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Winnie Mandela: Südafrika nimmt Abschied von der "Mutter der Nation"

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Freiheitskämpferin beigesetzt  

Südafrika nimmt Abschied von "Mama Winnie"

15.04.2018, 15:38 Uhr | AFP, dpa

Winnie Mandela: Südafrika nimmt Abschied von der "Mutter der Nation". "Sie hatte die Augen und Ohren der Welt in jenen dunklen Tagen": Bei der Trauerfeier für Winnie Mandela im Stadion von Soweto sprach auch das britische Model Naomi Campbell.  (Quelle: AP/dpa/Themba Hadebe)

"Sie hatte die Augen und Ohren der Welt in jenen dunklen Tagen": Bei der Trauerfeier für Winnie Mandela im Stadion von Soweto sprach auch das britische Model Naomi Campbell. (Quelle: Themba Hadebe/AP/dpa)

Jahrzehntelang kämpfte Winnie Mandela gegen die Apartheid in Südafrika. Anfang April starb die Ex-Frau von Nelson Mandela mit 81 Jahren. Mit einem großen Staatsakt ist sie nun beigesetzt worden.

In Südafrika haben am Wochenende zehntausende Menschen von der Anti-Apartheid-Ikone Winnie Mandela Abschied genommen. Viele Südafrikaner säumten die Straßen, als ein schwarzer Leichenwagen die Gebeine der "Mutter der Nation" am Samstag von ihrem Wohnhaus zum Fußballstadion in Soweto nahe Johannesburg brachte. Dort nahm die Trauergemeinde den mit den südafrikanischen Farben geschmückten Sarg mit lautem Jubel in Empfang.

Das 37.500 Menschen fassende Orlando-Stadion war bis auf den letzten Platz besetzt. Bis zu der Trauerzeremonie unter Vorsitz von Staatschef Cyril Ramaphosa galt in Südafrika eine zehntägige Staatstrauer. Die Ex-Frau des ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas, Nelson Mandela, war Anfang April im Alter von 81 Jahren gestorben.

Jesse Jackson und Naomi Campbell

Die älteste Tochter der Verstorbenen, Zenani Mandela-Dlamini, verteidigte in ihrer Trauerrede im Stadion ihre Mutter gegen Kritik. Sie sei es gewesen, die das Gedenken an Nelson Mandela aufrecht erhalten habe. Sie erst zu verteufeln und jetzt nach ihrem Tod zu ehren, sei Heuchelei, fuhr sie in ihrer immer wieder von Hochrufen auf Winnie unterbrochenen Rede fort.

Der Sarg mit Winnie Mandela bei der Ankunft im Stadion von Soweto: Das 37.500 Menschen fassende Orlando-Stadion war bis auf den letzten Platz besetzt. (Quelle: AP/dpa/Themba Hadebe)Der Sarg mit Winnie Mandela bei der Ankunft im Stadion von Soweto: Das 37.500 Menschen fassende Orlando-Stadion war bis auf den letzten Platz besetzt. (Quelle: Themba Hadebe/AP/dpa)

Bei der Trauerzeremonie sprach unter anderen auch Präsident Ramaphosa. "Die Mutter der Nation ist tot, aber sie ist nicht gegangen", sagte er. "So wie wir bedrückt sind von der Trauer um ihren Tod, so sind wir auch getröstet durch den Reichtum und die tiefe Bedeutung ihres Lebens." Unter den ausländischen Gästen waren die Präsidenten der Republik Kongo und Namibias, Denis Sassou Nguesso und Hage Geingob, der US-Bürgerrechtler Jesse Jackson und das britische Model Naomi Campbell. "Sie hatte die Augen und Ohren der Welt in jenen dunklen Tagen", sagte Campbell in ihrer Trauerrede.

38 Jahre Ehe mit Nelson Mandela

Der Trauerzug mit dem Sarg bewegte sich später bei strömendem Regen zu einem Friedhof in Johannesburg, wo Winnie Mandela an der Seite einer ihrer Enkeltöchter beerdigt wurde.

"Die Mutter der Nation ist tot, aber sie ist nicht gegangen": Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa bei seiner Trauerrede für Winnie Mandela. (Quelle: Reuters/Mike Hutchings)"Die Mutter der Nation ist tot, aber sie ist nicht gegangen": Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa bei seiner Trauerrede für Winnie Mandela. (Quelle: Mike Hutchings/Reuters)

Winnie Mandela war eine der schillerndsten, aber auch umstrittensten Persönlichkeiten im Jahrzehnte währenden Kampf gegen den rassistischen Apartheid-Staat in Südafrika. Die als Nomzamo Winifred Zanyiwe Madikizela geborene Sozialarbeiterin war 38 Jahre lang mit dem späteren Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela verheiratet. Er verbrachte davon 27 Jahre im Gefängnis, bis er 1990 vor den Augen der Weltöffentlichkeit Hand in Hand mit Winnie in die Freiheit ging. Das Paar hatte sich jedoch während der Gefängniszeit entfremdet und trennte sich 1992.

Gefängnis und Folter

Nach der Verhaftung ihres Mannes 1962 zog Winnie Mandela die zwei gemeinsamen Töchter allein groß und führte den Kampf gegen die Apartheid fort. Sie musste auch selbst immer wieder ins Gefängnis und wurde gefoltert. 1969 erhielt sie 17 Monate Einzelhaft, 1974 wurde sie erneut für sechs Monate eingesperrt und 1977 zu acht Jahren Verbannung und Hausarrest im abgelegenen Brandfort verurteilt.

Ihre Stimme war indes niemals verstummt. Während des Soweto-Aufstands 1976 rief sie die Studenten auf, "bis zum bitteren Ende zu kämpfen". In den 80er-Jahren wurde Winnie Mandela zur Belastung für ihren Mann und die gemäßigten Kräfte der Anti-Apartheid-Bewegung. Sie umgab sich mit wegen ihrer Brutalität berüchtigten Leibwächtern, die mutmaßlichen Verrätern mit Benzin getränkte Reifen umlegten und anzündeten – zynisch als "Halsketten" bezeichnet.

1991 stand sie vor der Wahrheitskommission

1989 töteten ihre Leibwächter einen 14-Jährigen, den sie als Informanten verdächtigten. 1991 wurde sie wegen Entführung und Beihilfe zur Körperverletzung von vier schwarzen Jugendlichen zu sechs Jahren Haft verurteilt, kam in der Berufung aber mit einer Geldstrafe davon. Vor der vom früheren Erzbischof Desmond Tutu geleiteten Wahrheits- und Versöhnungskommission bestritt sie jedwede Mordbeteiligung.

Seit Anfang des Jahres war Winnie Mandela wegen eines Nierenleidens immer wieder in einem Johannesburger Krankenhaus in Behandlung. Sie starb dort am 2. April im Kreis ihrer Angehörigen. Nelson Mandela war 2013 im Alter von 95 Jahren gestorben.

Verwendete Quellen:
  • AFP, dpa

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