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Unter Tr├Ąnen: Premierministerin May verk├╝ndet R├╝cktritt

dpa, t-online, k├╝p

Aktualisiert am 24.05.2019Lesedauer: 3 Min.
Die britische Premierministerin Theresa May tritt am 7. Juni zur├╝ck.
Die britische Premierministerin Theresa May tritt am 7. Juni zur├╝ck. (Quelle: Toby Melville/Reuters-bilder)
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Theresa May gibt auf: In einer emotionalen Ansprache hat die britische Premierministerin ihren R├╝cktritt als Tory-Chefin verk├╝ndet. Damit sind auch ihre Tage in 10 Downing Street gez├Ąhlt.

Die britische Premierministerin Theresa May wird ihr Amt als Parteichefin am 7. Juni abgeben. Das teilte die konservative Politikerin in einer ├Âffentlichen Stellungnahme zum Schluss mit stockender Stimme und den Tr├Ąnen nahe mit. "Es ist und wird immer eine Angelegenheit von tiefem Bedauern f├╝r mich sein, dass es mir nicht gelungen ist, den Brexit zu vollziehen", sagte May. Es sei die Ehre ihres Lebens gewesen, als zweite weibliche Premierministerin dem Land zu dienen, das sie liebe.

Ihre Tage als Premierministerin sind damit gez├Ąhlt. Sie k├╝ndigte aber an, die Amtsgesch├Ąfte noch weiterzuf├╝hren, bis ein Nachfolger gew├Ąhlt ist.

Mays Position galt schon lange als wackelig. Sie stand von mehreren Seiten massiv unter Druck ÔÇô nicht zuletzt von EU-freundlichen Abgeordneten und Brexit-Hardlinern in ihrer eigenen konservativen Partei. Auch das Land blieb w├Ąhrend der beinahe drei Jahre seit dem Brexit-Referendum tief gespalten in Bef├╝rworter und Gegner des EU-Austritts.

Immer wieder war May schon abgeschrieben worden. Sie hielt sich aber erstaunlich hartn├Ąckig im Amt, m├Âglicherweise auch, weil es schier unm├Âglich schien, ihre Aufgabe zu vollbringen. Mehrmals schien sich ihre Position zu festigen. Doch jedes Mal folgten wieder R├╝ckschl├Ąge.

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Mit ihrem Brexit-Kurs musste sie eine Niederlage nach der n├Ąchsten einstecken. Mitte Januar schmetterten die Abgeordneten das Abkommen, das sie mit der Europ├Ąischen Union ausgehandelt hatte, mit 432 zu 202 Stimmen ab, zwei Monate sp├Ąter fiel das Vertragspaket mit 391 zu 242 Stimmen erneut durch. Ende M├Ąrz kassierte sie das dritte Nein: Der Vertrag wurde mit 344 zu 286 Stimmen wieder abgelehnt.

Mays Autorit├Ąt nahm Schaden

Zwei Mal musste sich die Premierministerin auch einem Misstrauensantrag stellen: einmal in ihrer Fraktion und einmal im Parlament. Beide Abstimmungen ├╝berstand sie zwar, aber ihre Autorit├Ąt nahm deutlich Schaden.

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In einem letzten verzweifelten Versuch, eine Mehrheit f├╝r ihr Abkommen zu erreichen, bot sie sogar eine Parlamentsabstimmung ├╝ber ein Referendum zu ihrem Brexit-Deal an und machte Zugest├Ąndnisse an die oppositionelle Labour-Partei. Damit brachte sie f├╝r ihre innerparteilichen Gegner das Fass zum ├ťberlaufen.

Boris Johnson als Nachfolger?

Das Feld der potenziellen Nachfolger ist gro├č. Die besten Chancen werden Ex-Au├čenminister Boris Johnson einger├Ąumt. Ihm trauen viele zu, entt├Ąuschte Brexit-W├Ąhler wieder einzufangen. Ein Brexit-Hardliner wie Johnson d├╝rfte es allerdings zus├Ątzlich schwer machen, rechtzeitig eine Einigung mit der EU ├╝ber den Austritt zu finden. May hatte einen Aufschub des Austritts bis sp├Ątestens 31. Oktober herausgeschlagen. Ob diese Frist nun eingehalten werden kann oder gar ein chaotischer Austritt droht, ist ungewiss.

Zudem ist unklar, ob Johnson mit den bisherigen Mehrheitsverh├Ąltnissen im Parlament ├╝berhaupt regierungsf├Ąhig w├Ąre. May f├╝hrte seit der vorgezogenen Parlamentswahl im Juni 2017 eine Minderheitsregierung, die von der nordirisch-protestantischen DUP gest├╝tzt wurde. Doch auch damit reichte es nur knapp.

Weitere Kandidaten im Rennen

Ebenfalls ihren Hut in den Ring werfen d├╝rften Berichten zufolge Ex-Brexit-Minister Dominic Raab, Au├čenminister Jeremy Hunt, Innenminister Sajid Javid und Entwicklungshilfeminister Rory Stewart. Umweltminister Michael Gove hat es schon lange auf das Amt des Regierungschefs abgesehen. Auch die am Mittwoch von ihrem Posten als Ministerin f├╝r Parlamentsfragen zur├╝ckgetretene Andrea Leadsom und Verteidigungsministerin Penny Mordaunt gelten als potenzielle Nachfolgerinnen f├╝r May.


Etliche Minister schieden im Streit um ihren Kurs vorzeitig aus ihrem Kabinett aus, darunter Brexit-Minister David Davis und sein Nachfolger Dominic Raab sowie Au├čenminister Boris Johnson. Enge Verb├╝ndete wie Vizeregierungschef Damian Green und Verteidigungsminister Michael Fallon mussten wegen Bel├Ąstigungsvorw├╝rfen den Hut nehmen. Verteidigungsminister Gavin Williamson schasste sie, weil der angeblich vertrauliche Informationen aus einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats an die Presse gegeben hatte. Nun ist es f├╝r sie Zeit zu gehen.

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