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Zwischenfall bei Kontrolle von Frachtschiff: Türkische Kriegsschiffe beteiligt


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Vor Libyen: Zwischenfall bei Kontrolle von Frachtschiff

Von dpa
Aktualisiert am 11.06.2020Lesedauer: 2 Min.
Ein Boot der griechischen Küstenwache (Archivbild): Bei der Kontrolle eines Frachtschiffes vor Libyen kam es zu einem Zwischenfall.
Ein Boot der griechischen Küstenwache (Archivbild): Bei der Kontrolle eines Frachtschiffes vor Libyen kam es zu einem Zwischenfall. (Quelle: Nicolas Economou/ZUMA Press/imago-images-bilder)
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Griechische Sicherheitskräfte wollen ein Frachtschiff überprüfen – dann eskaliert die Situation. Auch drei türkische Kriegsschiffe mischen sich ein. Jetzt will die EU Klarheit über den Vorfall.

Der Auswärtige Dienst der EU hat bestätigt, dass es bei dem EU-Einsatz zur Überwachung des Waffenembargos gegen Libyen zu einem Zwischenfall gekommen ist. Wie ein Sprecher am Donnerstag mitteilte, wurde griechischen Einsatzkräften die Kontrolle eines nach Libyen fahrenden Frachtschiffes verweigert.

Das staatliche griechische Fernsehen (ERT) hatte zuvor unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Athen berichtet, dass drei türkische Kriegsschiffe an dem Vorfall beteiligt gewesen seien. Die Türken machten demnach den griechischen Einsatzkräften per Funk deutlich, dass das unter der Flagge Tansanias fahrende Schiff unter ihrem Schutz stehe. In der Folge soll der Kommandeur der EU-Operation Irini seinen Befehl zur Kontrolle des Frachters mit dem Namen "Cirkin" zurückgenommen haben.

Was das Schiff geladen hatte, blieb zunächst unklar. Ortungsdaten zufolge hat es Libyen mittlerweile erreicht. Am Donnerstagmittag lag es im Hafen von Misrata.

Deutschland unterstützt die Operation "Irini"

Zu den Details des Zwischenfalls wollte sich der Sprecher des Auswärtigen Dienstes am Donnerstag nicht äußern. Er sagte lediglich, dass die für die Verweigerung der Kontrolle angegebenen Gründe nun untersucht würden. Insgesamt seien im Verlauf der Operation bereits mehr als 75 Schiffe kontrolliert worden.

Ziel der Operation Irini ist eine Stabilisierung des nordafrikanischen Bürgerkriegslandes Libyen sowie die Unterstützung des UN-geführten politischen Friedensprozesses. Sie wird von Deutschland zurzeit mit der Bereitstellung eines Seefernaufklärungsflugzeugs und mit Soldaten für die Führungsstäbe der Operation unterstützt.

Umstrittene Aktion

Neben Waffenschmuggel soll die Operation auch illegalen Ölschmuggel verhindern. Dies sei in mehreren Fällen bereits gelungen, sagte der Sprecher des Auswärtigen Dienstes.

Die Operation Irini ist umstritten. Das hat damit zu tun, dass der Einsatz von EU-Schiffen im Mittelmeer vor allem aus der Türkei kommende Waffenlieferungen an die von den Vereinten Nationen anerkannte Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch stoppen könnte, nicht aber vor allem über Land oder Luft abgewickelte Transporte für den gegnerischen Milizenführer Chalifa Haftar. Dies könnte Haftar laut Kritikern im libyschen Bürgerkrieg einen erheblichen Vorteil verschaffen.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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