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Bald mehr Geimpfte als Ungeimpfte in den KrankenhÀusern

Von Christiane Braunsdorf

Aktualisiert am 21.06.2022Lesedauer: 4 Min.
Ein Covid-Intensivpatient an der Beatmungsmaschine (Archivbild): In den KrankenhÀusern werden bald mehr geimpfte als ungeimpfte Patienten wegen des Virus behandelt werden.
Ein Covid-Intensivpatient an der Beatmungsmaschine (Archivbild): In den KrankenhÀusern werden bald mehr geimpfte als ungeimpfte Patienten wegen des Virus behandelt werden. (Quelle: Ralph Lueger/imago-images-bilder)
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Die Omikron-BA.5-Variante droht, den Sommer zu verhageln. Ein Experte erklÀrt die Gefahr, die von der neuen Welle ausgeht. Und er sagt, was jetzt nötig wÀre.

Seit Anfang des Monats steigen die Corona-Infektionszahlen in Deutschland wieder an. Ursache ist der Omikron-Subtyp BA.5, der sich auch hierzulande rasch ausbreitet und als bislang ansteckendste Variante gilt. Klar ist: Die steigenden Inzidenzen spiegeln das wahre Infektionsgeschehen nicht wider, denn in die offizielle Statistik fließen nur bestĂ€tigte positive PCR-Tests. Aufgrund der verĂ€nderten Teststrategie ist ihre Anzahl jedoch massiv zurĂŒckgegangen. Heißt: Die Dunkelziffer der Infizierten ist viel höher.


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Brauchen wir schon jetzt neue Maßnahmen zur ViruseindĂ€mmung? t-online fragte den Mathematiker Kristan Schneider, der die Corona-Pandemie modelliert. Er warnt vor der Gefahr BA.5 – auch fĂŒr Geimpfte.

t-online: Herr Schneider, Portugal gilt als das Land, das als Erstes und besonders heftig von der BA.5-Welle betroffen ist. Was sehen wir dort? Und können wir daraus RĂŒckschlĂŒsse auf unsere Sommerwelle ziehen?

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Kristan Schneider: Wir sehen vor allem, dass auch ohne eine stringente Teststrategie hohe Infektionszahlen doch irgendwann auffallen. In Portugal muss man davon ausgehen, dass die Welle ĂŒberhaupt erst dann auffiel, als symptomatisch Erkrankte getestet wurden. Und das waren schon sehr viele. Etwas Ähnliches fĂ€llt jetzt auch in DĂ€nemark auf. Dort wird derzeit so wenig getestet wie vor ĂŒber zwei Jahren, trotzdem steigen die Zahlen.

In Portugal ist auffÀllig, dass die MortalitÀt, also die Sterblichkeitsrate, sehr schwankt. Am 14. Juni wurden 176 TodesfÀlle gemeldet, an anderen Tagen sind es null.

Diesen Trend, dass auf der tĂ€glichen Basis nur noch schlecht gemonitort wird, sehen wir weltweit. Aber vorauszusagen ist, dass die MortalitĂ€t steigen wird, wenn auch auf niedrigem Niveau. Allerdings: WĂŒrde man die portugiesische Sterblichkeitsrate auf Deutschland umrechnen, hĂ€tte wir etwa 300 Tote am Tag in der BA.5-Welle. Das hatten wir zuletzt im April. Die Frage ist, ob man damit leben will.

Kristan Schneider
Kristan Schneider (Quelle: Helmut Hammer)


Kristan Schneider ist Mathematikprofessor an der Hochschule Mittweida, Sachsen. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Modellierung epidemiologischer Prozesse.

Das ist ein PlĂ€doyer fĂŒr die WiedereinfĂŒhrung bestimmter Anti-Corona-Maßnahmen, auch jetzt im Sommer?

Ja, die Maskenpflicht in InnenrĂ€umen abzuschaffen, war ein Fehler. Und auch, dass jetzt praktisch gar nicht mehr getestet wird, etwa in der Schule oder am Arbeitsplatz, halte ich fĂŒr falsch.

Aber es heißt ja: Nun, viele sind ja geimpft.

Das spielt bei BA.5 allerdings nur noch eine untergeordnete Rolle, denn diese Variante umgeht den Impfschutz weitgehend. Wir werden damit in den nĂ€chsten Wochen das PhĂ€nomen sehen, dass mehr Geimpfte als Ungeimpfte in den KrankenhĂ€usern behandelt werden mĂŒssen.

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Was meinen Sie damit? Klingt erstmal nach Schwurbler-These 


Nein, das ist eine logische Konsequenz. Die Masse der Menschen ist geimpft, doch BA.5 unterlÀuft diesen Schutz. Angesichts des hohen Infektionsgeschehens und der hohen InfektiositÀt wird das Virus dann doch wieder bei den vulnerablen Gruppen ankommen. Auch bei solchen, bei denen die Impfung nicht oder nicht vollstÀndig gewirkt hat.

Lauterbach plĂ€diert fĂŒr die vierte Impfung fĂŒr alle 


Das halte ich fĂŒr vernĂŒnftig, auch wenn es dafĂŒr bislang keine Empfehlung der StĂ€ndigen Impfkommission gibt. Die Impfung bietet zumindest einen vorĂŒbergehenden Schutz und kann die Welle abflachen. Das ewige Spekulieren auf angepasste Impfstoffe im Herbst und dergleichen bringt nichts, je eher, desto besser.

Nun sagen die Kritiker, fĂŒr neue Maßnahmen mĂŒsste man erst wieder deutlich steigende Hospitalisierungsraten sehen 


Wenn man die sieht, ist es schon zu spĂ€t. Denn die sehen wir immer zeitverzögert. Exakt denselben Fehler hat man vor einem Jahr gemacht, als es hieß, man soll nicht so auf die Inzidenzen schauen, und dann waren plötzlich die Intensivstationen ĂŒberlastet. Man muss daher prĂ€ventiv handeln, das hat Deutschland in der ersten Welle zum Beispiel sehr gut gemacht.

Mit der Konsequenz, dass es hieß: Wir haben ja gar nicht so viele Tote gehabt, kann ja nicht so schlimm gewesen sein, wie es kommuniziert wurde.

Das ist das PrÀventionsparadox: Handelt man prÀventiv ausreichend, vermeidet man Kranke und Tote, wird hinterher gesagt: War doch gar nicht schlimm.

Also, Sie plĂ€dieren dafĂŒr, jetzt zu handeln und nicht erst bis Herbst zu warten.

Ja, wir sind jetzt eigentlich praktisch am Minimum der saisonalen Übertragbarkeit angelangt. Bei den VorgĂ€ngervarianten von BA.5 fielen um diese Jahreszeit noch immer die Infektionszahlen. BA.5 trotzt aber diesem saisonalen Effekt aufgrund der höheren InfektiositĂ€t.

Im August steigt dann die Übertragbarkeit wieder kontinuierlich bis Jahresende und wir werden mit entsprechend hohen Infektionszahlen konfrontiert sein. Wir sehen momentan das Infektionsgeschehen auch nicht mehr richtig, weil wir die Teststrategie und damit die Spielregeln geĂ€ndert haben. Wir brauchen jetzt wieder eine einheitliche Teststrategie. Besonders dann, wenn die ReiserĂŒckkehrer wieder eine grĂ¶ĂŸere Rolle spielen.

Sonst machen wir die gleichen Fehler wie in den vergangenen zwei Jahren?

Ja, und was wir auch beachten mĂŒssen: Eine jetzt stattfindende Durchseuchung mit BA.5 kann uns eventuell auch gar nichts nĂŒtzen, denn es ist bekannt, dass man sich mit dieser Variante erneut infizieren kann und kein anhaltender Immunschutz aufgebaut wird. Und dann wissen wir auch nicht, ob uns eine neue oder bekannte Variante im Herbst heimsucht. Die derzeitige Corona-Strategie ist verantwortungslos.

Herr Schneider, wir danken Ihnen fĂŒr das GesprĂ€ch!

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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