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Alexej Nawalny erneut vergiftet? Nowitschok-Entwickler stützt Mordthese


"Kann zum Herzstillstand führen"
Nowitschok-Erfinder stützt These über Nawalny-Vergiftung

Von t-online, sic

22.02.2024Lesedauer: 2 Min.
Kremlgegner NawalnyVergrößern des BildesAlexej Nawalny im Februar 2021 in Moskau (Archivbild): Er war einer der größten Kritiker des Kremls (Quelle: Uncredited/Moscow City Court/AP/dpa/dpa)
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Russlands Behörden verweigern die Herausgabe von Alexej Nawalnys Leichnam. Ein Chemiker, der den Kampfstoff Nowitschok mitentwickelt hat, liefert mögliche Gründe.

Einer der Erfinder von Nowitschok stützt die These, dass der Kremlkritiker Alexej Nawalny mit dem Kampfstoff vergiftet und so getötet wurde. Im Gespräch mit dem unabhängigen russischen Portal "Agentstvo" sagte der Chemiker Wil Mirsajanow, dass Nowitschok im Todesfall auf unbestimmte Zeit im Körper verbleibe und somit nachweisbar sei. Das Interview wurde vom unabhängigen russischen Medium "Meduza" ins Englische übersetzt.

Mirsajanow berichtete von Erfahrungen britischer Ärzte nach der Vergiftung von Sergej Skripal. Der übergelaufene russische Ex-Agent wurde 2018 mit seiner Tochter Julia im englischen Salisbury mit Nowitschok vergiftet. Beide konnten gerettet werden. Trotz des Einsatzes eines Gegengiftes sei die Konzentration von Nowitschok in ihren Körpern jedoch nicht merklich zurückgegangen, erklärte Mirsajanow. "Die Ärzte mussten schließlich einen chirurgischen Eingriff vornehmen, um das Nowitschok fast mechanisch aus der Leber und anderen Organen zu entfernen."

Nowitschok bleibt lange nachweisbar

Wie lange Nowitschok genau im Körper verbleibt, konnte der Chemiker nicht sagen. Jedoch bestätigte Mirsajanow, dass ein mit dem Nervenkampfstoff vergifteter Körper auch nach dem Tod gefährlich bleibe. Menschen müssten in der Gegenwart des Leichnams Schutzkleidung tragen.

Mirsajanows Aussagen könnten Hinweise darauf liefern, weshalb russische Behörden bisher verweigern, den Leichnam Alexej Nawalnys an dessen Familie zu übergeben. Seit Nawalnys plötzlichem Tod kämpfen seine Angehörigen um die Herausgabe des Leichnams. "Wenn es stimmt, dass er vergiftet wurde, ist es unwahrscheinlich, dass sie seine Leiche an seine Mutter übergeben werden", sagte Nowitschok-Erfinder Mirsajanow dazu.

Nawalny war in der vergangenen Woche plötzlich in russischer Haft verstorben. Der durch einen ersten Nowitschok-Anschlag im Jahr 2020 und wiederholte Einzelhaft im Lager geschwächte Politiker soll bei einem Rundgang auf dem eisigen Gefängnishof zusammengebrochen und trotz Wiederbelebungsversuchen gestorben sein. Ein solcher Tod kann laut Mirsajanow durch Nowitschok herbeigeführt werden: "Eine hohe Konzentration kann zum sofortigen Herzstillstand führen", erklärte er. Auch Nawalnys Witwe, Julia Nawalnaja, hatte dem Kreml kürzlich vorgeworfen, ihrem Mann mit Nowitschok getötet zu haben. Mehr dazu lesen Sie hier.

Video | “Ich werde die Arbeit von Alexej Nawalny fortsetzen”
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Quelle: t-online

Nawalnys Mutter erhebt schwere Vorwürfe

Die Mutter Nawalnys hat am Donnerstag nach tagelangem Warten erstmals Zugang zu seiner Leiche erhalten. Sie habe den Körper ihres Sohnes in der Leichenhalle zu sehen, aber nicht ausgehändigt bekommen, teilte Ljudmila Nawalnaja in einem Video mit. Sie forderte erneut in dem Video, dass ihr der Leichnam ausgehändigt werde, damit sie ihn beerdigen könne. Zudem sei Nawalny laut dem ärztlichen Bericht eines "natürlichen" Todes gestorben. Überprüfen lässt sich das nicht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Nawalnaja warf dem Machtapparat vor, sie zu erpressen und ihren Sohn heimlich beerdigen zu wollen. "Sie stellen Bedingungen, wo, wann und wie ich Alexej beerdigen soll. Das ist gegen das Gesetz", sagte sie. Die Ermittler hätten gedroht, etwas mit der Leiche anzustellen, wenn sie einem heimlichen Begräbnis nicht zustimme. Deshalb habe sie sich an die Öffentlichkeit gewandt, weil die Angehörigen, aber auch die Anhänger die Möglichkeit haben sollten, sich von Nawalny zu verabschieden.

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