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Verhagelt uns die neue Corona-Variante den Sommer?

Von Christiane Braunsdorf

Aktualisiert am 13.06.2022Lesedauer: 4 Min.
Hamburger genie├čen den Blick auf die Elbe: Wie unbeschwert wird dieser Sommer?
Hamburger genie├čen den Blick auf die Elbe: Wie unbeschwert wird dieser Sommer? (Quelle: Markus Scholz/dpa-bilder)
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Deutschland in der ersten Corona-Sommerwelle? Die ansteckendere Omikron-Variante breitet sich auch bei uns aus. Ein Experte sch├Ątzt ein, was uns in den n├Ąchsten Monaten drohen k├Ânnte.

In seinem letzten Wochenbericht warnte das Robert Koch-Institut (RKI) vor der Ausbreitung zweier neuer Subtypen der Omikron-Variante des Coronavirus: BA.4 und BA.5. Letzterer sorgt vor allem in Portugal derzeit f├╝r sehr hohe Infektionszahlen.


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Das RKI mahnt: Erwartet werde, dass sich die Subvarianten st├Ąrker verbreiten, "sodass es auch insgesamt zu einem Anstieg der Infektionszahlen und einem erneut verst├Ąrkten Infektionsdruck auf vulnerable Personengruppen schon im Sommer kommen kann." Droht uns eine Sommerwelle? Der Epidemiologe Markus Scholz beantwortet die dr├Ąngendsten Fragen:

t-online: Herr Scholz, wie gef├Ąhrlich kann uns BA.5 werden?

Markus Scholz: Nach unseren Modellen erwarten wir keine gro├če Welle in Deutschland. Das hat vor allem einen Grund: Aktuell sehen wir noch die Dominanz von BA.2, die um sich greift und derzeit viele infiziert. Diese Art von Durchseuchung verleiht zun├Ąchst eine gewisse, wenn auch vor├╝bergehende Immunit├Ąt. Eine Infektion mit BA.2 bietet zwar keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Ansteckung mit BA.5, aber doch schon einen gro├čen.

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Das hei├čt, was wir in Portugal sehen, hat damit zu tun, dass dieser BA.2-Subtyp dort nicht ankam?

Ja, dort gab es keine BA.2-Welle, daf├╝r eine mit BA.1. Diese liegt aber schon l├Ąnger zur├╝ck, sodass der Immunschutz bereits abgenommen hat. Damit entstehen diese hohen Infektionszahlen. In Deutschland wird man zwar auch eine leichte Welle sehen, aber die wird wieder schnell abebben. Au├čerdem: Einen gewissen Schutz bieten die Impfungen ja auch.

Dr. Markus Scholz
Dr. Markus Scholz (Quelle: Universit├Ąt Leipzig, Fotograf: Christian H├╝ller)


Markus Scholz ist Epidemiologe an der Universit├Ąt Leipzig und forscht dort zur weiteren Entwicklung der Pandemie.

Obwohl auch bekannt ist, dass der Schutz vor Infektion auch bei den Vakzinen mit zeitlichem Abstand zur Impfung nachl├Ąsst.

Ja, daher kann eine Kampagne zur Boosterimpfung der ├Ąlteren Risikogruppen auch sinnvoll sein. Das wird ja nun auch in Portugal erwogen.

Aber in Deutschland brauchen wir Ihrer Einsch├Ątzung nach keine versch├Ąrften Ma├čnahmen, um das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu halten?

Nein, davon gehe ich nicht aus. Eine ├ťberlastung des Gesundheitssystems ist nicht zu erwarten.

In Portugal wird noch etwas anderes bef├╝rchtet: dass die vielen gleichzeitigen Infektionen die kritische Infrastruktur gef├Ąhrden, also etwa Polizisten, Krankenschwestern oder Busfahrer zeitgleich ausfallen.

Ja, das kann passieren. BA.5 ist nochmal ansteckender als BA.1 oder BA.2. Der R-Wert, also der Wert, der angibt, wie viele Menschen ein Infizierter ohne jegliche Ma├čnahmen ansteckt, ist etwa 13 Prozent h├Âher als bei BA.2.

BA.5 scheint uns in Deutschland also nicht den Sommer verhageln zu k├Ânnen, wie blicken Sie dann aber auf den Herbst?

Da sagen die ersten Modelle nichts Gutes voraus. Ich denke, dann k├Ânnten noch einmal neue Ma├čnahmen zur Eind├Ąmmung des Infektionsgeschehens n├Âtig werden. Wir alle wissen bislang nicht, welche Variante dann dominant sein oder bleiben wird, aber auch mit BA.5 k├Ânnte es problematisch werden. Denn bis dahin wird der Immunschutz nach der Durchseuchung mit BA.2 abgenommen haben. Da k├Ânnte die Welle deutlich gr├Â├čer werden.

Welche Ma├čnahmen meinen Sie?

Ich denke, es w├Ąre wichtig, noch einmal eine Kampagne f├╝r eine Auffrischungsimpfung kurz vor der Herbstwelle vorzubereiten.

F├╝r alle?

Ich w├╝rde mal sagen f├╝r Menschen ab 40 Jahre. Eigentlich k├Ânnte man sagen: Die Menschen, die sich j├Ąhrlich gegen Grippe impfen lassen, sollten dies im Herbst auch nochmal gegen Corona tun. Das sind Menschen mit besonders vielen Kontakten zum Beispiel, nat├╝rlich ├ältere und Vorerkrankte und auch das Pflegepersonal.

Also ist Corona doch mit Grippe vergleichbar?

Es hat den gleichen ├ťbertragungsweg, die gleiche Saisonalit├Ąt und inzwischen eine vergleichbare Mortalit├Ąt. Nur: Corona ist eben viel ansteckender.

Der Expertenrat fordert, die Testinfrastruktur wieder reaktivieren zu k├Ânnen ...

Ja, das kann sinnvoll sein. Am Arbeitsplatz, aber vor allem auch in den Schulen kann das wieder sinnvoll werden. An den Schulen haben wir ja gesehen, dass wir bis zu 40 Prozent der Infizierten in den jeweiligen Altersgruppen dort identifizieren konnten.

Was wissen wir eigentlich dar├╝ber, welche Ma├čnahmen der vergangenen Jahre das Infektionsgeschehen tats├Ąchlich effektiv eind├Ąmmen konnten?

Da steht an erster Stelle die Maskenpflicht. Au├čerdem die Absage von Gro├čveranstaltungen, Schulschlie├čungen und das Schlie├čen von Restaurants. Diese vier Ma├čnahmen waren am effektivsten. Dennoch muss man hier nat├╝rlich Abw├Ągungen treffen. Es ist schon m├Âglich, Restaurants oder Schulen durch Teststrategien und Raumluftfilter deutlich sicherer zu machen. Den Einzelhandel oder Friseure etc. zu schlie├čen hatte eigentlich kaum Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen.

Also Masken k├Ânnten uns dann doch wieder ereilen?

Ja, davon ist auszugehen. Und auch gewisse Abstandsregelungen im B├╝ro oder am Arbeitsplatz k├Ânnten wieder n├Âtig werden.

Der Expertenrat fordert auch, das Kleeblatt-Prinzip beizubehalten bzw. auszubauen. Dabei geht es um die Verlegung Schwerstkranker in benachbarte Bundesl├Ąnder. Klingt nach einem neuen Horrorszenario.

Ich denke, das ist eher als Vorsichtsma├čnahme zu verstehen, sollte uns eine gef├Ąhrlichere Variante heimsuchen. Unter BA.5 wird das voraussichtlich nicht n├Âtig sein. Obwohl man sagen muss: Auch an BA.5 sterben Menschen, etwa Ungeimpfte oder auch Menschen, deren Immunisierung durch die Impfungen nicht ausreichend gewirkt hat. Eine ├ťberlastung des Gesundheitssystems ist mit BA.5 voraussichtlich nicht zu erwarten, wenn man sich gut auf die Welle vorbereitet, zum Beispiel durch Auffrischungsimpfungen. Doch welche Variante im Herbst auf uns zukommt, kann man noch nicht sicher sagen.

Herr Scholz, wir danken Ihnen f├╝r das Gespr├Ąch!

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte ├ärzte. Die Inhalte von t-online k├Ânnen und d├╝rfen nicht verwendet werden, um eigenst├Ąndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen
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