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Die Eisheiligen 2019: Das müssen Gärtner jetzt beachten

Frostgefahr noch nicht vorbei  

Darum sind die Eisheiligen wichtig für Gärtner

03.05.2019, 08:29 Uhr | dpa, jb, t-online.de

Wann stehen sie an, was verbirgt sich dahinter und ist es an den entsprechen Tagen wirklich immer kalt? (Screenshot: imago)
Eisheilige: Wann sie kommen und was sie bedeuten

Wann stehen sie an, was verbirgt sich dahinter und ist es an den entsprechen Tagen wirklich immer kalt?

Eisheilige: Wann stehen sie an, was verbirgt sich dahinter und ist es an den entsprechen Tagen wirklich immer kalt? (Quelle: t-online.de)


Alte Bauernregeln sind für Gärtner noch heute Gold wert. Zum Beispiel die Sprichwörter, die es zu den Eisheiligen gibt: Erst nach deren Namenstagen Mitte Mai drohen in Deutschland in der Regel keine Fröste mehr. Doch was bedeutet das für das Gärtnern?

Die eifrig auf der Fensterbank gezogene Tomatenpflanze oder die über Tage liebevoll gepflegten Stecklinge: Trotz des seit einigen Tagen vorherrschenden schönen Wetters und der beständigen Temperaturen sollten Sie diese empfindlichen Pflanzen noch nicht nach draußen setzen. Denn auch jetzt können noch Nachtfröste drohen: Die Eisheiligen stehen an.      

Wann sind die Eisheiligen?

Einige Bauernregeln haben ihre Gültigkeit bis heute nicht verloren. Sie liefern noch immer Hobbygärtnern Hinweise zur Pflege ihrer Pflanzen. Dazu gehören die Bauernregeln zu den Eisheiligen, deren Namenstage Mitte Mai im Kalender stehen: Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sofie bilden vom 11. bis 15. Mai die Reihenfolge – wenn auch mit regionalen Unterschieden. Denn in Norddeutschland gelten laut dem Deutschen Wetterdienst Mamertus, Pankratius und Servatius (11. bis 13. Mai) als Eisheilige. Im Süden und Südosten werden – neben Pankratius und Servatius – auch Bonifatius (14. Mai) und die "Kalte Sofia" (15. Mai) dazu gezählt.

Statistiken zeigen, dass sich die Temperaturschwankungen im Mai zeitlich etwas nach hinten verschoben haben. So sollten Sie bis einschließlich zum 27. Mai noch mit Nachtfrösten rechnen.

Meteorologischer Hintergrund
Im Mai ist der Kontinent zwar bereits schon erwärmt, das Meer jedoch noch nicht. Durch entsprechende Winde kann es zu Temperaturdifferenzen kommen, die für einen kurzzeitigen Kälteeinbruch und sogar Nachtfrösten auf dem Festland sorgen können.

Was besagen die Bauernregeln zu den Eisheiligen?

Bauernregeln geben Erfahrungswissen aus vielen Jahrhunderten weiter und zeigen meteorologische Wahrscheinlichkeiten an. Die zu den Eisheiligen spielen auf die Fröste an, die bis Mitte Mai in Deutschland vorkommen können. Für empfindliche Pflanzen können sie verheerende Folgen haben: Sie erfrieren.

Eines der Sprichwörter lautet: "Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz". Und in Süddeutschland heißt es gereimt: "Pankrazi, Servazi und Bonifazi sind drei frostige Bazi. Und zum Schluss fehlt nie die Kalte Sophie" – wobei "Bazi" in Süddeutschland als Wort für einen durchtriebenen Burschen verstanden wird.

Wie können Pflanzen geschützt werden?

Wenn Sie schon jetzt Pflanzen ins Beet gesetzt haben, sollten Sie diese vor den Eisheiligen schützen. Das gilt auch für etwas robustere Gewächse. Denn unter Umständen können die plötzlich auftretenden Temperaturschwankungen starke Schäden an empfindlicheren Pflanzenteilen anrichten. 

Für den kurzzeitigen Kälteschutz reichen Vlies oder Reisig aus. Auch spezielle Folien können die Pflanzen vor dem Nachtfrost schützen. Denken Sie aber daran, dass diese Mittel nur eine zeitlich begrenzte Lösung sind. Die Pflanzen benötigen in der Wachstumsphase viel Licht, um robust werden zu können. Darüber hinaus kann sich schnell zu viel Feuchtigkeit unter der Plane sammeln und ein Luftstau kann entstehen.

Kopfsalat unter Gartenvlies: Gemüse sollte vor den Eisheiligen geschützt werden.  (Quelle: imago images/Chromorange)Kopfsalat unter Gartenvlies: Gemüse sollte vor den Eisheiligen geschützt werden. (Quelle: Chromorange/imago images)

Welche Pflanzen können schon vor den Eisheiligen ins Freie?

Trotz der drohenden Nachtfröste können bestimmte Gewächse schon vor den Eisheiligen ins Freie. Zu ihnen zählen beispielsweise

  • Bellis,
  • Primeln,
  • Stiefmütterchen,

sowie Frühblüher wie

  • Blausternchen
  • Hyazinthen
  • Maiglöckchen
  • Märzenbecher
  • Ranunkeln
  • Strahlen-Anemone
  • Tulpen
  • Zierlauch.

Auch einige Gemüsesorten überstehen die kurzzeitigen Nachtfröste Mitte Mai:

  • Erbsen
  • Kresse
  • Möhren
  • Radieschen
  • Spinat

Welche Pflanzen sollten nach den Eisheiligen gepflanzt werden?

Nach den Eisheiligen startet die Pflanzsaison: Nach und nach können die kleinen, auf der Fensterbank vorgezogenen Gemüse- und Blühpflanzen ins Beet und in den Balkonkasten gepflanzt werden. Alle gekauften, nicht winterharten Kräuter sowie Dahlienknollen und viele weitere Blühpflanzen können nun ebenfalls auspflanzt werden. Und die Kübelpflanzen kommen aus dem Winterlager ins Freie.

Zu den Gewächsen, die erst Ende Mai nach draußen gestellt werden sollten, zählen:

  • Begonien
  • Dahlien
  • Geranien
  • Gladiolen
  • Oleander
  • Petunien

sowie folgende Gemüsesorten:

  • Bohnen
  • Gurken
  • Paprika
  • Tomaten
  • Zucchini 

Auch nicht alle Kräuter vertragen Nachtfröste. Setzen Sie daher erst nach den Eisheiligen Gewächse wie

  • Basilikum.
  • Petersilie und
  • Schnittlauch

nach draußen. 

Mediterrane, tropische sowie subtropische Pflanzen werden erst nach den Eisheiligen nach draußen gestellt. 

Sind diese Regeln noch aktuell?

Ja und nein. Die Reime und Regeln waren früher Hilfen, an denen sich Landwirte grob orientieren konnten. Heute gibt es wissenschaftlich ausgeklügelte Wettervorhersagen, auf die sich Gartenbesitzer besser verlassen können. Im Grunde braucht man die Regeln also nicht mehr.

Außerdem macht der Klimawandel so manche alte Regel inzwischen ungenau: Die Witterungsverhältnisse und ihre Regelmäßigkeiten haben sich im Verlauf des 20. und 21. Jahrhunderts verschoben. So beginnt die Vegetationsperiode der Pflanzen heute bis zu drei Wochen früher, erklärt die Bayerische Gartenakademie. Und laut Untersuchungen des Deutschen Wetterdienstes liegt vor allem in Süddeutschland das Risiko von Kaltlufteinbrüchen Mitte Mai heute bei deutlich unter 50 Prozent.


Aber zugleich lässt sich auch sagen: Ein paar Bauernregel zu kennen und zu beherzigen, schadet nicht. So hilft es sicher, grobe Zeiträume, in denen sich die Witterung häufig stark verändert wie Anfang bis Mitte Mai zu verinnerlichen und die Gartengestaltung erst anschließend zu planen. Denn erst danach beginnt die Hauptpflanzperiode. Wagt man sich mit empfindlichem Grün zu früh hinaus ins Freie, kann es erfrieren – gerade dann, wenn man nicht den täglichen Wetterbericht im Blick haben will und kann.

Verwendete Quellen:
  • dpa
  • eigene Recherche

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