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In Norwegen: Erstes Unterwasserrestaurant Europas eröffnet

Schlemmen unter Wasser  

Hier hat Europas erstes Unterwasserrestaurant eröffnet

16.06.2019, 14:55 Uhr | AFP

In Norwegen: Erstes Unterwasserrestaurant Europas eröffnet. Ein atlantischer Lachs im norwegisches Gewässer: Solche und andere Lebewesen können die Besucher von "Under" künftig beim Essen beobachten. (Quelle: imago images/lickwinkel)

Ein atlantischer Lachs im norwegisches Gewässer: Solche und andere Lebewesen können die Besucher von "Under" künftig beim Essen beobachten. (Quelle: lickwinkel/imago images)

Ein exquisites Essen genießen und dabei die Unterwasserwelt beobachten: Diese Möglichkeit bietet nun das Restaurant "Under". Doch Interessierte müssen mindestens sechs Monate auf einen Tisch warten. 

Wunder unter Wasser – der Name von Europas erstem Unterwasserrestaurant ist Programm: Denn die Gäste von "Under" an Norwegens Südspitze kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Vor einigen Wochen feierte der Gourmettempel in Lindesnes nahe Kristiansand Eröffnung. In einem architektonischen Prunkstück werden fünf Meter unter Wasser nicht nur Meeresdelikatessen serviert, sondern auch einzigartige Einblicke in die Unterwasserwelt geboten.

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#undernorway

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"Auf Norwegisch bedeutet 'Under' unter Wasser und auch ein Gefühl des Staunens", erklärt Mitinhaber Stig Ubostad. Das Restaurant "ist ohne Zweifel das größte weltweit und das einzige in Europa." Der riesige Monolith aus Beton ragt aus der zerklüfteten Uferlinie, während sein anderes Ende in die Nordsee abfällt.

Seelachs statt Clownfisch

Durch eine holzvertäfelte Passage an Land und ein langes Treppenhaus betreten die Kunden den schwach beleuchteten Speisesaal. Dieser wird beherrscht von einem gigantischen Plexiglas-Unterwasserfenster: Auf 36 Quadratmetern bietet es wie ein versunkenes Periskop einen Panoramablick auf die Live-Show des Meeres.

Zwar gibt es keine Clownfische oder Haie wie in tropischeren Unterwasserlokalen auf den Malediven oder in Dubai. Doch im nicht minder spektakulären Seetang-Dschungel schwimmen je nach Jahreszeit Kabeljau, Seelachs und Lippfisch vorbei, mit gelegentlichen Besuchen von Robben oder Eiderenten.

Natur enttäuscht nie

"Es ist ein Gebiet an der Südspitze, wo das Brackwasser aus dem Osten auf das salzige Wasser aus dem Atlantik trifft, so dass die Artenvielfalt hier sehr groß ist", sagt der Meeresbiologe Trond Rafoss. Neben seiner markanten Architektur und der anspruchsvollen Küche legt "Under" Wert auf die Sensibilisierung seiner Gäste für Umweltfragen. Dank spezieller Schulungen informiert das internationale Servicepersonal über die Unterwasserwelt. "Es ist ein Abenteuer für die Gäste. Sie erkunden selbst die Natur, weil dies kein Aquarium ist", sagt Rafoss. "Man wird nie enttäuscht sein, die Natur ist nie enttäuschend."

Bis zu 40 Gäste können an fünf Abenden pro Woche in dem 34 Meter langen Monolith der norwegischen Firma Snohetta, die für Bauwerke wie die Osloer Oper und den 9/11-Memorial Pavilion in New York bekannt ist, dinieren. In der Küche lässt das Team um den dänischen Küchenchef Nicolai Ellitsgaard seiner Phantasie freien Lauf, kreiert saisonale Menüs, die hauptsächlich auf dem Angebot des Meeres basieren, so etwa ein Dessert aus fünf verschiedenen, regionalen Algenarten.

Baukonstruktion gilt als sicher

"Wir versuchen, regionale Zutaten zu verwenden und auch Dinge, die niemand sonst verwendet", sagt Ellitsgaard. "Wir haben dieses kleine Fenster neben der Küche und jedes Mal, wenn eine besondere Art von Fisch vorbeikommt, denke ich darüber nach, wie er schmecken würde." Das alles hat seinen Preis: Das Degusegustationsmenü mit 16 bis 18 Kostproben kostet umgerechnet 230 Euro pro Person – mit Wein das Doppelte. Dennoch ist "Under" die nächsten sechs Monate ausgebucht.


"Das Wunderbare ist, hier reinzukommen und dieses schöne Licht zu sehen. Dieses blaugrüne Wasser, diese Innenausstattung in Harmonie mit dem Meer, vermittelt den Eindruck des Tauchens", sagt der 59-jährige Gast Dag Jacobsen. Dabei sind das 26 Zentimeter dicke Plexiglasfenster und die Struktur mit ihren Betonwänden so sturmsicher, dass sie dem Druck und auch Sturm standhalten können, wie Mitinhaber Ubostad betont: "Wir hatten viele Berater. Es gibt nichts Sichereres."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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