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Babybrei im Test: Nur diese drei Produkte sind "gut"

Von dpa-tmn
Aktualisiert am 31.08.2019Lesedauer: 3 Min.
Babybrei: Mit rund einem halben Jahr sind S├Ąuglinge reif f├╝r Breikost.
Babybrei: Mit rund einem halben Jahr sind S├Ąuglinge reif f├╝r Breikost. (Quelle: Christin Klose/dpa-tmn)
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Bei Beikost greifen viele Eltern zu Fertigprodukten. In einer neuen Untersuchung schneiden solche Breie aber gr├Â├čtenteils nur m├Ą├čig ab. Eltern sollten nicht nur deshalb stets vorkosten ÔÇô aus gutem Grund.

Sie sollen eine Stillmahlzeit ersetzen und S├Ąuglinge mit wichtigen N├Ąhrstoffen versorgen: Wenn es um die abendliche Beikost ab dem sechsten Lebensmonat geht, setzen viele Eltern auf Milch-Getreide-Breis. In einer Untersuchung der Stiftung Warentest schnitten viele dieser Produkte aber nur m├Ą├čig ab ("test", 9/19).

Kritikpunkte waren falsche Etikettangaben und teils zu hohe Schadstoffmengen, aber auch: zu viel Zucker und Zus├Ątze, die eine Vorliebe f├╝r S├╝├čes wecken k├Ânnten.

Kritik: zugesetzte Fruchtpulver

Konkret kritisiert werden etwa zugesetzte Fruchtpulver aus Apfel, Birne oder Bananen. Das sorge f├╝r einen s├╝├čen und mitunter k├╝nstlich fruchtigen Geschmack, hei├čt es. Kinder- und Jugendmediziner Berthold Koletzko r├Ąt Eltern darum zum Vorkosten: "Probiert es selbst. Wenn es sehr s├╝├č schmeckt, ist es f├╝r euer Kind ungeeignet", beschreibt der Leiter der Abteilung Stoffwechsel und Ern├Ąhrung am Haunerschen Kinderspital in M├╝nchen in der "test"-Zeitschrift.

"Das Problem an zu viel Zucker im Brei ist, dass das zu einer sehr fr├╝hen Gew├Âhnung an einen starken S├╝├čgeschmack f├╝hrt", erkl├Ąrt Maria Flothk├Âtter, Leiterin des Netzwerks Gesund ins Leben. "Gerade das erste Lebensjahr ist hier pr├Ągend." Generell empfehle man, auf Produkte mit Aromen ganz zu verzichten, so Flothk├Âtter. F├╝r die Geschmackpr├Ągung sei es g├╝nstiger, wenn S├Ąuglinge den nat├╝rlichen Geschmack von Lebensmitteln kennen lernen.

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So viel Zucker ist in Ordnung

Aber wie viel Zucker ist zu viel? "Der Zuckergehalt sollte sich an dem originalen Vollmilch-Getreide-Brei-Rezept vom Forschungsinstitut f├╝r Kinderern├Ąhrung orientieren", empfiehlt Flothk├Âtter. Das seien etwa f├╝nf bis sieben Prozent. Die Zahl bezieht sich auf die Zuckermenge, die in den Zutaten Milch und Obst enthalten ist. So seien etwa zehn Gramm Zucker auf 100 Gramm Fertigbrei bereits zu viel.

Nehmen S├Ąuglinge zu viel Zucker zu sich, erh├Âht sich au├čerdem das Risiko f├╝r Karies und Fettleibigkeit, so Flothk├Âtter.

Tipp: Wer skeptisch gegen├╝ber Fertigkost ist, kann Babybrei auch selbst anr├╝hren. Kompliziert ist das nicht: 200 Milliliter Vollmilch (3,5 Prozent Fett) werden in einem Topf mit 20 Gramm zarten Haferflocken verr├╝hrt. Diese Mischung l├Ąsst man aufkochen und drei Minuten k├Âcheln, danach abk├╝hlen. Abschlie├čend gibt man 20 Gramm zerdr├╝cktes Obst dazu.

Nur drei Produkte sind "gut"

Es schnitten nur zwei von zw├Âlf getesteten Produkten zum Selbstanr├╝hren "gut" ab: der "Bio-Milchbrei Gute Nacht Kinderkeks" von Hipp (Gesamtnote 1,9) und der "Babylove Bio Milchbrei Grie├č" von dm (2,1). Acht waren "befriedigend" und zwei "ausreichend". Unter den fertigen Brei-Gl├Ąschen bekam nur der "Abendbrei Grie├čbrei pur" von Alnatura die Note "Gut" (2,4), au├čerdem gab es hier viermal ein "Befriedigend" und zweimal ein "Ausreichend".

W├Ąhrend im Test einige Breie an Aromen oder Zucker zu viel enthielten, war von wichtigen Inhaltsstoffen mitunter zu wenig drin: ein Gro├čteil der Produkte lieferte etwa zu wenig Eisen, das laut dem "test"-Bericht im zweiten Lebenshalbjahr wichtig f├╝r das Kind sei.

Etikett kann Eltern in die Irre f├╝hren

Missverst├Ąndliche Etikettangaben k├Ânnten Eltern dazu verleiten, ihren Kindern zu fr├╝h Beikost zu geben. Knapp die H├Ąlfte der Produkte wirbt auf der Verpackung mit der Angabe "nach dem 4. Monat".


Laut Empfehlung des Netzwerks Gesund ins Leben ist es fr├╝hestens mit Beginn des f├╝nften Monats und sp├Ątestens mit Beginn des siebten Monats Zeit f├╝r die erste Beikost. Das sollte erstmal nur Gem├╝sep├╝ree sein, das man sp├Ąter mit Kartoffeln und ein wenig ├ľl und in der Folge noch mit Fleisch oder Fisch mischt. Als zweite Beikost k├Ânnten Eltern rund einen Monat sp├Ąter den Milch-Getreide-Brei einf├╝hren, das Baby sollte dann zwischen sechs und acht Monate alt sein.

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