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Schwanger fliegen: Bis wann geht das?

Tipps für die Flugreise  

Bis wann dürfen Schwangere mit dem Flugzeug fliegen?

12.03.2019, 16:02 Uhr | cch, t-online.de

Schwanger fliegen: Bis wann geht das?. Schwangere im Flugzeug: Ob eine Frau während der Schwangerschaft mit dem Flugzeug verreisen kann, hängt vom Einzelfall ab. (Quelle: Getty Images/Liderina)

Schwangere im Flugzeug: Ob eine Frau während der Schwangerschaft mit dem Flugzeug verreisen kann, hängt vom Einzelfall ab. (Quelle: Liderina/Getty Images)

Noch einmal einen entspannten Urlaub, bevor das Baby kommt – ein Wunsch vieler werdender Mütter. Schwanger fliegen ist möglich, aber nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt der Schwangerschaft.

Auch Schwangere dürfen grundsätzlich fliegen, aber das geht maximal bis vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Letztendlich sollte es je nach Verlauf der Schwangerschaft immer individuell entschieden und mit dem Arzt besprochen werden, ob eine Frau mit Babybauch ins Flugzeug steigen sollte.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Flugreise?

In der Schwangerschaft bietet sich das zweite Schwangerschaftsdrittel für Reisen an, so die Krankenkasse AOK. Übelkeit und Müdigkeit seien dann meist verschwunden. Zudem ist der Bauch dann noch nicht so groß, dass er die Schwangere zu stark einschränkt.

Bis zu welcher SSW nehmen Airlines Schwangere mit?

Die Fluggesellschaften haben unterschiedliche Regelungen. Die meisten nehmen Schwangere bis zur 35. oder 36. Woche mit. Manche Airlines erbitten ab einer bestimmten Schwangerschaftswoche (SSW) ein ärztliches Attest, das die Flugtauglichkeit bescheinigt. Meist ist das ab der 28. Woche der Schwangerschaft der Fall. Hier finden Sie einige beliebte Airlines und ihre derzeitigen Regelungen:

  • Lufthansa: Die Airline nimmt Schwangere bis zum Ende der 36. Schwangerschaftswoche beziehungsweise bis vier Wochen vor dem voraussichtlichen Geburtstermin ohne gynäkologisches Attest mit – vorausgesetzt, es handelt sich um einen unkomplizierten Schwangerschaftsverlauf. Gleichzeitig empfiehlt Lufthansa aber, ab der 28. SSW ein aktuelles Attest mit sich zu führen, das die Flugtauglichkeit bestätigt. Bei Mehrlingsschwangerschaften ist das Fliegen bis zum Ende der 28. Schwangerschaftswoche möglich.
  • Eurowings: Werdende Mütter können bis einschließlich der 36. Schwangerschaftswoche mit Eurowings fliegen. Die Airline rät Frauen, die Mehrlinge erwarten, bereits eine Fehlgeburt hatten oder Herz- und Kreislauferkrankungen haben, von einer Flugreise ab. Schwangere müssen auf Anfrage Ihren Mutterpass vorlegen.
  • Easyjet: Schwangere können bis zum Ende der 35. Schwangerschaftswoche mit Easyjet fliegen. Bei Mehrlingsschwangerschaften liegt die Grenze am Ende der 32. SSW.
  • Ryanair: Die Fluggesellschaft nimmt Frauen mit einer unkompliziert verlaufenden Schwangerschaft bis zum Ende der 36. SSW mit; bei unkomplizierten Schwangerschaften mit Zwillingen ist eine Flugreise nach Ende der 32. SSW nicht mehr gestattet. Ab der 28. Woche muss eine Flugbestätigung des Arztes oder der Hebamme vorgelegt werden.
  • Airbaltic: Schwangere müssen einen Mutterpass oder ein ärztliches Attest zum Nachweis der Schwangerschaftswoche vorlegen können, ansonsten kann ihnen der Zutritt zum Flugzeug verweigert werden. Solange keine Komplikationen bestehen, gelten für Flugreisen bis einschließlich der 27. Woche der Schwangerschaft keine Einschränkungen. Für Reisen zwischen der 28. und Ende der 36. Woche wird ein ärztliches Attest mit Bestätigung der Flugtauglichkeit benötigt, das nicht älter als zwei Wochen sein darf. Auch bei Mehrlingsschwangerschaften ist dieses ab der 28. SSW nötig; ab der 32. Woche ist eine Beförderung nicht mehr möglich.
  • Emirates: Bei dieser Fluggesellschaft ist ab der 29. SSW eine Flugtauglichkeitsbestätigung vom Arzt oder von der Hebamme nötig. Sie sollte auch das Datum beinhalten, bis zu welchem die Schwangere voraussichtlich reisefähig sein wird. Auch hier liegen die Grenzen zur Beförderung bei der 36. beziehungsweise bei Mehrlingsschwangerschaften bei der 32 SSW. Danach kann eine Beförderung aber mit einer Genehmigung durch die medizinische Abteilung von Emirates zulässig sein.

Ein Flugtauglichkeitsformular finden Sie bei vielen Airlines auch auf der Website.

Was sollte in der Flugtauglichkeitsbestätigung stehen?

In der ärztlichen Bestätigung sollte aufgeführt sein, dass die Schwangerschaft unkompliziert verläuft, wann der erwartete Geburtstermin ist sowie die ausdrückliche Erwähnung, dass die Schwangerschaft die Patientin nicht an Flugreisen hindert. Schwangere sollten sich immer bei der Fluggesellschaft erkundigen, mit der sie fliegen, ob noch weitere Informationen benötigt werden.

Worauf sollten Schwangere außerdem achten?

Reisende sollten auch die Einreisebedingungen des Ziellandes überprüfen. Die einzelnen Staaten können abweichende Bestimmungen haben. Die Grenzbehörde der USA etwa gibt an, dass Schwangere nachweisen müssen, dass sie während ihrer Reise ausreichend krankenversichert sind und vorhaben, in ihr Heimatland zurückzukehren. In manche Länder dürfen Schwangere, die nicht die Staatsangehörigkeit des Landes haben, auch gar nicht einreisen. Beim örtlichen Konsulat oder bei der Botschaft können Schwangere sich Informationen dazu einholen.

Schwangere sollten bedenken, dass in manchen Ländern eine Infektionsgefahr besteht. Das Robert Koch-Institut und die Weltgesundheitsorganisation raten etwa davon ab, als Schwangere in Zika-Virus-Ausbruchsgebiete zu reisen. Das Virus kann für das ungeborene Kind gefährlich werden.

Schwangere an einem Flughafen: Ab der 28. Schwangerschaftswoche benötigen Schwangere meist eine Bescheinigung über ihre Flugtauglichkeit vom Arzt, um Fliegen zu dürfen. (Quelle: Getty Images/encrier)Schwangere an einem Flughafen: Ab der 28. Schwangerschaftswoche benötigen Schwangere meist eine Bescheinigung über ihre Flugtauglichkeit vom Arzt, um Fliegen zu dürfen. (Quelle: encrier/Getty Images)

Wann sollten Schwangere nicht fliegen?

Im manchen Fällen sollte eine schwangere Frau auch schon vor der 37. SSW vom Fliegen absehen. Dazu gehören etwa

  • Wehentätigkeit in der Schwangerschaft,
  • Thrombose,
  • starke Übelkeit,
  • Kreislaufprobleme,
  • Risikoschwangerschaften mit erhöhtem Blutdruck,
  • wenn eine Öffnung des Muttermundes vorliegt,
  • bei manchen Mehrlingsschwangerschaften,
  • einer Vorgeschichte mit Früh- und Fehlgeburten,
  • Blutungen
  • einer Fehllage der Plazenta (Plazenta praevia).

Im Zweifel gilt: Immer mit dem Arzt sprechen. Ab der 30. SSW kann auch die räumliche Enge der Sitze und auf den Toiletten für Schwangere problematisch werden.

Schwanger fliegen: Ist das gefährlich?

Die mit Fruchtwasser gefüllte Gebärmutter bekommt beim Starten und Landen eine Eigendynamik, ähnlich wie der gefüllte Magen im Fahrstuhl. Das kann unangenehm sein, ist laut Ärzten aber harmlos. Der etwas verringerte Sauerstoffdruck im Flugzeug stellt laut der Techniker Krankenkasse kein Risiko für die Schwangere dar. Zwar ist die Strahlung in der Luft höher als am Boden. Bei gelegentlichen Flügen sei sie aber nicht von Bedeutung, so Experten.


Risiken und Tipps für Schwangere im Flugzeug

Bei langen Flügen ist etwa die Gefahr für Thrombosen erhöht. Deshalb sollte die Schwangere unbedingt Kompressionsstrümpfe tragen sowie lockere Kleidung. Anti-Thromobose-Übungen wie etwa die Dehnung der Waden sind zudem wichtig. Am besten lassen sich Schwangere einen Sitzplatz am Gang geben, damit sie öfter aufstehen und den Gang auf und ab laufen können. Eine Besprechung der Thrombose-Prophylaxe vorab mit dem Arzt ist ratsam.

Darüber hinaus sollten werdende Mütter auf dem Flug viel trinken. Beim Anschnallen sollten sie darauf achten, dass der Sicherheitsgurt unterhalb des Bauches auf dem Becken liegt. Die Fluggesellschaft Airbaltic rät zudem, Nahrung mit einem hohen Natriumgehalt zu meiden, da diese zu Wassereinlagerungen und Schwellungen führen kann.

Verwendete Quellen:
  • eigene Recherchen
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Regelungen Lufthansa
  • Regelungen Eurowings
  • Regelungen Easyjet
  • Regelungen Airbaltic
  • Regelungen Ryanair
  • Regelungen Emirates
  • U.S. Customs and Border Protection
  • Techniker Krankenkasse
  • Krankenkasse AOK
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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