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Taiwan beginnt Manöver zur Abwehr eines möglichen Angriffs

Von dpa, afp
Aktualisiert am 09.08.2022Lesedauer: 2 Min.
Soldaten der chinesischen Marine: Ungeachtet aller Proteste setzte China seine Militärübungen am Montag fort.
Chinesische Soldaten während der Militärübungen nahe Taiwan: Ungeachtet aller Proteste setzte China seine Manöver auch am Dienstag fort. (Quelle: Xu Chen/imago)
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Taiwan reagiert auf das immer noch andauernde chinesische Militärmanöver: Das Land übt jetzt mit scharfer Artillerie-Munition für den Fall einer Invasion.

Taiwan hat nach Tagen massiver chinesischer Militärmanöver seinerseits Übungen zur Abwehr eines möglichen Angriffs begonnen. Dabei wurde am Dienstag in Taiwans südlichstem Landkreis Pingtung scharfe Artillerie-Munition abgefeuert, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP vor Ort berichtete. Ein Armeesprecher bestätigte den Beginn der Übung.

Der Sprecher hatte im Vorfeld gesagt, die taiwanische Armee werde am Dienstag und Donnerstag "Gegenmaßnahmen gegen simulierte feindliche Angriffe auf Taiwan üben". Hunderte Soldaten und rund 40 Haubitzen würden dabei zum Einsatz kommen. Die Übungen seien schon länger geplant gewesen und stellten keine Reaktion auf die Manöver Chinas dar.

Taiwan hält regelmäßig Manöver ab, bei denen eine chinesische Invasion simuliert wird. Im Juli hatte das taiwanische Militär im Rahmen seiner größten jährlichen Übung die Abwehr von Angriffen aus dem Meer in einer "gemeinsamen Abfangoperation" geübt.

Massiver chinesischer Militäraufmarsch

China hatte vergangene Woche nach einem Taiwan-Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi riesige Militärmanöver in den Gewässern rund um Taiwan begonnen. Ungeachtet aller Proteste und entgegen eigener Ankündigungen setzte China seine Militärübungen auch am Dienstag fort. Das teilte die chinesische Volksarmee mit. Dabei kämen die Luftwaffe und die Marine zum Einsatz. Bei den Übungen rund um die Insel Taiwan stünden "gemeinsame Blockade- und gemeinsame Unterstützungseinsätze" im Mittelpunkt.

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Ursprünglich hatte Peking angekündigt, die Übungen am Sonntag beenden zu wollen. Das chinesische Außenministerium argumentierte, dass die Militärmanöver in den eigenen Gewässern stattfänden. China betrachtet die Insel als Teil seines Territoriums.

Biden sieht keine weitere Eskalation

Das taiwanische Verteidigungsministerium betonte, dass man weiter die Mitte in der Seestraße von Taiwan als Grenzlinie zwischen beiden Ländern ansehe. Dies sei eine stillschweigende Übereinkunft, die seit den 1950er-Jahren besteht, und ihre Existenz sei eine "Tatsache". Chinesische Schiffe und Flugzeuge haben diese Linie aber bei ihren Manövern nun wiederholt überschritten.

US-Präsident Joe Biden zeigte sich zuversichtlich, dass China seine Manöver rund um Taiwan nicht ausweiten und die Lage weiter eskalieren wird. "Es macht mir Sorgen, dass sie so weit gegangen sind", sagte er. "Ich glaube aber nicht, dass sie darüber hinaus gehen werden."

"Um uns herum braut sich ein Sturm zusammen"

Singapurs Ministerpräsident Lee Hsien Loong sagte: "Um uns herum braut sich ein Sturm zusammen". In einer Fernsehansprache warnte Lee vor Fehlkalkulationen im Zusammenhang mit den Spannungen in der Straße von Taiwan. "Die Beziehungen zwischen den USA und China verschlechtern sich, mit unlösbaren Problemen, tiefem Misstrauen und begrenztem Engagement", sagte Lee.

Singapur werde von der intensiven Rivalität und den Spannungen in der Region gebeutelt und müsse sich auf eine Zukunft einstellen, die weniger friedlich und stabil sei als die jetzige.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen AFP und dpa
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  • Bastian Brauns
Von Bastian Brauns
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