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Brustkrebs ist keine Frauenkrankheit: Männer können betroffen sein

Diagnose häufig zu spät  

Brustkrebs beim Mann: Es kann jeden treffen

22.11.2018, 09:20 Uhr | Andrea Goesch, dpa-tmn

Brustkrebs ist keine Frauenkrankheit: Männer können betroffen sein. Veränderungen im Bereich der Brust sollten auch Männer ernst nehmen.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Veränderungen im Bereich der Brust sollten auch Männer ernst nehmen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Brustkrebs? Die meisten Männer glauben, damit nichts zu tun zu haben. Doch das ist ein Trugschluss. Auch bei einem Mann kann ein bösartiger Tumor in der Brust diagnostiziert werden. Weil damit aber kaum einer rechnet, wird der Krebs häufig spät erkannt. Entsprechend schlecht sind dann die Aussichten.

Früherkennungsprogramm fehlt

Während Brustkrebspatientinnen eine relative Zehn-Jahres-Überlebensrate von 82 Prozent haben, liegt sie bei Männern bei 65 Prozent. Die Erklärung hierfür ist, dass Brustkrebs beim Mann viel später diagnostiziert wird als bei der Frau. Einer der Gründe: Es gibt für Männer, anders als bei Frauen, kein Früherkennungsprogramm.

Hinzu kommt, dass Männer Beschwerden im Brustbereich vielfach als belanglos abtun. Selbst wenn sie damit zum Arzt gehen, heißt das noch lange nicht, dass die Erkrankung auch gleich erkannt wird. Nicht selten werden Tastbefunde in der männlichen Brust – wie bei der Frau auch – zunächst für gutartig gehalten.

In welchem Alter erkranken Betroffene?

Es kann viel Zeit vergehen, bis die endgültige Diagnose gestellt wird: Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei etwa 70 Jahren und damit deutlich höher als bei Frauen.

Warum erkranken Männer an Brustkrebs?

Warum Männer überhaupt an Brustkrebs erkranken, ist noch nicht abschließend geklärt. Es gibt Hinweise, dass bestimmte Genveränderungen eine mögliche Ursache sein könnten. Solche Veränderungen treten spontan auf, sie können aber auch vererbt sein.

Besonders wenn Brustkrebs unter Frauen ersten bis dritten Verwandtschaftsgrades in der Familie vorgekommen ist, sollten Männer hellhörig werden und ein besonderes Augenmerk auf ihre Brust legen. Übrigens: Brustkrebsgene können auch von Männern an ihre Kinder weitergegeben werden – sowohl an Töchter als auch an Söhne.

Ein Ungleichgewicht der Hormone Testosteron und Östrogen kann Brustkrebs ebenfalls begünstigen. Ein solches Ungleichgewicht entsteht zum Beispiel durch einen Hodenhochstand oder durch eine Hodenentzündung infolge von Infektionskrankheiten wie Masern.

Warnsignale erkennen

Warnsignale, dass etwas nicht in Ordnung ist, zeigen sich beim Mann ähnlich wie bei der Frau. Das können ein Knoten, eine Verhärtung in einer Brust oder eine eingezogene Brustwarze sein. Damit der Krebs im Frühstadium erkannt wird, ist es wichtig, dass auch Männer sich regelmäßig die Brust abtasten.

Manchmal entzündet sich auch die Brustwarze und sondert einen klaren oder blutigen Ausfluss ab. Solche Symptome sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Hinter den Anzeichen muss sich aber nicht zwangsläufig Brustkrebs verbergen. Eine entzündete Brustwarze kann auch ganz banal auf scheuernde Kleidung zurückzuführen sein.

Behandlungsmöglichkeiten

Scheiden solche Ursachen aus, wird die Brust per Ultraschall und Mammographie untersucht. Für eine sichere Diagnose entnehmen die Ärzte eine Gewebeprobe und lassen sie im Labor analysieren. Mit weiteren Untersuchungen stellen sie fest, ob sich Krebszellen auch in den umgebenden Lymphknoten und darüber hinaus ausgebreitet haben.

Letztlich führt auch bei Männern mit Brustkrebs an einer Operation kein Weg vorbei. Dabei wird neben dem Drüsengewebe auch die Brustwarze und die den Brustmuskel abgrenzende Gewebeschicht entfernt. Sind auch Lymphknoten vom Krebs befallen, dann werden diese ebenfalls herausgenommen.

Da Brustkrebszellen beim Mann auch hormonabhängig wachsen können, muss sich in diesen Fällen der Patient nach der OP einer Hormontherapie unterziehen – häufig ein unangenehmes Verfahren. Die Therapie kann Nebenwirkungen wie Depressionen, Gewichtszunahme oder Impotenz haben. Viele Männer brechen sie deshalb vorzeitig ab. Zusätzlich zur Hormontherapie kann auf den männlichen Brustkrebspatienten nach der OP eine Strahlen- und Chemotherapie zukommen.

Umstrittene Therapie

Damit orientiert sich die Behandlung in weiten Teilen an der bei Frauen – was allerdings umstritten ist. Denn inzwischen deutet sich an, dass es tumorbiologische Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt. Es müsste also für den an Brustkrebs erkrankten Mann andere Behandlungsformen nach der Operation geben. 

Gute Heilungschancen bei früh erkanntem Tumor 

Wird der Tumor früh diagnostiziert, sind die Heilungschancen sogar höher als bei Frauen. Das liegt daran, dass Brustkrebs bei Männern in vielen Fällen hormonabhängig ist. Dass eine gezielte Behandlung so früh wie möglich einsetzt, setzt jedoch voraus, dass die Krankheit aus ihrem Schattendasein tritt. 

Männer schämen sich, eine "Frauenkrankheit" zu haben 

Jedem Mann sollte bewusst sein, dass er Brustkrebs bekommen kann. Bei rund 600 Neuerkrankungen in Deutschland pro Jahr sei die Wahrscheinlichkeit zwar relativ gering, dennoch kann es jeden treffen.

Dabei wollen viele Betroffene die Diagnose zunächst nicht wahr haben. Sie schämen sich, eine "Frauenkrankheit" zu haben und gynäkologisch behandelt zu werden. In schlimmen Fällen führt das dazu, dass eine lebensrettende Behandlung zu spät erfolgt.

Männer mit Klinefelter-Syndrom sind Risikopatienten

Einige Männer haben ein erhöhtes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Bei dem Klinefelter-Syndrom handelt es sich beispielsweise um eine genetische Veränderung der Geschlechtschromosomen. Diese Männer sind Träger einer angeborenen genetischen Störung, bei der mindestens ein zusätzliches weibliches X-Chromosom vorliegt. Sie haben ein 15- bis 50-fach erhöhtes Risiko für ein Mammakarzinom. Das Syndrom äußert sich auch durch eine Unterentwicklung der Hoden. Sie sind in der Regel überdurchschnittlich klein.

Kann man Brustkrebs vorbeugen?

Da die Risikofaktoren, die zu Brustkrebs beim Mann führen, nicht eindeutig geklärt sind, ist es schwer, vorbeugend etwas zu tun: Wer übergewichtig ist, sollte abnehmen. Und auch regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung sowie Stressabbau können die Wahrscheinlichkeit zu erkranken reduzieren.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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