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Humane Papilloma-Viren: Aus Fingernagelwarzen kann sich Krebs entwickeln

Unterschätzte Gefahr  

Hinter Warzen am Fingernagel kann Krebs stecken

16.12.2014, 12:50 Uhr | ag

Humane Papilloma-Viren: Aus Fingernagelwarzen kann sich Krebs entwickeln . Viruswarzen an Händen und Nägeln sind in der Regel harmlos. Doch es können auch bösartige Tumore dahinterstecken, die durch HP-Viren ausgelöst wurden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Viruswarzen an Händen und Nägeln sind in der Regel harmlos. Doch es können auch bösartige Tumore dahinterstecken, die durch HP-Viren ausgelöst wurden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Zunächst sieht es wie eine ganz normale Warze aus, die sich am Finger- oder Fußnagel entwickelt hat. Doch es kann sich auch Krebs dahinter verbergen. Auslöser sind unter anderem bestimmte Humane Papilloma Viren (HPV). Was viele nicht wissen: Eine genitale Virusinfektion kann die Ursache für die Infektion sein. Denn die Viren gelangen schnell vom Intimbereich auf die Finger und können dort Tumore bilden. Diese werden leicht als normale Viruswarzen fehlgedeutet.

In einer im Fachjorunal "Nature Immunology" veröffentlichten Studie untersuchte der japanische Forscher Hiroaki Hemmi von der Universität Osaka die Zusammenhänge zwischen Nageltumoren und Humanen Papilloma-Viren. Dabei konnte er mehr als 100 verschiedene HPV-Typen identifizieren, die mit bösartigen Tumoren am Fingernagel in Verbindung standen.

Juckende, raue und erhabene Stellen

Bei dieser Krebsart handelt es sich meist um das so genannte Bowen-Karzinom, eine Form des weißen Hautkrebses. Hierbei befinden sich die Krebszellen ausschließlich in der obersten Hautschicht und treten noch nicht in tiefer liegenden Hautschichten auf. Benannt wurde der Tumor nach dem amerikanischen Hautarzt John T. Bowen, der die Erkrankung als Erster beschrieben hat.

Er zeigt sich durch juckende, gerötete, raue und erhabene Stellen auf der Haut und tritt in der Regel erst in der zweiten Lebenshälfte auf - vornehmlich bei Männern. Sie können sich auch in Form von Warzen manifestieren. Um eine Verwechslung mit einer Schuppenflechte oder Alterswarzen auszuschließen und Morbus Bowen zu diagnostizieren, ist die Entnahme einer Hautprobe an der befallenen Hautpartie nötig.

HP-Viren können "Bowen-Karzinom" auslösen

Bei der Bildung des Bowen-Karzinoms spielen krebsauslösende HP-Viren eine maßgebliche Rolle. Wissenschaftler haben in den letzten Jahren festgestellt, dass bei vielen Patienten die krebsauslösenden Viren vom Typ HPV 16, auch 18, 31,33 Auslöser sind. Aber auch genetische Faktoren, starke UV-Einstrahlung und Kontakt mit krebsauslösenden Substanzen können ein Auslöser für das Bowen-Karzinom sein.

Hohe Heilungschancen bei Früherkennung

Eine spontane Rückbildung des Morbus Bowen kommt nicht vor. Daher ist die komplette Entfernung des Herdes erforderlich. Das erfolgt in der Regel über einen chirurgischen Eingriff. Unbehandelt wachsen Bowen-Karzinome allerdings in die Tiefe und die Breite der Haut, sodass Sie diese und Organe unter der Haut zerstören können. Sie müssen daher möglichst frühzeitig entfernt werden. Die beste Behandlung besteht dann darin, den Tumor mit einem Sicherheitsabstand in der gesunden Haut herauszuschneiden. Diese Operation ist in der Regel ambulant und nahezu schmerzfrei durchführbar. 

Nicht jede HPV-Infektion führt zur Erkrankung

Fast jeder Mensch infiziert sich im Laufe seines Lebens mit humanen Papillomviren (HPV). Sie lauern fast überall und eine Übertragung ist sogar per Händedruck möglich. Wer sich infiziert, muss nicht nur mit Haut- und Genitalwarzen rechnen, auch das Krebsrisiko steigt. Mehr als 150 verschiedene HPV-Typen sind mittlerweile bekannt. Ihnen auszuweichen ist schwer möglich.

Doch das heißt nicht, dass eine HPV-Infektion immer auch eine Erkrankung nach sich zieht. In den meisten Fällen ist das Immunsystem stark genug, das Virus erfolgreich zu bekämpfen. Die Infektion heilt ohne Symptome wieder aus, der Betroffene merkt nichts davon. Selbst dann, wenn krebsfördernde Viren beteiligt waren. Doch bei einem Teil der Infizierten sind die Keime stärker. Abhängig vom jeweiligen Virustyp, drohen neben Haut- und Genitalwarzen auch bösartige Zellveränderungen in der Intimregion.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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