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Jacques Chirac: Frankreichs Ex-Präsident im Alter von 86 Jahren gestorben

Im Alter von 86 Jahren  

Frankreichs Ex-Staatschef Jacques Chirac gestorben

26.09.2019, 16:21 Uhr | AFP, dpa, jmt

Frankreichs Ex-Staatschef Jacques Chirac gestorben

Frankreichs ehemaliger Staatschef Jacques Chirac ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Er prägte über Jahrzehnte die französische Politik. (Quelle: t-online.de)

Trauer im Nachbarland: Frankreichs Ex-Staatschef Jacques Chirac ist gestorben. (Quelle: t-online.de)


Frankreichs ehemaliger Staatschef Jacques Chirac ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Er prägte über Jahrzehnte die französische Politik.

Der frühere französische Präsident Jacques Chirac ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 86 Jahren, wie sein Schwiegersohn Frédéric Salat-Baroux der Nachrichtenagentur AFP sagte. Chirac sei am Morgen im Kreis seiner Angehörigen gestorben. Die französische Nationalversammlung gedachte des ehemaligen Staatsoberhaupts mit einer Schweigeminute.

Zurückgezogen aus der Öffentlichkeit

Der konservative Politiker prägte wie kaum ein anderer Politiker über Jahrzehnte das Bild Frankreichs und war bei seinen Landsleuten wegen seiner Volksnähe populär. Seit längerer Zeit litt er nun aber unter schweren Gedächtnisproblemen und trat kaum noch in der Öffentlichkeit auf. Noch während seiner Amtszeit hatte er 2005 einen Schlaganfall.

Der 1932 in Paris geborene Bankierssohn absolvierte die Elite-Hochschule ENA und kämpfte im Algerien-Krieg. Als junger Mann liebäugelte er zunächst mit dem Kommunismus, dann verortete er sich aber bei den Konservativen. Seine innenpolitische Karriere begann er an der Seite des früheren Staatspräsidenten Georges Pompidou. In der Folge war er 18 Jahre lang Bürgermeister von Paris, mehrfach Minister, von 1986 bis 1988 Premierminister und von 1995 bis 2007 Staatsoberhaupt Frankreichs. Er war für seine Leutseligkeit bekannt, galt zugleich aber als harter Machtpolitiker. 

In der Tradition von de Gaulle

In der Außenpolitik sah sich der ;Mann mit dem Spitznamen "Bulldozer" in der Tradition von Republikgründer Charles de Gaulle und vertrat den Kurs eines außenpolitisch unabhängigen Frankreichs, insbesondere auch im Verhältnis zu Washington. International blieb er mit seinem Protest gegen den amerikanischen Irakkrieg in Erinnerung. An der Seite von Bundeskanzler Gerhard Schröder stemmte er sich gegen die Angriffspläne von US-Präsident George W. Bush. 

Zu den Tiefpunkten seiner Karriere gehörte das Nein der Franzosen im Referendum über die geplante EU-Verfassung 2005. Unter seiner Führung nahm Frankreich Mitte der Neunziger Jahre die Tests von Nuklearwaffen wieder auf.


Chiracs Zeit als Bürgermeister von Paris holte ihn nach seinen Jahren im Élyséepalast ein: Als erster französischer Ex-Präsident nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er strafrechtlich verurteilt, zu zwei Jahren Haft auf Bewährung wegen Untreue und Unterschlagung öffentlicher Gelder. Vom Rathaus bezahlte Mitarbeiter hatten in Wahrheit für Chiracs Partei gearbeitet.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen AFP, dpa

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