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Russland lässt Corona-Impfstoff für Tiere zu – an Hunden und Katzen getestet

An Hunden, Katzen und Nerzen getestet  

Russland lässt Corona-Impfstoff für Tiere zu

31.03.2021, 17:42 Uhr | dpa

Russland lässt Impfstoff für Tiere zu

Das Mittel Carniva-Cov soll zunächst auf russischen Pelztierfarmen zum Einsatz kommen, so die zuständige Aufsichtsbehörde Rosselkhoznadzor. (Quelle: Reuters)

Impfstoff für Tiere: In Russland werden ab sofort erstmals Pelztiere gegen Covid-19 geimpft werden. Diese gelten als Überträger des Virus. (Quelle: Reuters)


Dass sich Tiere mit dem Coronavirus infizieren ist selten – manchmal passiert es aber doch. Deshalb hat Russland als weltweit erstes Land einen Corona-Impfstoff für Tiere zugelassen. Für eine Art könnte das besonders relevant sein.

Russland lässt Impfstoff für Tiere zu

Das Mittel Carniva-Cov soll zunächst auf russischen Pelztierfarmen zum Einsatz kommen, so die zuständige Aufsichtsbehörde Rosselkhoznadzor. (Quelle: Reuters)

Impfstoff für Tiere: In Russland werden ab sofort erstmals Pelztiere gegen Covid-19 geimpft werden. Diese gelten als Überträger des Virus. (Quelle: Reuters)


Russland hat eigenen Angaben zufolge als erstes Land weltweit einen Corona-Impfstoff für Tiere zugelassen. Seit vergangenem Oktober sei das Vakzin unter anderem an Hunden, Katzen und Nerzen getestet worden, teilte die russische Agraraufsichtsbehörde am Mittwoch mit. Das der Behörde unterstellte Föderale Zentrum für Tiergesundheit hatte das Präparat namens Carnivac-Cov entwickelt. Bei allen geimpften Tieren seien Antikörper nachgewiesen worden, hieß es.

Eine Notwendigkeit, Haustiere weitläufig zu impfen, bestehe derzeit nicht, "weil Stand heute die Risiken einer Covid-19-Ansteckung von Menschen durch Tiere praktisch winzig sind", zitierte die russische Staatsagentur Tass eine Vertreterin der Agraraufsichtsbehörde. Solche Fälle seien bislang nicht wissenschaftlich registriert worden.

Laut Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) sollte die Situation auch bei Haustieren dennoch im Auge behalten werden. Daher sei im vergangenen Sommer in Deutschland eine Meldepflicht für Infektionen mit SARS-CoV-2 bei Haustieren eingeführt worden. Seitdem seien drei Fälle bei Hunden und vier bei Katzen gemeldet worden. Weltweit wurden den Angaben zufolge bei Katzen rund 90 und bei Hunden 60 Fälle gemeldet.

Nerze sind besonders gefährdet

Ein Impfstoff für Tiere könne in Zukunft möglicherweise die Verbreitung von Virusmutationen verhindern, heißt es in der russischen Mitteilung. Außerdem verwies die Behörde auf die für eine Mutation von Sars-CoV-2 besonders anfälligen Nerze.

Ein Zoo in San Diego in den USA hatte bereits Menschenaffen mit einem speziell für die Tiere entwickelten Impfstoff geimpft. Nach Informationen des FLI habe es bisher allerdings keine Tierimpfungen im großen Stil gegeben, wie eine Sprecherin des Instituts sagte. In der EU gebe es nach eigenem Kenntnisstand bisher keinen zugelassenen Tierimpfstoff gegen das Coronavirus. Russland wolle vermutlich seine Nerzfarmen aufrechterhalten.

In vielen Ländern hat es laut FLI Corona-Infektionen bei Nerzen gegeben, die sich als hochempfänglich für SARS-CoV-2 erwiesen hätten. Dänemark hatte alle Nerze auf Farmen – mehrere Millionen Tiere – töten lassen und begründete dies damit, dass das Coronavirus in den Tieren mutiert sei und sich auf den Menschen übertragen habe.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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