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Jede Fahrt fĂĽhrt weiter in Richtung Minus

  • Markus Abrahamczyk
Von Markus Abrahamczyk

Aktualisiert am 08.10.2020Lesedauer: 2 Min.
"Mein Schiff 1": Das größte Kreuzfahrtschiff der Tui Cruises ist mit beinahe halbierter Belegung unterwegs. Lohnt sich das?
"Mein Schiff 1": Das größte Kreuzfahrtschiff der Tui Cruises ist mit beinahe halbierter Belegung unterwegs. Lohnt sich das? (Quelle: Tui Cruises)
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Endstation Abwrackdock: Etliche Kreuzfahrtschiffe haben in der Corona-Krise ihre letzte Fahrt bereits hinter sich. Andere Reedereien zahlen mit jeder Fahrt drauf. Wie steht es um die deutschen Anbieter?

Etwa 24,3 Milliarden Euro nahm die Kreuzfahrt-Industrie weltweit noch im vergangenen Jahr ein. Davon ist sie im Corona-Jahr weit entfernt: 2020 wird der Umsatz auf etwa 6,9 Milliarden einbrechen. Nicht jede Reederei und nicht jedes Schiff wird die aktuelle Krise überstehen. Die Pläne für neue Schiffe liegen auf Eis, alte hingegen werden verschrottet. Aber: Laut Prognosen wird sich der Markt schnell erholen. Spätestens 2025 werden demnach mit den großen Luxuslinern nie dagewesene Umsätze gemacht. Hofft jedenfalls die Branche.


Ein Friedhof fĂĽr aussortierte Kreuzfahrtschiffe

Kreuzfahrten gelten in Sachen Corona als besonders gefährlich, deshalb werden sie immer seltener gebucht. Viele Menschen kommen auf engem Raum zusammen, das Coronavirus findet nahezu optimale Bedingungen vor, um sich auszubreiten.
Immer weniger Menschen buchen wegen der Coronapandemie eine Kreuzfahrt. Viele Schiffe werden deshalb nicht mehr gebraucht. Sie werden verschrottet.
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Schiffe könnten schrumpfen

Fest steht: Die bisherige Boom-Branche ist im Wandel. Und ihre Schiffe wohl auch. Das bestätigt Prof. Dr. Ina zur Oven-Krockhaus im Gespräch mit t-online. Die Reiseverkehrskauffrau sagt: "Megaliner mit mehr als 6.000 Passagieren erscheinen im Moment wenig opportun." Hinzu komme die Forderung nach stärkeren Bemühungen der Kreuzfahrtbranche in Richtung Nachhaltigkeit. "Ein Trend könnte daher sein, weg von den Megalinern hin zu kleineren Schiffen, die übersichtlicher auch im Sinne eines Infektionsgeschehens sind."

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Unter diesen Megalinern finden sich auch einige, die insbesondere bei deutschen Gästen beliebt sind. Etwa die "Mein Schiff 1", mit 316 Metern Länge das größte Schiff der Tui-Cruises-Flotte. Es beherbergt zwölf Restaurants und Bistros, 17 Bars und Lounges. Und bis zu 2.894 Passagiere – jedenfalls in normalen Zeiten.

Aber auch jetzt ist die "Mein Schiff 1" unterwegs, derzeit in Nordeuropa. Lohnt sich das? "Bei den Kreuzfahrten in der aktuellen Zeit geht es um viel mehr", sagt Tui-Cruises-Sprecherin Godja Sönnichsen. "Wir wollen zeigen, dass auch in diesen Zeiten sichere und erholsame Kreuzfahrten möglich sind." Auf gut Deutsch: Aktuell sind die Fahrten der großen Schiffe für die Reedereien ein Zuzahlgeschäft.

Der Grund dafür ist die Belegung, die derzeit bei maximal 60 Prozent liegt. Bei Konkurrent Aida sieht es nicht anders aus: Dort hat man die Passagierkapazität auf "um die 50 Prozent" gesenkt. Da wird es für manche Reederei schwierig, sich finanziell über Wasser zu halten.

Verschrottungen geplant?

Etliche Kreuzfahrtschiffe treten deshalb in der Corona-Krise ihre letzte Fahrt an. Sie führt zu einer Abwrackwerft, die das Schiff zu Altmetall verwandelt. Den Schiffen von Tui Cruises bleibt dieses Schicksal vorerst erspart: "Es ist aktuell nicht geplant, ein Schiff aus dem Verkehr zu nehmen", sagt Sönnichsen.

Im Gegenteil: Man sei zuversichtlich, im Laufe des nächsten Jahres mit allen sieben Schiffen der Flotte wieder durchstarten zu können. Und der Rivale Aida will schon ab dem Frühjahr 2021 wieder alle Schiffe in Betrieb nehmen.

Angesichts der aktuellen Entwicklungen in der Corona-Krise eine recht optimistische Einschätzung.

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