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Eindeutiger Trend: Warum werden Deutschlands Mütter immer älter?

Eindeutiger Trend  

So alt sind Mütter heutzutage beim ersten Kind

15.09.2020, 10:09 Uhr | dpa, t-online, cch

Eindeutiger Trend: Warum werden Deutschlands Mütter immer älter?. Geburtenzahlen: In den 1970er-Jahren waren die westdeutschen Frauen bei der Geburt des ersten Kindes im Durchschnitt noch 25 Jahre alt. (Quelle: Getty Images/Trendsetter Images / EyeEm)

Geburtenzahlen: In den 1970er-Jahren waren die westdeutschen Frauen bei der Geburt des ersten Kindes im Durchschnitt noch 25 Jahre alt. (Quelle: Trendsetter Images / EyeEm/Getty Images)

Die Geburtenrate in Deutschland ging zuletzt etwas zurück. Zugleich bekommen Frauen ihr erstes Kind immer später im Leben. Was sind die Ursachen? Gibt es regionale Unterschiede? Und wo steht Deutschland im europäischen Vergleich?

Frauen sind in Deutschland bei der Geburt des ersten Kindes zunehmend älter. Im vergangenen Jahr bekamen Mütter ihr erstes Baby laut Statistischem Bundesamt im Durchschnitt mit 30,1 Jahren. Zehn Jahre zuvor lag dieser Wert noch bei 28,8 Jahren. Und in den 1970er Jahren waren die westdeutschen Frauen bei der Geburt des ersten Kindes im Durchschnitt noch keine 25 Jahre alt, in der DDR sogar noch nicht einmal 22 Jahre. "Das Erstgeburtsalter steigt kontinuierlich. Das ist ein eindeutiger Trend, der sich immer dynamischer entwickelt", sagt Martin Bujard, Forschungsdirektor beim Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB).

Warum werden Deutschlands Mütter immer älter?

Aber woran liegt es, dass Frauen hierzulande immer später Mütter werden? Ein Grund sei, dass sich auch der Berufseintritt nach hinten verschiebe. "Kinderwünsche werden oft erst dann angegangen, wenn beide beruflich Fuß gefasst haben." Besonders deutlich werde das bei Akademikerinnen: Nach Angaben Bujards sind diese bei der ersten Geburt im Schnitt 32 Jahre alt. Dazu komme, dass mehr als die Hälfte mit 35 Jahren noch kinderlos sei. "Leider wird eine frühe Elternschaft immer noch häufig auf dem Arbeitsmarkt bestraft."

Bujard zufolge nimmt vor allem bei Frauen im Alter zwischen 35 und 40 Jahren die Anzahl der Erstgeburten zu. "Früher waren Frauen, die mit über 40 Jahren ihr erstes Kind bekommen haben, die absolute Ausnahme. Inzwischen kommt das ab und zu vor." Generell bekommen Frauen über 40 Jahren immer häufiger Nachwuchs – ob nun das erste Kind oder ein weiteres.

Deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern

Mit 28,9 Jahren waren 2019 Frauen in Sachsen-Anhalt bei der ersten Geburt am jüngsten. Hamburger Mütter waren mit 31,2 Jahren am ältesten. "Das ist der Großstadteffekt, wo sich viele Akademikerinnen sammeln. Ähnliche Werte gibt es in Stuttgart, Frankfurt oder auch in Universitätsstädten wie Heidelberg", so Bujard. Und: Auch wenn sich der Osten schon sehr an den Westen angeglichen habe, seien die Zahlen dort vielerorts noch etwas niedriger.

Und wie steht es generell um die Geburtszahlen in Deutschland? Laut Statistik wurden 2019 rund 778.100 Babys geboren, etwa 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau lag bei 1,54 Kindern, 2018 waren es noch 1,57. Diese Geburtenrate nahm laut Statistik in 14 von 16 Bundesländern ab. Lediglich in Bayern (1,55) und Bremen (1,60) blieb sie unverändert auf dem Vorjahresniveau.

"In den kleinen Rückgängen bei den absoluten Zahlen und bei der Geburtenrate sehe ich keinen Trend, sondern eher eine Seitwärtsbewegung", sagte Bujard. Und tatsächlich lag die Geburtenrate auch schon mal deutlich niedriger: 1994 bekamen die Frauen in Deutschland durchschnittlich 1,24 Kinder.

Erstgeburtsalter im europäischen Vergleich

Im EU-weiten Vergleich lag Deutschland zuletzt im Mittelfeld. Nach Zahlen des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) für 2018 wurde in Frankreich mit 1,88 Kindern je Frau die höchste Geburtenrate registriert, gefolgt von Schweden (1,76), die niedrigste mit 1,23 auf Malta. Deutschland lag mit 1,57 auf Platz 13.

Mit dem Trend, dass Mütter bei ihrem ersten Kind immer älter sind, steht Deutschland nicht allein da. Den Daten von Eurostat zufolge lag das durchschnittliche Alter beim ersten Kind in ganz Europa 2013 bei 28,8 Jahren, 2018 schon bei 29,3. Die Mütter in Italien waren bei der Geburt ihres ersten Kindes mit 31,2 Jahren am ältesten, dicht gefolgt von spanischen Müttern (31 Jahre). In Rumänien und Bulgarien waren sie mit 26,7 beziehungsweise 26,2 Jahren am jüngsten.

Verwendete Quellen:

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