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Papst stößt Opfer sexuellen Missbrauchs vor den Kopf

Pädophilie in der Kirche  

Papst stößt Opfer sexuellen Missbrauchs vor den Kopf

19.01.2018, 13:00 Uhr | lula, dpa

Papst stößt Opfer sexuellen Missbrauchs vor den Kopf. Zu Besuch in Lateinamerika: hier muss der Papst sich an die heikle Auseinandersetzung mit Opfer sexuellen Missbrauchs wagen. (Quelle: dpa/Dante Zegarra)

Zu Besuch in Lateinamerika: hier muss der Papst sich an die heikle Auseinandersetzung mit Opfern sexuellen Missbrauchs wagen. (Quelle: Dante Zegarra/dpa)

Der Besuch des Papstes in Lateinamerika dürfte überschattet werden von seiner Äußerung zu sexuellen Missbrauchsskandalen. Am Donnerstag nahm er einen Bischof in Schutz, dem vorgeworfen wird, einen pädophilen Priester gedeckt zu haben.

Der Papst hatte Vorwürfe, der chilenische Bischof Juan Barros habe einen pädophilen Priester namens Fernando Karadima geschützt, als Rufmord beschrieben. "Es gibt kein einziges Beweisstück (gegen Barros)", so Franziskus. Seit seiner Entscheidung 2015, Barros zum Bischof zu ernennen, gibt es Kritik daran.

Opfer sind empört

Einer der deutlichsten Gegner von Barros, Juan Carlos Cruz, twitterte nach Franziskus' Aussage: "Als ob ich ein Selfie oder ein Foto hätte machen können, während Karadima mich und andere missbraucht und Juan Barros daneben gestanden und zugesehen hat." Der Papst spreche vor Opfern von Vergebung, aber nichts habe sich verändert. "Seine Bitte um Vergebung ist leer." Der Vatikan hatte Karadima 2011 wegen jahrzehntelangen Missbrauchs von Minderjährigen schuldig gesprochen.

Papst muss sich auch in Peru mit Pädophilie beschäftigen

Seit Donnerstag Nachmittag ist der Papst in Peru. Auch hier dürfte Franziskus unter Druck stehen, einen Skandal um sexuellen Missbrauch in der Kirche anzusprechen. Es gibt Vorwürfe von Missbrauch innerhalb einer katholischen Laienbewegung, der Sodalitium Christianae Vitae. Der Vatikan übernahm vergangene Woche die Kontrolle über die SCV. Peruanische Staatsanwälte hatten zuvor bekannt gegeben, dass sie die Verhaftung des Gründers von SCV, Luis Figari, wollten. Viele der Vorwürfe gegen Figari wurden von einer Untersuchung des Vatikans bestätigt. Einige Opfer von SCV hatten den Umgang des Vatikans mit dem Fall öffentlich kritisiert.

Hilft der Papst beim Umweltschutz?

Ob Franziskus das Missbrauchsthema in Peru direkt angehen wird, ist unklar. Auch darüber hinaus stehen politisch heikle Gespräche an: Die Ureinwohner vom Amazonas erhoffen sich von Franziskus, dass er in Gesprächen mit der Regierung auf die Landrechte der Indigenen pocht und die Politik auffordert, mehr für die Umwelt zu tun.

Quelle:
- dpa

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