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Studie: Kein Risiko von Frühgeburt wegen früherer Abtreibung

Studie: Kein Risiko von Frühgeburt wegen früherer Abtreibung

10.07.2013, 14:28 Uhr | AFP

Studie: Kein Risiko von Frühgeburt wegen früherer Abtreibung. Schwanger nach einer früheren Abtreibung: Moderne Abbruchmethoden senken das Risiko einer Frühgeburt.  (Quelle: imago images)

Schwanger nach einer früheren Abtreibung: Moderne Abbruchmethoden senken das Risiko einer Frühgeburt. (Quelle: imago images)

Frauen, die abgetrieben haben, müssen deshalb bei einer späteren neuen Schwangerschaft kein höheres Risiko für eine Frühgeburt befürchten. Zumindest gilt dies offenbar dann, wenn die Abtreibung nach modernen medizinischen Methoden erfolgte, wie eine Untersuchung ergab. Die Methoden haben sich in den letzten 30 Jahren schließlich gewaltig verändert.

Forscher der Universität Cambridge hatten für ihre Studie Daten über Abtreibungen und Schwangerschaften in Schottland in einer Zeitspanne von drei Jahrzehnten ausgewertet und ihre Ergebnisse im im internationalen Fachmagazin "PLOS Medicine" veröffentlicht.

Moderne Abtreibungsmethoden entschärfen Risiko

Der Studie zufolge stellte noch in den 80er Jahren eine Abtreibung ein erhebliches Risiko dar, dass es bei einer späteren Schwangerschaft zu einer Frühgeburt kommen konnte. Dieses Risiko sei inzwischen verschwunden - offenbar als Folge der moderneren Abtreibungsmethoden, konstatierten die Wissenschaftler.

Die Forscher nahmen für die Studie Daten über insgesamt 757.060 Geburten von erstgeborenen Kindern in den Jahren 1980 bis 2008 unter die Lupe. Dabei kam heraus, dass zwischen 1980 und 1983 das Risiko einer Frühgeburt bei Frauen mit einem früheren Schwangerschaftsabbruch noch um 30 Prozent höher lag als bei anderen werdenden Müttern. Dieser Risikofaktor nahm jedoch bis in die 90er Jahre auf zehn bis 20 Prozent ab. Ab dem Jahr 2000 war dann gar kein erhöhtes Risiko mehr festzustellen.

Medikamentös statt chirurgisch

Die Wissenschaftler vermuten, dass das Risiko einer späteren Frühgeburt vor allem durch eine rein chirurgische Abtreibung - ohne Einsatz von Medikamenten - erzeugt wird. Diese Methode war besonders in den 80er-Jahren üblich. Zwischen 1992 und 2008 nahm nach ihrer Untersuchung in Schottland der Anteil von rein operativ vorgenommenen Abtreibungen von 31 Prozent auf 0,4 Prozent ab. Zugleich stieg der Anteil rein medikamentöser Schwangerschaftsabbrüche - also ohne jeglichen chirurgischen Eingriff - von 18 auf 68 Prozent. Diese Methode mit einer Hormongabe schützt die Gebärmutter vor Verletzungen mit dauerhaften Folgen, was wiederum die Erfolgsaussichten für eine weitere Schwangerschaft enorm erhöht.

Einen direkten Nachweis für die Verbindung zwischen der Abbruchmethode und der späteren Frühgeburt konnten die Forscher allerdings nach eigenen Angaben nicht liefern. Dafür fehlten ihnen in den einzelnen Fällen die Daten über die Abtreibungsverfahren, die bei den jeweiligen Frauen angewendet worden waren. Die Autoren der Studie sind sich jedoch sicher, dass die weltweite Modernisierung von Abtreibungsmethoden "eine effektive Langzeitstrategie sein kann, um künftig die Quoten von Frühgeburten zu reduzieren". Rund 40 Millionen Abtreibungen werden weltweit pro Jahr vorgenommen.

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