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Ecuador: Polizei verhaftet Ex-Vizepräsidenten in mexikanischer Botschaft


Ex-Vizepräsident festgenommen
Ecuadors Polizei dringt in mexikanische Botschaft ein

Von dpa, afp, sic

Aktualisiert am 07.04.2024Lesedauer: 3 Min.
ECUADOR-MEXICO/Vergrößern des BildesEcuadorianische Soldaten in der Hauptstadt Quito: Mexiko hat die diplomatischen Beziehungen zu Ecuador abgebrochen. (Quelle: Karen Toro/reuters)
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Ecuadors Polizei hat in der mexikanischen Botschaft den Ex-Vizepräsidenten Jorge Glas festgenommen. Mexiko reagiert empört auf den Einsatz – und bricht die diplomatischen Beziehungen ab.

Sicherheitskräfte in Ecuador sind in die mexikanische Botschaft eingedrungen und haben dort den ehemaligen ecuadorianischen Vizepräsidenten Jorge Glas festgenommen. Das teilten die Regierungen beider lateinamerikanischen Länder am Freitag (Ortszeit) mit. Mexiko breche mit sofortiger Wirkung die diplomatischen Beziehungen zu Ecuador ab und werde den Internationalen Gerichtshof anrufen, erklärte Außenministerin Alicia Bárcena.

Mittlerweile wächst der internationale Druck auf Ecuadors Regierung. UN-Generalsekretär António Guterres habe "alarmiert" auf den Vorfall in Quito reagiert, erklärte sein Sprecher Stéphane Dujarric am Samstag in New York. Guterres habe die Bedeutung der Unverletzlichkeit von Botschaftsgeländen betont; jeder Verstoß gegen diesen Grundsatz "gefährdet die Aufrechterhaltung normaler internationaler Beziehungen", hieß es.

Der UN-Generalsekretär rief Ecuador und Mexiko zur "Mäßigung" auf. Sie sollten "ihre Differenzen mit friedlichen Mitteln beilegen", hieß es in der Erklärung weiter.

Auch Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Kuba, Peru und Venezuela übten Kritik an Ecuadors Vorgehen. Nach Mexiko brach am Samstag (Ortszeit) auch Nicaragua seine Beziehungen zu Ecuador ab. Das zentralamerikanische Land begründete die Entscheidung mit dem "ungewöhnlichen und verwerflichen" Vorgehen, in die Botschaft eines anderen Landes einzudringen.

"Eklatanter Verstoß gegen das Völkerrecht und die Souveränität Mexikos"

Die ecuadorianische Polizei ist gewaltsam in unsere Botschaft eingedrungen und hat den ehemaligen Vizepräsidenten des Landes verhaftet, der aufgrund der Verfolgung und Schikanen, denen er ausgesetzt ist, ein Flüchtling war und Asyl beantragt hatte", schrieb der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador am Freitag (Ortszeit) im Onlinedienst X.

"Dies ist ein eklatanter Verstoß gegen das Völkerrecht und die Souveränität Mexikos", so López Obrador weiter. Die mexikanische Außenministerin Alicia Bárcena schrieb später auf X, Mexiko habe sich zum "unverzüglichen Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Ecuador" entschieden.

Der Kommunikationsservice der ecuadorianischen Präsidentschaft erklärte am Freitag, dass Glas, der "von der ecuadorianischen Justiz zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, heute Abend verhaftet und den zuständigen Behörden unterstellt wurde".

Der wegen Korruption gesuchte Glas hatte sich seit Monaten in der Vertretung Mexikos in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito aufgehalten. Am Freitag hatte das mexikanische Außenministerium mitgeteilt, Glas Asyl gewähren zu wollen. Aus dem Außenministerium des südamerikanischen Ecuador hieß es daraufhin, das verstoße gegen internationale Abkommen. Gegen Glas liege ein Haftbefehl wegen Veruntreuung vor, ihm werde die Ausreise nicht genehmigt.

Glas zu insgesamt acht Jahren Haft verurteilt

Glas war in der zweiten Amtsperiode des linken Präsidenten Rafael Correa (2013-2017) – der inzwischen wegen Korruption verurteilt wurde und im Exil in Belgien lebt – sowie zu Beginn der Amtszeit von dessen Nachfolger Lenín Moreno (2017-2021) Vizepräsident von Ecuador.

Ende 2017 wurde er für schuldig befunden, Bestechungsgeld angenommen und dafür öffentliche Aufträge an den brasilianischen Konzern Odebrecht vergeben zu haben. Er wurde in mehreren Korruptionsverfahren zu insgesamt acht Jahren Haft verurteilt. Vor zwei Jahren wurde er wegen der schlechten Sicherheitslage in Ecuadors Gefängnissen frühzeitig freigelassen.

Erst am Donnerstag hatte die ecuadorianische Regierung des konservativen Präsidenten Daniel Noboa die mexikanische Botschafterin zur unerwünschten Person erklärt. Grund war eine Andeutung des linkspopulistischen mexikanischen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador, der Mord am Präsidentschaftskandidaten Fernando Villavicencio vergangenen August in Ecuador habe zu Noboas Wahlsieg im Oktober beigetragen.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen dpa und AFP
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