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Günstig reisen – das Für und Wider von Fernbussen

Europa erkunden  

Günstig reisen – das Für und Wider von Fernbussen

07.01.2020, 13:32 Uhr | Jule Zentek, dpa

Günstig reisen – das Für und Wider von Fernbussen. Flixbus in London: Der Anbieter ist in vielen Ländern Europas unterwegs.  (Quelle: dpa/FlixMobility)

Flixbus in London: Der Anbieter ist in vielen Ländern Europas unterwegs. (Quelle: FlixMobility/dpa)

Europa lässt sich auch ohne Flugzeug, Bahn oder eigenes Auto entdecken, und das ziemlich günstig – mit einem Fernbus. Doch die Busreise kann nicht nur wegen der langen Fahrzeit unangenehm werden.

Das Zugticket war teuer, der nächste Flughafen zu weit weg, außerdem stand kein Auto parat – doch das Wochenende im belgischen Antwerpen wollte sich Anja Beckmann trotzdem nicht entgehen lassen. Die Reisebloggerin begab sich auf die Suche nach einer schnellen, preiswerten und umweltfreundlichen Alternative. Nach einer kurzen Recherche hatte sie die Lösung: ein Fernbus.

Mit der Bahn hätte Beckmann zweimal umsteigen müssen. Der Reisebus von Flixbus fuhr direkt von ihrem Wohnort Mönchengladbach bis Antwerpen durch – und zwar für 20 Euro hin und zurück.

Europa mit dem Fernbus erkunden? Das klingt für viele kompliziert. Dabei sind heute jede Menge Reiseziele im europäischen Ausland gut mit dem Fernbus erreichbar. Marktführer ist Flixbus. Der Anbieter hat 2019 den Konkurrenten Eurolines übernommen. Daneben relevant sind Blablabus, Deinbus.de, IC Bus von der Deutschen Bahn und Regiojet.

Schnäppchen für Frühbucher

Die Tickets erhält man am schnellsten online oder per App. Wer einen günstigen Preis erwischen will, sollte so früh wie möglich buchen. Ein paar Euro lassen sich außerdem sparen, wenn man zu eher weniger beliebten Abfahrts- oder Ankunftszeiten bucht, beispielsweise eine Fahrt mit Ankunft in der Nacht. Ab 19 Euro kommt man so zum Beispiel von Düsseldorf nach Paris.

Bei der Buchung zählen aber nicht nur Preis und Abfahrtszeit, sondern auch Fahrdauer und Zahl der Umstiege. Oft sind Strecken mit einer langen Fahrzeit aufgrund mehrerer Umstiege günstiger als eine Direktverbindung.

Kombi-Angebot für fünf Reiseziele

Flixbus macht für Europareisen das Angebot "InterFlix": Für 99 Euro lassen sich fünf Städte in ganz Europa kombinieren, unabhängig davon, wie weit Start- und Zielort voneinander entfernt liegen. Auch der Flixtrain, das Zugangebot von Flixbus, kann genutzt werden.

Wer sich für einen Fernbus entscheidet, hat unterwegs viel Zeit, den Aufenthalt vor Ort zu planen. In den Bussen gibt es in der Regel Steckdosen und kostenloses WLAN. Bei Flixbus und Blablabus lassen sich vorab kostenpflichtig bestimmte Sitzplätze reservieren. Generell ist aber jedem Passagier ein Sitzplatz garantiert.

Nichts für strikte Zeitpläne und schwache Blasen

Ein Europa-Trip mit dem Fernbus hat auch seine Nachteile. Zum einen ist zeitliche Flexibilität gefragt. Verspätungen sind recht häufig, weil der Bus immer mal länger im Stau stehen kann.

Ein weiteres Problem ist verlorenes Gepäck. "Die meisten Unternehmen zwingen die Passagiere, ihr Gepäck im Frachtraum zu lagern", sagt Johannes Parwulski, Jurist beim Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ). Die Frachträume sind jedoch nicht einsehbar und werden bei Zwischenstopps geöffnet, damit die Aussteigenden ihr Gepäck entnehmen können. Dabei kommt es häufig zu Diebstählen.

Reisen ohne Toilette

In den Pausen kann man sich kurz die Beine vertreten oder auf dem Rastplatz zur Toilette gehen. Die Toilette im Bus wird auf langen Strecken oft gesperrt, weil sie nur eine begrenzte Kapazität hat und während der Fahrt nicht geleert werden kann. "Gerade für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen sind Fernbusreisen nicht unbedingt komfortabel", sagt Parwulski.

Auch Anja Beckmann musste auf ihrer Fahrt nach Antwerpen eine gesperrte Toilette erdulden. Diese Erfahrung hat ihre künftigen Reisepläne nachhaltig beeinflusst: Sie wird erst einmal nur Ziele in näherer Umgebung mit dem Fernbus bereisen. Ganz oben auf der Liste stehen aktuell die Niederlande, Belgien und Frankreich.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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