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Frankreich: Rechtsradikaler Éric Zemmour stellt sich zur Präsidentenwahl

Rechtsradikaler Politiker  

Éric Zemmour will französischer Präsident werden

30.11.2021, 12:50 Uhr | rtr, AFP

Frankreich: Rechtsradikaler Éric Zemmour stellt sich zur Präsidentenwahl. Éric Zemmour: Der Rechtspopulist mischt Frankreich auf. (Quelle: imago images/IM3Press)

Éric Zemmour: Der Rechtspopulist mischt Frankreich auf. (Quelle: IM3Press/imago images)

Er ist in Frankreich umstritten: Éric Zemmour. Dennoch hat der Rechtspopulist Ambitionen, Macrons Nachfolger zu werden. Der Politiker wurde bereits wegen Volksverhetzung verurteilt. 

Der rechtsradikale Publizist Éric Zemmour kandidiert bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich im April 2022. Er habe sich dafür entschieden, um Frankreich zu "retten", sagte Zemmour in einer am Dienstag auf Onlineplattformen veröffentlichten Videobotschaft. Der 63-Jährige galt schon seit Längerem als möglicher Herausforderer des Amtsinhabers Emmanuel Macron.

"Wir sind ein großartiges Volk. Wir lassen uns nicht austauschen, wir lassen uns nicht kolonisieren", erklärte Zemmour in dem auf seinem YouTube-Kanal veröffentlichten Video. Er vertritt den in rechtsextremen Kreisen verbreiteten Mythos des "großen Austausches", nach dem die europäische Bevölkerung angeblich durch muslimische Migranten und deren Nachfahren ersetzt wird.

Der ehemalige Journalist, der für seine rigorose Anti-Migrationspolitik bekannt ist, hat mit seiner polarisierenden Sprache und seinem Auftreten die Vorwahlen dominiert. Doch nach einem kometenhaften Aufstieg in den Meinungsumfragen, von denen mehrere ihm den Einzug in die Stichwahl voraussagten, hat seine Popularität zuletzt gelitten.

Wegen Volksverhetzung verurteilt 

Zemmours polarisierende und scharfe Kritik am Islam und an der Einwanderung hat ihm sowohl Unterstützung aus der Wählerschaft der etablierten rechtsextremen Partei Rassemblement National von Marine Le Pen als auch der konservativen Rechten gebracht.

Der Rechtspopulist, der wegen Volksverhetzung verurteilt wurde, sollte noch am Abend in der Nachrichtensendung des Senders TF1 auftreten, ein üblicher Schritt für Präsidentschaftskandidaten. Die meisten Meinungsumfragen sagen eine Stichwahl zwischen dem amtierenden Präsidenten Emmanuel Macron und Le Pen im April voraus und sehen Macron als Favoriten. Zemmour hatte jedoch eine Zeit lang vor Le Pen gelegen, und einige Umfragen deuten auf ein enges Rennen um Platz zwei hin.

Zemmour steht bei rund 14 Prozent

Allerdings hatte Zemmour erst am Wochenende wieder angeeckt und für einen Eklat gesorgt. Nach einem turbulenten Wahlkampfauftritt in Marseille wurde er fotografiert, wie er einer Demonstrantin, die ihm den Mittelfinger zeigte, die gleiche beleidigende und obszöne Geste entgegnete. Ärger hatte die Reizfigur zuletzt auch mit dem Boulevardmagazin "Closer". Zemmour verklagte das Magazin, weil es behauptet hatte, seine wichtigste politische Beraterin erwarte ein Kind von ihm.

Laut einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage käme Zemmour im ersten Wahlgang auf 14 bis 15 Prozent der Stimmen, Le Pen hingegen auf rund 19 Prozent. Amtsinhaber Macron kann demnach auf 25 Prozent hoffen. Die erste Wahlrunde ist für den 10. April angesetzt. Die Stichwahl zwischen den beiden bestplatzierten Kandidaten ist am 24. April vorgesehen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen Reuters und AFP

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