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FĂŒr diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfĂ€ltig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Deshalb steigt die Anzahl der Geburten durch Kaiserschnitte

Von dpa, t-online, jb

Aktualisiert am 17.02.2020Lesedauer: 4 Min.
Kaiserschnitt: Ein Neugeborenes, welches neben seiner Mutter liegt. Zu sehen ist eine Narbe, die durch den Eingriff entstanden ist.
HinterlÀsst eine Narbe: Die Anzahl der Kaiserschnitte hat in den letzten Jahren zugenommen. (Quelle: Westend61/imago-images-bilder)
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Ob Geburt nach Terminkalender oder Lebensretter: Der Kaiserschnitt ist lĂ€ngst eine gĂ€ngige Entbindungs-Methode. Wie sich die steigende Zahl der Eingriffe auf die Zukunft der natĂŒrlichen Geburt auswirkt und w

Das Wichtigste im Überblick


Kaiserschnitte haben zugenommen. Die steigende Anzahl dieses Eingriffs fĂŒhrt indirekt dazu, dass immer mehr Neugeborene einen zu großen Kopf fĂŒr eine natĂŒrliche Geburt haben.Das schreibt das Team um Philipp Mitteröcker von der UniversitĂ€t Wien im Fachmagazin "PNAS". Demnach passten heute zehn bis 20 Prozent mehr Kinder nicht durch den Geburtskanal als noch vor rund fĂŒnf Jahrzehnten.

Wann ist ein Kaiserschnitt notwendig?

Der Eingriff kann nötig sein, wenn das ungeborene Kind besonders groß ist, es sich um Zwillinge handelt oder bei einem vorzeitigen Platzen der Fruchtblase. Ein Kaiserschnitt kann aber auch – bis zu einem gewissen Zeitpunkt – wĂ€hrend einer laufenden natĂŒrlichen Geburt als Eingriff durchgefĂŒhrt werden. Dies wird notwendig, wenn:

  • die Mutter so erschöpft ist, dass sie das Kind aus eigenen KrĂ€ften nicht zur Welt bringen kann
  • eine Krankheit das GebĂ€ren behindert
  • die GebĂ€rmutter oder Plazenta wĂ€hrend der Geburt verletzt werden
  • die Lebensfunktionen des Kindes durch Sauerstoffmangel oder andere UmstĂ€nde bedroht sind.

Der Wunsch-Kaiserschnitt und seine Nebenwirkungen

Inzwischen gibt es aber auch den umstrittenen Wunsch-Kaiserschnitt, der bereits vor der Geburt geplant und terminlich festgelegt wird, wenn bereits Risiken oder andere GrĂŒnde bekannt sind.

Angst vor Schmerzen, vor einem Dammriss oder auch Inkontinenz sind fĂŒr viele werdende MĂŒtter ein Grund, sich lieber gleich fĂŒr einen Wunsch-Kaiserschnitt zu entscheiden. Obwohl die Komplikationsrate bei dieser Methode durch verbesserte Schnitt- und Narkosetechnik minimal ist, kann es dennoch einige Nebenwirkungen geben. Wie auch bei anderen operativen Eingriffen, birgt der Kaiserschnitt Risiken wie NarkosezwischenfĂ€lle, Blutungen oder Infektionen fĂŒr die GebĂ€rende.

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Ablauf des Kaiserschnitts

FĂŒr die OP reicht eine örtliche BetĂ€ubung aus – eine Vollnarkose erfolgt nur noch in AusnahmefĂ€llen. Damit die Frau weiterhin ein Druck- und ZuggefĂŒhl verspĂŒrt, setzen viele Ärzte als BetĂ€ubungsverfahren die PeriduralanĂ€sthesie (PDA) oder die SpinalanĂ€sthesie ein. Werdende MĂŒtter verspĂŒren bei dieser Methode keine Schmerzen mehr. Auch heftige Nebenwirkungen wie bei einer Vollnarkose entfallen. So lĂ€uft ein typischer Kaiserschnitt ab:

  • Die Schamhaare werden rasiert, weil sie KeimtrĂ€ger sind. Die Entfernung reduziert das Risiko von Wundinfenktionen.
  • Ein Blasenkatheter wird gelegt, um mögliche HarnflĂŒssigkeiten aufzufangen.
  • Ein Sichtschutz am Oberbauch wird eingerichtet, um die Sicht der Patientin auf die Wunde zu verhindern.
  • Ein Schnitt unterhalb der Schamhaargrenze wird gesetzt.
  • Schichtweise wird die Bauchdecke mit einem Skalpell geöffnet.
  • Nachdem die GebĂ€rmutter geöffnet ist, wird das Baby herausgenommen.
  • Die Nabelschnur wird durchtrennt.
  • Die GebĂ€rmutter zieht sich zusammen.
  • Die GebĂ€rmutter und die Wunde werden verschlossen.

Der Eingriff dauert meistens zwischen 15 und 30 Minuten.

Nach dem Kaiserschnitt: Ein SĂ€ugling liegt auf dem Bauch der Mutter.
Nach dem Kaiserschnitt: Um eine VerhÀrtung zu vermeiden, sollte die Narbe entsprechend gepflegt werden. (Quelle: Westend61/imago-images-bilder)

Die Nachsorge der Wunde

Nachdem die Mutter und ihr Neugeborenes in der Klinik entsprechend versorgt wurden, wird die Nachsorge der Wunde zuhause fortgesetzt. So sollen eine gleichmĂ€ĂŸige Wundheilung sowie eine unschöne Narbenbildung verhindert werden. Nach dem Eingriff können sich MĂŒtter kaum bewegen. Wichtig ist, dass sie auf ihren Körper und dessen Signale achten.

Ist die Naht verheilt, fĂŒhrt die Hebamme eine Bauchmassage durch. Diese fördert zum einen die RĂŒckbildung der GebĂ€rmutter und unterstĂŒtzt die Darmfunktion. Auch wird die Durchblutung der Wunde und somit deren Heilung gefördert. Auch RĂŒckbildungsgymnastik ist nach einem Kaiserschnitt sinnvoll.

Pflege-Tipps fĂŒr die entstandene Narbe

Nach dem Kaiserschnitt bildet sich hĂ€ufig eine Narbe. Diese fĂŒhrt entlang der Bikinizone und lĂ€sst sich daher gut und einfach verstecken. Nichtsdestotrotz sollte die Narbe gepflegt werden, damit diese nicht verhĂ€rtet und sich keine GeschwĂŒlste bilden. Am besten geeignet ist eine spezielle Narbensalbe sowie regelmĂ€ĂŸige Massagen, die die Durchblutung fördern.

Warum nimmt die Anzahl der Geburten durch Kaiserschnitte zu?

Mithilfe eines mathematischen Modells ermittelten die Forscher den Einfluss von Kaiserschnitten auf die "natĂŒrliche Auslese". FrĂŒher kam es demnach fĂŒr MĂŒtter und Kinder hĂ€ufig einem Todesurteil gleich, wenn das Neugeborene nicht durch den Geburtskanal passte. Dadurch wurden körperliche Eigenheiten wie etwa ein zu schmales Becken nicht an die nĂ€chste Generation weitergegeben.

Heute retten Kaiserschnitte in solchen FĂ€llen das Leben von Mutter und Kind. Damit werde der "Selektionsdruck" hin zu einem verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig kleineren Kopf und einem breiteren Becken außer Kraft gesetzt, sagt Mitteröcker von der UniversitĂ€t Wien.

Geburtsprobleme sind eine Folge des aufrechten Gangs

In Deutschland entschieden sich im Jahr 2017 rund 20 prozent mehr Frauen fĂŒr eine Kaiserschnittgeburt als noch im Jahr 2004. Dass der Mensch ĂŒberhaupt im Vergleich zu anderen Primaten recht hĂ€ufig Geburtsprobleme hat, liegt nach Forschermeinung am aufrechten Gang. Dadurch bekamen Frauen ein schmaleres Becken, lange bevor sich das ĂŒberdurchschnittlich große Gehirn des Homo sapiens entwickelte.

Generell sei es nichts Ungewöhnliches, dass der technologische Fortschritt Einfluss auf den Körper nehme, sagte der Anthropologe Gunz. So habe sich seit den JĂ€ger-und-Sammler-Zeiten der Kiefer des Menschen deutlich verkleinert – wegen der verĂ€nderten Nahrung. Und die Entwicklung und Verbreitung von Medikamenten habe einen starken Einfluss auf das Immunsystem und die Evolution der Krankheitserreger.

Eine Prognose zur Evolution

Außerdem lasse sich mit dem neuen Ansatz vorhersagen, wie der menschliche Körper sich wohl innerhalb von wenigen Jahrzehnten verĂ€ndern werde. KĂŒnftig werde der Anteil problematischer Geburten weiter steigen, schreiben die Forscher um Mitteröcker. Das werde "aber kaum dazu fĂŒhren, dass eines Tages alle Babys nur mehr durch Kaiserschnitt geboren werden können", sagte Mitteröcker. Denn: Auch in die andere Richtung beeinflusse der medizinische Fortschritt die Evolution. So ĂŒberlebten heute auch sehr kleine Babys, die frĂŒher wohl gestorben wĂ€ren – und können ihre Gene eines Tages weitergeben. Außerdem könnten im Bauch von Frauen nicht unbegrenzt große Kinder wachsen – das gebe der Stoffwechsel der MĂŒtter schlicht nicht her.

Wenn Sie visuell erfahren wollen, was Sie bei einem Kaiserschnitt erwartet, können Sie sich diese Art der Entbindung als Video anschauen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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