Omikron wäre weniger gefährlich. Und klar ist auch: Je mehr getestet wurde, desto deutlicher ist der Anteil der schweren Krankheitsverläufe abzulesen."

Nun heißt es aber auch: Omikron befalle eher die oberen Atemwege, dringe nicht so tief in die Lunge ein?

"Das gilt auch als ziemlich sicher. Dadurch sind gegebenenfalls auch die Behandlungen auf den Intensivstationen weniger aufwändig und das bringt Entlastung. Doch trifft das Virus auf Ungeimpfte vielleicht auch noch Vorerkrankte oder ältere Ungeboosterte, kann es immer noch großen Schaden anrichten. Das wird in der Studie deutlich."

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
  • Interview mit Kristan Schneider
  • Eigene Recherche
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