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Leberzirrhose: Die häufigsten Ursachen und was hilft


Unheilbare Erkrankung
Leberzirrhose – das sind mögliche Ursachen


Aktualisiert am 29.02.2024Lesedauer: 4 Min.
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

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Ein Mann sitzt in der Bar vor einem Glas mit einem alkoholischen Getränk.Vergrößern des Bildes
Alkoholismus kann zur Fettleber führen und ist die häufigste Ursache einer Leberzirrhose. (Quelle: fizkes/getty-images-bilder)

Ist die Leber geschädigt, hat das verheerende Folgen. Doch wie kommt es zu einer Leberzirrhose? Die wichtigsten Ursachen – und wie sie sich beheben lassen.

Eine Leberzirrhose entsteht, wenn die Leber immer weiter beschädigt wird und vernarbt. Die beschädigten Anteile werden dann notdürftig mit Bindegewebe "geflickt".

Je weiter diese Vernarbung fortschreitet, umso weniger gesundes Lebergewebe steht zur Verfügung – und umso schlechter kann das Organ seine Aufgabe erfüllen.

Das passiert nicht gleich bei der ersten Strapaze: Das Organ ist überaus regenerationsfähig und kann abgestorbenes Gewebe binnen kürzester Zeit durch neues ersetzen. Allerdings nur bis zu einem gewissen Maß: Ist die Leber immer wieder zerstörerischen Einflüssen ausgesetzt, gelingt es ihr irgendwann nicht mehr, sich vollständig zu erholen.

Das sind die häufigsten Ursachen der Leberzirrhose

Jede Lebererkrankung, die über eine lange Zeit besteht, kann schließlich zu einer Leberzirrhose führen. In Deutschland und anderen Industrieländern sind vor allem zwei Ursachen verbreitet:

  • Bei etwa 100 Betroffenen ist eine durch Alkohol verursachte Fettleber der Grund.
  • Bei 40 von 100 Erkrankten entsteht die Zirrhose als Folge einer durch Viren ausgelösten Leberentzündung (Hepatitis B, C oder D).
  • Nur sehr selten – bei etwa 5 von 100 Erkrankten – sind andere Krankheiten die Ursache.

Ursache Alkohol

Alkohol schädigt die Leber auf vielerlei Weisen. Unter anderem stört er den Fettstoffwechsel, wodurch sich in den Leberzellen vermehrt Fett sammelt. Eine allzu hochkalorische Ernährungsweise begünstigt dies. Denn der Körper lagert die überschüssige Energie aus der Nahrung nicht nur als Fettpolster unter der Haut ein, sondern auch in den Leberzellen.

Wenn die Betroffenen nicht rechtzeitig ihren Alkoholkonsum in den Griff bekommen und – falls nötig – abnehmen, kann sich das verfettete Organ irgendwann entzünden.

Im Zuge dieser Entzündung nimmt das Lebergewebe Schaden und vernarbt. Die Vernarbung nennen Fachleute Zirrhose.

Wer hin und wieder Alkohol trinkt und es dabei nicht übertreibt, muss sich aber keine Sorgen machen: Eine Gefahr für eine Fettleber (und später eine Leberzirrhose) besteht erst, wenn jemand regelmäßig bedenkliche Mengen an Alkohol konsumiert. Zur Orientierung:

  • Männer sollten an einem Tag nicht mehr 20 Gramm reinen Alkohol zu sich nehmen, also höchstens etwa einen halben Liter Bier oder ein 0,25-Liter-Glas Wein.
  • Frauen sollten pro Tag nicht mehr als 10 Gramm Alkohol konsumieren, also höchstens ein 0,3-Liter-Glas Bier oder ein halbes Glas Wein.

Dabei ist es wichtig, nicht täglich zu trinken. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt, jede Woche an mindestens zwei Tagen komplett auf Alkohol zu verzichten. Nur so bekommt die Leber die nötigen Pausen, um sich zu regenerieren.

Ursache Hepatitis

Eine Leberzirrhose kann sich auch aus einer Virushepatitis entwickeln. Das ist eine durch Viren verursachte Entzündung der Leber. Verschiedene Viren können solch eine Entzündung auslösen – je nach Art des Virus unterscheiden Fachleute Hepatitis A, B, C, D und E.

Allerdings besteht nicht bei allen Formen die Gefahr für eine Leberzirrhose, sondern in erster Linie bei Hepatitis B und C, seltener bei einer Hepatitis D. Nach einer Hepatitis A hingegen kommt es nicht zur Zirrhose – diese Form der Leberentzündung verläuft fast immer harmlos und heilt folgenlos aus. Hepatitis E in den meisten Fällen ebenfalls, es sei denn, die oder der Betroffene hat ein stark beeinträchtigtes Immunsystem – etwa nach einer Organtransplantation.

Ursachen von Hepatitis B und C

Die Viren, die Hepatitis B beziehungsweise C verursachen, werden meist beim Geschlechtsverkehr übertragen, etwa über Blut, Sperma oder Scheidenflüssigkeit. Manche Menschen stecken sich auch beim Drogenkonsum an, wenn sie dazu nicht sterile Spritzen verwenden.

Viele Betroffene merken zunächst nichts von der Ansteckung: Sowohl Hepatitis B als auch Hepatitis C verursachen oft keine Symptome, oder diese setzen erst Monate nach der Infektion ein. Das ist tückisch, weil die Betroffenen in dieser Zeit bereits ansteckend sind.

Im besten Fall klingt die Erkrankung von selbst wieder ab. Die Chance dazu ist bei einer Hepatitis B deutlich größer: Bei 95 von 100 infizierten Personen heilt die Entzündung vollständig aus. Im Falle der Hepatitis C werden nur 15 bis 40 Prozent der Betroffenen von selbst wieder gesund.

Die anderen erkranken an einer chronischen Hepatitis, das heißt: Ihr Körper kann die Erreger nicht aus eigener Kraft wirksam bekämpfen, und die Leber entzündet sich dauerhaft. Das Lebergewebe kann dadurch derart in Mitleidenschaft gezogen werden, dass die Leber vernarbt und sich eine Zirrhose entwickelt.

Um das zu verhindern, wird eine chronische Hepatitis in der Regel mit Medikamenten behandelt, die die Viren bekämpfen. Besser ist es natürlich, die Infektion von vornherein zu verhindern. Dazu dient zum einen die verfügbare Impfung. Zum anderen ist es wichtig, die genannten Risikofaktoren so gut es geht zu meiden.

Seltenere Ursachen

Manchmal entsteht eine Leberzirrhose auch durch andere Krankheiten und Einflüsse. Beispielsweise können gewisse Medikamente die Ursache sein – oder zumindest mitverantwortlich. Zu den Arzneien, die das Risiko für eine Leberzirrhose erhöhen, gehören Krebsmedikamente wie Methotrexat und Mittel mit dem Wirkstoff Amiodaron. Weitere mögliche Ursachen einer Leberzirrhose sind:

  • Infektionen mit Bakterien oder Würmern
  • Autoimmunerkrankungen, bei denen der Körper eigenes Gewebe der Leber und Gallenblase angreift
  • dauerhafte Gallengangsentzündungen
  • Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) oder Kupferspeicherkrankheit (Morbus Wilson), wenn sich das Eisen beziehungsweise Kupfer vermehrt in der Leber anreichert
  • bestimmte Herzerkrankungen
  • Vergiftungen
  • eine durch Übergewicht verursachte Fettleber.

Rechtzeitig erkannt und behandelt ziehen diese Erkrankungen aber nicht zwangsläufig eine Leberzirrhose nach sich. Die meisten lassen sich gut mit einer gezielten Therapie in den Griff bekommen.

Im Falle der durch Übergewicht bedingten Fettleber ist sogar eine Heilung ohne Medikamente möglich, wenn die Betroffenen ein gesünderes Gewicht erreichen.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
  • Herold, G.: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln 2022
  • Online-Informationen von Deximed: www.deximed.de (Abrufdatum: 13.4.2022)
  • Online-Informationen von AMBOSS: www.amboss.com (Abrufdatum: 13.4.2022)
  • Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: www.gesundheitsinformation.de (Abrufdatum: 13.4.2022)
  • Online-Informationen des öffentlichen Gesundheitsportals Österreichs: https://www.gesundheit.gv.at/ (Abrufdatum: 13.4.2022)
  • Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.kenn-dein-limit.de (Abrufdatum: 13.4.2022)
  • Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 13.4.2022)
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