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Türkei: CNN Türk-Moderator bricht Interview mit Oppositionskandidat Imamoglu ab

Kritiker empört  

CNN Türk-Moderator bricht Interview mit Imamoglu ab

21.05.2019, 16:23 Uhr | AFP

Türkei: CNN Türk-Moderator bricht Interview mit Oppositionskandidat Imamoglu ab. Ekrem Imamoglu: Der CHP-Politiker könnte dem türkischen Präsidenten Erdogan gefährlich werden. (Archivbild) (Quelle: Reuters/Murad Sezer)

Ekrem Imamoglu: Der CHP-Politiker könnte dem türkischen Präsidenten Erdogan gefährlich werden. (Archivbild) (Quelle: Murad Sezer/Reuters)

Der Istanbuler Oppositionskandidat Ekrem Imamoglu kommt im türkischen Fersehen nur selten zu Wort. Bei einem seiner seltenen Interviews ist es nun zu einem Eklat gekommen.

Der vorzeitige Abbruch eines Fernsehinterviews mit dem Istanbuler Oppositionskandidaten Ekrem Imamoglu hat in der Türkei für scharfe Kritik gesorgt. Der Moderator Ahmet Hakan brach am Montagabend ein seltenes Interview mit Imamoglu im Sender CNN Türk vorzeitig ab, als der CHP-Politiker gerade über die Verschwendung von Steuermitteln in der Bosporus-Metropole durch die Bürgermeister der Regierungspartei AKP sprach.

Die Journalistin Sevilay Yilman sprach anschließend auf Twitter von einer "großen Schande". Der Musiker Ferhat Tunc warf dem Moderator "Rückgratlosigkeit und Feigheit" vor, während der Journalist Atilla Tas schrieb, statt "Neutrale Zone" sollte Hakans Sendung "Die Stimme seines Herren" heißen. Hakan hatte die Sendung eine halbe Stunde vor ihrem Ende abgebrochen, als Imamoglu über unnötige Ausgaben der Stadtverwaltung sprechen wollte.

Ende Juni wählt Istanbul noch einmal

Der CHP-Politiker hatte insbesondere moniert, dass Millionen Lira für unnötige Dienstwagen und nicht realisierte Projekte ausgegeben worden seien. Er hatte die Kommunalwahl in Istanbul am 31. März knapp gewonnen und war zwei Wochen später als Bürgermeister eingesetzt worden. Nach einer Beschwerde der AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan ordnete die Wahlkommission Anfang Mai aber eine Wiederholung der Wahl am 23. Juni an.

Der Nachrichtensender CNN Türk und die meisten anderen Medien in der Türkei stehen unter der Kontrolle regierungsnaher Konzerne. CNN Türk wurde vergangenes Jahr an die Demirören-Gruppe verkauft, die enge Verbindungen zu Erdogan hat.
 

 
Die Oppositionsparteien kritisieren seit langem, dass ihre Politiker im Fernsehen kaum Sendezeit erhalten, während die Kundgebungen des Regierungslagers in voller Länge übertragen werden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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