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Wie gefÀhrlich ist Fahrstuhlfahren in der Pandemie?

  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen

Aktualisiert am 19.02.2022Lesedauer: 4 Min.
Fahrstuhlfahren: In AufzĂŒgen lauern viele Infektionsquellen.
Fahrstuhlfahren: In AufzĂŒgen lauern viele Infektionsquellen. (Quelle: rudi_suardi/getty-images-bilder)
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Im BĂŒro, im Einkaufszentrum und in vielen WohnhĂ€usern gibt es AufzĂŒge, um die Etagen leichter zu erreichen. In der Corona-Pandemie erweisen sie sich allerdings als Infektionsherde.

Das Wichtigste im Überblick


  • Welche Gefahren lauern im Fahrstuhl?
  • Wie können Sie sich schĂŒtzen?
  • Was können Fahrstuhlbetreiber fĂŒr mehr Sicherheit tun?
  • Wie sicher ist die Rolltreppe als Alternative?

In SupermĂ€rkten und in öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es eine Maskenpflicht, weil der Mindestabstand von 1,50 Metern hĂ€ufig nicht eingehalten werden kann und eine Infektion mit dem Coronavirus droht. Doch wie ist die Situation in AufzĂŒgen, die hĂ€ufig eng und stickig sind?


10 Tipps: So schĂŒtzen Sie sich in Bus und Bahn vor Corona

Maskenpflicht wegen Corona: Aktuell gilt in allen Bussen, Bahnen und ZĂŒgen eine Maskenpflicht. Das bedeutet, Sie mĂŒssen Mund und Nase bedecken. Geeignet dafĂŒr sind OP-Masken, selbst genĂ€hte Stoffmasken oder auch die Bedeckung mit Schals und TĂŒchern.
Tickets online kaufen: Der Kauf von Tickets beim Fahrer ist in den meisten Regionen derzeit nicht möglich. Es ist aber deshalb nicht erlaubt, ohne gĂŒltigen Fahrschein zu fahren. Sie können fĂŒr den Ticketkauf die Online-Angebote vorab nutzen oder die Fahrscheine per App erwerben.
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Welche Gefahren lauern im Fahrstuhl?

Mehreren Medienberichten zufolge soll eine Frau in China im Juli 2020 insgesamt 71 Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben. Allerdings ohne direkten Kontakt: Wissenschaftler vermuteten, dass sich alle ĂŒber den Fahrstuhl des Hochhauses angesteckt haben, in dem die Frau lebt. Denn die Frau soll sich an die QuarantĂ€ne gehalten und den Aufzug ausschließlich alleine genutzt haben. Die Viren scheinen sich also im Fahrstuhl gehalten zu haben, um schließlich die nĂ€chsten FahrgĂ€ste zu infizieren. Das zeigt auch eine chinesische Fallstudie, die zu dem Schluss kommt, dass die Infektionen "durch den Aufzug des GebĂ€udes, in dem sie lebten" stattgefunden haben.

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Eberhard Bodenschatz ist Professor fĂŒr Fluidphysik, Strukturbildung und BiokomplexitĂ€t am Max-Planck-Institut. Er erforscht dort die Verbreitung von Aerosolen und sagte dem NDR im vergangenen Herbst: "In AufzĂŒgen hat man nicht nur das Problem, dass es sehr enge RĂ€ume sind, sie sind außerdem oft schlecht oder gar nicht belĂŒftet." ZusĂ€tzlich seien viele Anwohner allein wegen der hohen Anzahl an Stockwerken hĂ€ufig auf die Nutzung von AufzĂŒgen angewiesen.

Auch das Robert Koch-Institut (RKI) weist darauf hin, dass sich vor allem die Aerosole, die zur Verbreitung des Coronavirus beitragen, lĂ€ngere Zeit in der Luft halten können und sich in geschlossenen RĂ€umen besonders gut verteilen. "Der lĂ€ngere Aufenthalt in kleinen, schlecht oder nicht belĂŒfteten RĂ€umen kann die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch Aerosole auch ĂŒber eine grĂ¶ĂŸere Distanz als zwei Metern erhöhen, insbesondere dann, wenn eine infektiöse Person besonders viele kleine Partikel (Aerosole) ausstĂ¶ĂŸt und exponierte Personen besonders tief einatmen", heißt es vom RKI.

So könnte es dazu kommen, dass selbst der Mindestabstand keinen ausreichenden Schutz mehr vor dem Coronavirus bietet. Da sich die Aerosole ĂŒber eine unbestimmte Zeit in der Raumluft des Fahrstuhls halten können, ist auch dann eine Infektion nicht ausgeschlossen, wenn Sie alleine mit dem Lift fahren, vor Ihnen aber eine infizierte Person den Aufzug genutzt hat.

ZusĂ€tzlich sei auch eine Übertragung des Virus ĂŒber kontaminierte OberflĂ€chen, wie beispielsweise die Knöpfe oder Haltegriffe im Fahrstuhl, nicht auszuschließen.

Wie können Sie sich schĂŒtzen?

GrundsĂ€tzlich wĂ€re es natĂŒrlich am sichersten, AufzĂŒge generell zu meiden. Nehmen Sie die Treppe, wann immer es möglich ist und halten Sie auch in engen TreppenaufgĂ€ngen Abstand zu anderen Menschen. Wenn Sie einen Fahrstuhl nutzen, hilft natĂŒrlich auch hier das Tragen einer (medizinischen) Maske, um einerseits weniger Aerosole auszustoßen und andererseits auch weniger einzuatmen.

Sollte sich die Fahrt mit dem Aufzug nicht vermeiden lassen, gibt zudem beispielsweise der Hersteller "Schindler" bereits im Herbst 2020 einige Hygiene-Tipps:

  • Halten Sie Abstand zu anderen FahrgĂ€sten, nehmen Sie im Zweifel lieber den nĂ€chsten Lift.
  • Fahren Sie bevorzugt allein in einer Kabine.
  • Wenn Sie die Tasten oder den Handlauf berĂŒhren mĂŒssen, meiden Sie den direkten Kontakt und schĂŒtzen Sie sich beispielsweise mit einem Taschentuch oder Ihrem JackenĂ€rmel.
  • Versuchen Sie, Niesen oder Husten bis zum Ausstieg aus dem Aufzug zu unterdrĂŒcken.
  • BerĂŒhren Sie die AufzugstĂŒren möglichst nicht.
  • Vermeiden Sie es, etwas auf dem Boden abzustellen, da sich auch dort Keime befinden können.
  • Waschen Sie sich nach der Nutzung die HĂ€nde oder verwenden Sie Desinfektionsmittel.

Ähnliche Tipps gibt auch der Hersteller "Thyssenkrupp Elevator". Er rĂ€t zusĂ€tzlich dazu, möglichst jeden Kontakt zu AufzugswĂ€nden zu vermeiden und hat eine Grafik mit RatschlĂ€gen zur Corona-Krise erstellt:

(Quelle: thyssenkrupp Elevator)

Was können Fahrstuhlbetreiber fĂŒr mehr Sicherheit tun?

"Thyssenkrupp Elevator" gibt zusĂ€tzlich auch Tipps fĂŒr Aufzugbetreiber, wie sie ihre FahrstĂŒhle sicherer gestalten können.

  • Die AufzugtĂŒren sollten möglichst lange geöffnet bleiben, damit die Luft zirkulieren kann. Das sollte vor allem dann passieren, wenn der Aufzug nicht in Betrieb ist oder gereinigt wird.
  • AufzĂŒge sollten verstĂ€rkt gereinigt werden, im besten Fall einmal stĂŒndlich.
  • Die Reinigung sollte geschultes Personal durchfĂŒhren, das nicht selbst zur Risikogruppe zĂ€hlt.

Die Fahrstuhlhersteller haben zudem verschiedene Hygiene-Lösungen entwickelt, die fĂŒr mehr Sicherheit in den FahrstĂŒhlen sorgen könnten. Beispielsweise gibt es Luftreinigungssysteme in den Aufzugskabinen und automatische Handlauf-Desinfizierung. FĂŒr die Luftreinigung gibt es unter anderem spezielle Filteranlagen und UV-basierte Lösungen, wie "Thyssenkrupp Elevator" berichtet. Hinzu kommen verschiedene Technologien, die ohne BerĂŒhrungen auskommen. Allerdings sind die verschiedenen Technologien in den meisten FahrstĂŒhlen bisher noch nicht verbaut.

Wie sicher ist die Rolltreppe als Alternative?

Da um Rolltreppen herum zumeist ein grĂ¶ĂŸerer Raum gegeben ist, als im Fahrstuhl, sinkt die Gefahr, sich ĂŒber Aerosole anzustecken, natĂŒrlich. Allerdings können Viren auch auf den HandlĂ€ufen der Rolltreppen haften und dort je nach Material einige Stunden ĂŒberleben.

Hersteller "Schindler" weist trotzdem darauf hin, dass Sie mithilfe des Handlaufs einen sicheren Stand auf der Rolltreppe haben und nicht stĂŒrzen. "Wenn Sie die Tipps zur Handhygiene beachten, gehen Sicherheit und Gesundheit so bestens zusammen", heißt es von dem Unternehmen. Sie sollten daher sich und andere Menschen nicht im Gesicht oder an den HĂ€nden berĂŒhren, bevor sie sich nach der Fahrt grĂŒndlich die HĂ€nde gewaschen haben. GrundsĂ€tzlich sollten Sie auch auf Rolltreppen auf Abstand und Husten- und Niesetikette achten.

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ZusÀtzlich gebe es laut Schindler mittlerweile HandlÀufe, die mithilfe von UV-Licht zu fast 100 Prozent von Viren, Bakterien und Pilzen befreit werden. Doch auch diese Technologie ist bisher kaum verbaut.

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