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Kiew: Belarussischer Aktivist Witaly Schischow tot aufgefunden

Witaly Schischow  

Aktivist aus Belarus tot in Kiew aufgefunden – Mordermittlungen

03.08.2021, 14:13 Uhr | AFP, rtr, dpa, t-online

Kiew: Belarussischer Aktivist Witaly Schischow tot aufgefunden. Witaly Schischow: Der Aktivist aus Belarus lebte im Nachbarland Ukraine. (Quelle: dpa)

Witaly Schischow: Der Aktivist aus Belarus lebte im Nachbarland Ukraine. (Quelle: dpa)

Wie viele Belarussen ist Witaly Schischow vor dem Lukaschenko-Regime ins Exil geflüchtet. Von Kiew aus hat er seine politische Arbeit fortgesetzt. Dort ist nun seine Leiche in einem Park entdeckt worden.

Einen Tag nach seinem plötzlichen Verschwinden in Kiew ist der belarussische Aktivist Witaly Schischow tot aufgefunden worden. Schischow sei erhängt in einem Park in der Nähe seiner Wohnung in der ukrainischen Hauptstadt entdeckt worden, teilte die Polizei mit. Sie nahm Mordermittlungen auf. Schischow hatte von Kiew aus die Organisation "Belarussisches Haus der Ukraine" im Messengerdienst Telegram geleitet.

Schischow war vermisst gemeldet worden, nachdem er am Montagmorgen nicht von einer Joggingrunde zurückgekehrt war. Die Nichtregierungsorganisation Wjasna erklärte unter Berufung auf Freunde Schischows, der Aktivist sei kürzlich beim Joggen von Fremden verfolgt worden.

Viele Belarussen fliehen

Sein Tod sei ein Schock, erklärte die Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Menschenrechte, Gyde Jensen (FDP). "Nach den Erfahrungen der letzten Monaten ist es zumindest sehr naheliegend, dass Schergen von Diktator Lukaschenko in seinen Tod verwickelt sein könnten." Die EU müsse den ukrainischen Behörden Unterstützung bei den Ermittlungen anbieten, forderte Jensen.

Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja drückte Schischows Angehörigen ihr Beileid aus. "Belarussen können nicht einmal im Ausland sicher sein, solange es diejenigen gibt, die sich an ihnen rächen wollen", schrieb sie auf Telegram.

Betrugsvorwürfe gegen Lukaschenko

Viele Belarussen fliehen angesichts von Repressionen in ihrem Heimatland in die benachbarte Ukraine, nach Polen oder Litauen. Der seit fast drei Jahrzehnten regierende belarussische Präsident Alexander Lukaschenko war vor einem Jahr trotz massiver Betrugsvorwürfe zum Sieger der Präsidentschaftswahl erklärt worden. Dies löste in Belarus historische Massenproteste aus, die von den Sicherheitskräften brutal niedergeschlagen wurden.

Lukaschenko ließ zuletzt mit einem Kampfflugzeug eine Passagiermaschine beim Überflug über Belarus abfangen und nach der erzwungenen Landung einen bekannten Oppositionellen und dessen Freundin festnehmen. Westliche Staaten haben deshalb Sanktionen gegen die Regierung in Minsk erlassen. 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen AFP, Reuters, dpa

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