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Türkei: Überraschender Freispruch für Gezi-Park-Aktivisten

Prozess in der Türkei  

Überraschender Freispruch für Gezi-Park-Aktivisten

18.02.2020, 15:31 Uhr | dpa

Türkei: Überraschender Freispruch für Gezi-Park-Aktivisten. Mücella Yapici zeigt das Victory-Zeichen, als sie das Gerichtsgebäude verlässt: Die Architektin hatte gegen die Bebauung eines Parks im Zentrum Istanbuls demonstriert.  (Quelle: Reuters/Umit Bektas)

Mücella Yapici zeigt das Victory-Zeichen, als sie das Gerichtsgebäude verlässt: Die Architektin hatte gegen die Bebauung eines Parks im Zentrum Istanbuls demonstriert. (Quelle: Umit Bektas/Reuters)

Noch am Morgen standen lebenslange Haftstrafen für die inhaftierten Aktivisten im Raum – jetzt durften sie überraschend das Gerichtsgebäude verlassen. Sie saßen zwei Jahre in Untersuchungshaft.

Gut sechs Jahre nach den regierungskritischen Gezi-Protesten in der Türkei sind der Intellektuelle Osman Kavala und weitere Angeklagte überraschend von allen Vorwürfen freigesprochen worden.

Die Richter am Hochsicherheitsgefängnis Silivri ordneten nach Angaben von Beobachtern zudem Kavalas Entlassung an, der seit mehr als zwei Jahren in Untersuchungshaft sitzt. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft unter erschwerten Bedingungen wegen eines Umsturzversuchs für Kavala, die Architektin Mücella Yapici und Yigit Aksakoglu – Experte für frühkindliche Entwicklung – gefordert. Für weitere Angeklagte verlangte er lange Haftstrafen.

Proteste gegen einen autoritären Präsidenten

Hintergrund der Anklage waren die Gezi-Proteste von Sommer 2013. Damals hatten Aktivisten zunächst gegen die Bebauung des Gezi-Parks im Zentrum Istanbuls demonstriert. Die Aktion weitete sich aus zu landesweiten Demonstrationen gegen die autoritäre Politik des damaligen Ministerpräsidenten und heutigen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Der ließ die Gezi-Proteste brutal niederschlagen.

In dem sogenannten Gezi-Prozess waren insgesamt 16 Aktivisten angeklagt, darunter Menschenrechtler, Anwälte, Kulturschaffende und Architekten. Kavala, der mit zahlreichen deutschen Institutionen zusammenarbeitet, war im November 2017 inhaftiert worden. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hatte im Dezember Kavalas Freilassung gefordert. Die Türkei setzte das Urteil zunächst jedoch nicht um.

Prozessbeginn war im Juni 2019. In Istanbul wird heute zudem ein Urteil im Prozess gegen den deutschen Menschenrechtler Peter Steudtner und zehn weitere Angeklagte erwartet.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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