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Nach Hilfskonferenz: Milliardenschwere Schuldenerleichterungen für Sudan geplant

Nach Hilfskonferenz  

Milliardenschwere Schuldenerleichterungen für Sudan geplant

17.05.2021, 21:11 Uhr | dpa

Nach Hilfskonferenz: Milliardenschwere Schuldenerleichterungen für Sudan geplant. Abdalla Hamdok, Premierminister des Sudan, nimmt an einer Pressekonferenz während einer internationalen Konferenz zur Unterstützung des Sudan teil.

Abdalla Hamdok, Premierminister des Sudan, nimmt an einer Pressekonferenz während einer internationalen Konferenz zur Unterstützung des Sudan teil. Foto: Sarah Meyssonnier/POOL Reuters/AP/dpa. (Quelle: dpa)

Paris (dpa) - Zur Unterstützung des demokratischen Übergangs wollen internationale Geber den Sudan von milliardenschweren Schulden befreien.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte nach einer Hilfskonferenz am Montag in Paris an, sein Land wolle sogar die gesamten bilateralen Schulden von rund fünf Milliarden US-Dollar (rund 4,12 Milliarden Euro) streichen. "Wir sind für eine Annullierung von fast fünf Milliarden Dollar."

Frankreich habe beim Sudan den höchsten Schuldenanteil im sogenannten Pariser Club. In diesem informellen Gremium suchen wichtige Gläubigerstaaten nach Lösungen bei Schuldenkrisen.

Das internationale Verfahren für die Schuldenverminderung werde voraussichtlich Ende Juni vom Weltwährungsfonds IWF offiziell in Gang gesetzt werden. Gefragt seien nun auch andere Geber: "Diese Anstrengung muss kollektiv sein", forderte der 43-Jährige. Er lobte den demokratischen Übergang in dem Land, der ein Modell für die gesamte Region sein könne. Sudans Premierminister Abdullah Hamduk sprach von einer "historischen Konferenz".

Deutschland sagte ebenfalls Unterstützung zu. Berlin wolle 90 Millionen Euro Zahlungsverpflichtungen des Sudans gegenüber dem IWF übernehmen und zudem auf bilateraler Ebene Verpflichtungen von 390 Millionen Euro erlassen, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD) am Rande.

Maas erinnerte an das Berliner Sudan-Treffen im vergangenen Jahr - damals sei das Land zum ersten Mal nach jahrzehntelanger Isolation wieder in den Kreis der internationalen Gemeinschaft zurückgekehrt. Es wurden in Berlin Hilfen von rund 1,8 Milliarden US-Dollar zugesagt - dieses Geld komme den Menschen unmittelbar zu Gute, sagte Maas. Es gehe darum, "dass die Demokratie in dem Land eine Chance hat".

Der Sudan wurde 30 Jahre lang von Präsident Omar al-Baschir mit harter Hand regiert, bis der Machthaber 2019 von der Armee gestürzt wurde. Daraufhin gründeten Zivilisten und Militärs eine gemeinsame Übergangsregierung, was weltweit begrüßt wurde. Allerdings steckt das Land noch immer in einer tiefen Wirtschaftskrise, die durch die Corona-Pandemie verschlimmert wurde.

Frankreich will dem Sudan auch einen Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Dollar einräumen, um Rückstände beim IWF zu zahlen, sagte Macron. Die USA hatten bereits einen Überbrückungskredit von 1,15 Milliarden Dollar gewährt, damit der Sudan Rückstände bei der Weltbank begleichen kann. Am Dienstag lädt Macron zu einem Gipfel zur wirtschaftlichen Unterstützung Afrikas ein.

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