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Kim Jong Un ignoriert Hilfsangebote aus dem Ausland

dpa, Von Dirk Godder

18.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Kim Jong Un, Nordkoreas Machthaber: Sowohl S├╝dkorea als auch China warten auf eine Antwort von ihm.
Kim Jong Un, Nordkoreas Machthaber: Sowohl S├╝dkorea als auch China warten auf eine Antwort von ihm. (Quelle: North Korea's Korean Central News Agency (KCNA)/Reuters-bilder)
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Nordkorea kann dem Coronavirus letztlich nicht entkommen. Dem Land droht jetzt ein dramatischer Gesundheitsnotstand. Will Machthaber Kim Jong Un trotzdem ohne Hilfe von au├čen auskommen?

Seit Tagen wartet S├╝dkorea vergeblich auf Antwort aus Nordkorea. In dem abgeschotteten Nachbarland grassiert das Coronavirus, und die Regierung in Seoul bietet nun Hilfe zur ├ťberwindung der Notlage an. Sie will Impfstoffe und andere medizinische Versorgungsg├╝ter liefern. Doch Pj├Ângjang bleibt stumm. "Wir haben bisher keine Antwort", sagte eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums am Mittwoch. Dabei hatte die kommunistische F├╝hrung unter Machthaber Kim Jong Un schon in der vergangenen Woche einger├Ąumt, der Staat erlebe den "ernsthaftesten Notfall".

Das Problem: Es gibt in dem verarmten, aber hochger├╝steten Land keine Impfstoffe f├╝r eine fl├Ąchendeckende Versorgung, und das Gesundheitssystem gilt als r├╝ckst├Ąndig und chronisch unterfinanziert. Experten sehen deshalb schlechte Voraussetzungen, um die Ausbreitung des Virus einzud├Ąmmen.

Als eines der letzten L├Ąnder der Erde hatte Nordkorea offiziell best├Ątigt, dass es Infektionsf├Ąlle mit dem Krankheitserreger gebe. Einen Tag sp├Ąter hie├č es, bei einem Toten sei die Omikron-Subvariante BA.2 nachgewiesen worden. Schon seit Ende April schoss demnach die Zahl fieberbedingter Erkrankungen explosionsartig in die H├Âhe. Am Mittwoch meldete das Land, es seien bisher mehr als 1,7 Millionen F├Ąlle registriert worden, Hunderttausend bef├Ąnden sich noch in Behandlung. Es habe ├╝ber 60 Todesf├Ąlle gegeben. Nordkorea-Beobachter vermuten, die wahren Zahlen k├Ânnten weit dar├╝ber liegen.

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Experten ├╝berrascht ├╝ber Jong Uns Eingest├Ąndnis

Nicht nur S├╝dkorea, auch China bot Unterst├╝tzung an. Die schnelle Reaktion der Nachbarl├Ąnder deutet aber auch auf die schwierige Lage hin, in der sich Nordkorea mit seinen 26 Millionen Bewohnern befindet. Mehr als zwei Jahre lang verfolgte Nordkorea seine eigene Null-Covid-Strategie. Das Land hatte seine Grenzen schon fr├╝hzeitig geschlossen, um die Einschleppung des Coronavirus zu verhindern. Es gab weder Berichte ├╝ber Infektionsf├Ąlle, noch wurde etwas dar├╝ber bekannt, dass das Land Corona-Impfstoffe importiert h├Ątte.

Bahnhofspersonal bei der Desinfektion des Bahnhofsgel├Ąndes in Pj├Ângjang: In dem Land sind bereits mehrere Menschen an dem "Fieber" gestorben.
Bahnhofspersonal bei der Desinfektion des Bahnhofsgel├Ąndes in Pj├Ângjang: In dem Land sind bereits mehrere Menschen an dem "Fieber" gestorben. (Quelle: /kcna/dpa-bilder)

Doch Kims Strategie ging nicht auf. Seit dem Ausbruch ging die F├╝hrung in den Krisenmodus ├╝ber, eine epidemische Notlage wurde ausgerufen. Die Krise stellt jetzt die F├╝hrung vor ein besonderes Dilemma. Soll sie Hilfe von au├čen annehmen, und wenn ja, von wem?

Experten in S├╝dkorea ├Ąu├čerten sich schon ├╝ber das Eingest├Ąndnis des Ausbruchs ├╝berrascht. "Das zeigt, dass Nordkorea mit der Situation gr├╝ndlich umgehen will", sagt Paik Hak Soon vom Sejong-Institut. Das k├Ânne aber auch bedeuten: "Sie sind vielleicht bereit, ausl├Ąndische Hilfe zu akzeptieren." Abgesehen von der grunds├Ątzlichen Bereitschaft S├╝dkoreas, humanit├Ąre Hilfe zu leisten, w├╝rde sie auch politische Wirkung haben. "Die Lieferung von Vakzinen w├Ąre der Start eines Dialogs", meint Paik. Die Hilfe m├╝sste jedoch ohne Bedingungen erfolgen.

Eine Frage der Ehre

Dazu w├Ąre S├╝dkorea bereit, auch wenn die politische Situation auf der koreanischen Halbinsel derzeit wieder deutlich angespannt ist. Nordkorea hatte in diesem Jahr bereits mehrfach trotz Verbotsbeschl├╝ssen des UN-Sicherheitsrats Raketen getestet, die einen Atomsprengkopf tragen k├Ânnen. Experte Paik ist sich sicher, dass Nordkorea weiter Waffen testen wird. "Die Sicherheitsfrage hat trotz der Gesundheitskrise (f├╝r Pj├Ângjang) absoluten Vorrang."

Kim Jong Un, Machthaber in Nordkorea: Staatsmedien zeigen ihn bei der t├Ąglichen Sitzung mit der Arbeiterpartei.
Kim Jong Un, Machthaber in Nordkorea: Staatsmedien zeigen ihn bei der t├Ąglichen Sitzung mit der Arbeiterpartei. (Quelle: North Korea's Korean Central News Agency (KCNA)/Reuters-bilder)

Hilfe aus S├╝dkorea komme jedoch f├╝r Nordkorea derzeit nicht in Frage, glaubt Lim Eul Chul vom Institut f├╝r Fernost-Studien an der Kyungnam-Universit├Ąt. Beide L├Ąnder st├╝nden in einem Wettbewerb. "Kim Jong Un sagt, dass sein Land ein milit├Ąrisch starkes Land ist, seine W├╝rde w├╝rde verletzt, wenn er Hilfe (aus S├╝dkorea) annimmt." Dennoch w├Ąre es m├Âglich, dass Hilfe aus China k├Ąme. Medienberichte, wonach Nordkorea bereits Flugzeuge nach China geschickt hat, um medizinische Versorgungsg├╝ter zu laden, blieben aber bis zum Mittwoch unbest├Ątigt.

Experten f├╝rchten Lebensmittelkrise

Seit dem Ausbruch werden die Staatsmedien nicht m├╝de, Kim als umsichtigen Krisenmanager zu zeigen, der t├Ąglich Sitzungen der Arbeiterpartei abh├Ąlt, um Anweisungen zu geben, der Schlampereien im Pr├Ąventionssystem aufdeckt oder sich selber vor Ort ├╝ber die Versorgung mit Arzneien erkundigt.

Kim lie├č aber auch alle St├Ądte und Landkreise abriegeln. F├╝r viele Menschen k├Ânnte sich dadurch die ohnehin angespannte Ern├Ąhrungssituation weiter verschlechtern, wie Experten bef├╝rchten. Nach Angaben von UN-Organisationen haben mehr als 40 Prozent der Bev├Âlkerung keinen regelm├Ą├čigen Zugang zu Nahrung.

Gesundheitsministerium ├Ąndert seinen Kurs

Wie viele "Fieberpatienten" tats├Ąchlich eine Corona-Erkrankung haben, ist weiter unklar. Nordkorea fehlen die Kapazit├Ąten, Massentests durchzuf├╝hren. Das medizinische Personal k├Ânne jetzt endlich eine richtige Diagnose liefern, weil die Regierung offiziell den Ausbruch eingestanden habe, zitierte das Fachmedium "Daily NK" einen Informanten in Pj├Ângjang.

Zwar habe es schon fr├╝her Menschen mit verd├Ąchtigen Symptomen im Land gegeben, aber die Krankheit habe nicht mit Namen genannt werden d├╝rfen. Jetzt fordere das Gesundheitsministerium die ├ärzte auf, "sie als Covid-19 zu bezeichnen".

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