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Anaphylaktischer Schock nach Oralsex

Sperma mit Penicillin  

Anaphylaktischer Schock nach Oralsex

Von Alexandra Grossmann

17.03.2019, 09:58 Uhr
 (Quelle: ProSieben)

Allergischer Schock: Nach Oral-Sex mit ihrem Freund wurde eine Spanierin ins Krankenhaus eingeliefert und wäre beinahe gestorben. (Quelle: SAT.1)

Allergischer Schock: Frau stirbt fast nach Oral-Sex

Sex soll in erster Linie allen Beteiligten Spaß machen. Für eine 31-jährige Spanierin hätte der Akt mit ihrem Partner aber beinahe tödlich geendet. (Quelle: ProSieben)

Allergischer Schock: Nach Oral-Sex mit ihrem Freund wurde eine Spanierin ins Krankenhaus eingeliefert und wäre beinahe gestorben. (Quelle: SAT.1)


Eine Frau hat durch Penicillin im Sperma ihres Partners einen anaphylaktischen Schock erlitten, berichten Forscher. Das Antibiotikum sei durch Oralsex in den Körper der Frau gelangt. Einen solchen Fall habe es bisher noch nicht gegeben.

Eine Frau wird in die Notaufnahme einer Klinik in Alicante in Spanien eingeliefert. Der Körper der 31-Jährigen ist mit Ausschlag bedeckt, sie ist kurzatmig und leidet unter starkem Erbrechen. Die Ärzte stabilisieren die Frau und diagnostizieren einen anaphylaktischen Schock (Anaphylaxie), der tödlich verlaufen kann. Sie sei allergisch gegen Penicillin, berichtet die Frau, doch sie habe keines eingenommen.

Die Ärzte stehen vor einem Rätsel – bis sich herausstellt, dass die Frau kurz vor dem allergischen Schock Sex hatte. Und zwar Oralsex, bei dem sie das Sperma ihres Freundes geschluckt hatte. Ihr Freund wiederum hatte das Antibiotikum kurze Zeit zuvor eingenommen, um eine Mittelohrentzündung zu behandeln.

Erster bekannter Fall einer Übertragung durch Sperma

"Unseres Wissens ist dies der erste Fall, in dem von einem Verdacht auf Amoxicillin-induzierte Anaphylaxie bei einer Frau berichtet wurde, die nach einem sexuellen Kontakt mit einem Mann auftrat, der das Medikament eingenommen hatte", schreiben Nazaret Gómez Caballero, Susana Almenara und ihr Team in einem Bericht, den sie Anfang März im British Medical Journey (BMJ) veröffentlicht hatten.

Die Mediziner und Pharmakologen der Universitätsklinik in Alicante berichten weiter, dass die Studienlage zu Überempfindlichkeitsreaktionen durch im Sperma enthaltene Medikamente dünn sei. Es bestehe jedoch bei empfindlichen Menschen die Möglichkeit einer Übertragung von Allergenen durch den Geschlechtsverkehr. "Als Mediziner halten wir es für wichtig, sich sowohl bei der Diagnose als auch bei der Vorbeugung anaphylaktischer Reaktionen dessen bewusst zu sein, dass es diese Möglichkeit geben kann", so die Forscher.

Spuren von Nüssen in Sperma

2007 hatte eine 20-Jährige in Großbritannien mit einer bekannten Allergie geben brasilianische Paranüsse ebenfalls anaphylaktische Symptome nach dem Sex mit ihrem Freund entwickelt. Sie bekam Nesselsucht und litt unter Atemnot. Die Ärzte testeten daraufhin das Paar und stellten fest, dass die Frau auf den Samen allergisch reagierte, wenn der Mann Paranüsse gegessen hatte, aber nicht, wenn er dies nicht getan hatte. "Wir glauben", so die Forscher damals, "dass dies der erste Fall einer sexuell übertragbaren allergischen Reaktion ist."

Anaphylaktische Schocks können tödlich sein

Anaphylaktische Reaktionen bis hin zum Schock sind starke allergische Reaktionen auf Allergene, die zum Tod führen können. Bei Erwachsenen sind Insektengift- oder Medikamentenallergien die häufigsten Auslöser, bei Kindern sind es ebenfalls Insektenstiche sowie Nahrungsmittelallergien etwa gegen Hühnereier, Kuhmilch oder Erdnüsse.

Nüsse geraten immer wieder in die Schlagzeilen, weil machen Menschen besonders stark auf dieses Allergen reagieren. In Kanada zum Beispiel starb eine 20-Jährige nach einem Kuss, weil ihr Freund von ihrer Erdnussallergie nichts wusste. In Florida in den USA verwechselte eine 15-Jährige die Keks-Verpackung und verstarb. Dass Allergene aber durch Sperma weitergegeben werden, kommt äußerst selten vor.

Verwendete Quellen:

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