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Kremlkritiker Nawalny will Hungerstreik beenden – nach drei Wochen

Nach drei Wochen  

Kremlkritiker Nawalny will Hungerstreik beenden

23.04.2021, 14:22 Uhr | dpa, AFP, lw

Kremlkritiker Nawalny will Hungerstreik beenden – nach drei Wochen  . Alexej Nawalny: Der Kremlgegner will seinen dreiwöchigen Hungerstreik beenden. (Archivbild) (Quelle: dpa/Babuskinsky District Court/AP)

Alexej Nawalny: Der Kremlgegner will seinen dreiwöchigen Hungerstreik beenden. (Archivbild) (Quelle: Babuskinsky District Court/AP/dpa)

Drei Wochen lang aß der Kremlkritiker nichts im Straflager. Nun hat Alexej Nawalny verkündet, wieder Nahrung aufnehmen zu wollen. Zuvor hatte er sich selbst als "wandelndes Skelett" beschrieben.

Der im Straflager inhaftierte russische Kremlgegner Alexej Nawalny hat ein Ende seines seit drei Wochen andauernden Hungerstreiks angekündigt. Angesichts "aller Umstände" beginne er damit, aus dem Hungerstreik auszusteigen, hieß es in einer Mitteilung am Freitag in seinem Instagram-Kanal. Zuvor hatten seine Ärzte ihm empfohlen, dringend wieder Nahrung zu sich zu nehmen.

Seinen Hungerstreik hatte Nawalny damit begründet, dass die Gefängnisverwaltung ihm eine angemessene medizinische Versorgung verwehre. Der Gesundheitszustand des Kremlgegners sorgte für großes Aufsehen. In einem Beitrag auf Instagram beschrieb sich Nawalny selbst als "wandelndes Skelett".

Nawalny will weiterhin unabhängigen Arzt sehen

Nawalnys Ärzte hatten am Donnerstag in einem von Medien veröffentlichten Brief an den Oppositionspolitiker appelliert, seinen Hungerstreik sofort zu beenden. Sollte er weiter nicht essen, würde das seine Gesundheit weiter schädigen und im schlimmsten Fall zum Tode führen, hieß es. Die Ärzte hatten nach eigenen Angaben die Untersuchungsergebnisse ausgewertet.

Nawalny war zuvor laut seinem Team zu einer Untersuchung in ein Krankenhaus außerhalb des Gefängnisses gebracht worden. Untersucht worden sei er in der Stadt Wladimir östlich von Moskau. Der Politiker klagte zuletzt über Rückenleiden, Lähmungserscheinungen in den Gliedmaßen, Fieber und Husten. Seine Forderung, einen unabhängigen Arzt zu sehen, bleibe weiter bestehen, schrieb Nawalny nun. 

Nawalny-Proteste in Russland: Der Kremlkritiker ist stolz auf die Demonstranten, wie er auf sozialen Netzwerken schreibt. (Quelle: dpa/Denis Kaminev/AP)Nawalny-Proteste in Russland: Der Kremlkritiker ist stolz auf die Demonstranten, wie er auf sozialen Netzwerken schreibt. (Quelle: Denis Kaminev/AP/dpa)

"Stolz und Hoffnung"

Auf Instagram betonte er zudem, dass die landesweiten Demonstrationen seiner Unterstützer ihn mit "Stolz und Hoffnung" erfüllten. Tausende Menschen waren in den vergangenen Tagen in zahlreichen Städten des Landes aus Solidarität mit Nawalny auf die Straße gegangen. Dabei wurden nach Angaben der unabhängigen Beobachtergruppe OVD-Info fast 1.800 Menschen festgenommen.

Nawalny hatte im August einen Anschlag mit einem Nervengift aus der Nowitschok-Gruppe knapp überlebt. Nach dem Anschlag, für den Nawalny den Kreml verantwortlich macht, wurde er nach Deutschland geflogen und in der Berliner Charité behandelt. Unmittelbar nach seiner Rückkehr nach Russland im Januar wurde der Putin-Kritiker festgenommen und später wegen angeblicher Verstöße gegen Bewährungsauflagen zu mehr als zweieinhalb Jahren Lagerhaft verurteilt.

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