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Israels Armee: Hamas-Tunnel unter UNRWA-Hauptgebäude gefunden


Eingang in UNRWA-Schule
Israel: Hamas-Rechenzentrum unter UN-Gebäude entdeckt

Von dpa, mam

10.02.2024Lesedauer: 3 Min.
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Israelische Soldaten vor dem UNRWA-Hauptgebäude in Gaza: Sie beschuldigen die Mitarbeiter, davon gewusst zu haben, dass sich Hamas unter ihnen befinden. (Quelle: reuters)
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Die israelische Armee hat einen Tunnel unter dem Hauptgebäude der UN-Palästinenserhilfsorganisation entdeckt. Sie erhebt schwere Vorwürfe. Das UNRWA widerspricht.

Die israelische Armee (IDF) hat im Gazastreifen nach eigenen Angaben einen Tunnel der Terrororganisation Hamas unter dem Hauptgebäude der Hilfsorganisation der Vereinten Nationen für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) entdeckt. Das berichten israelische Medien, deren Journalisten an einer Führung der IDF in dem Tunnel teilnehmen konnten. Auch postet die IDF am Sonntag ein Video auf der Kurznachrichtenplattform X, das den Tunnel der Hamas zeigen soll. Demnach diente der Tunnel als Rechenzentrum und damit als wichtige Einrichtung des Militärgeheimdienstes der Hamas.

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Der unterirdische Gang ist nach Angaben der IDF 700 Meter lang und liegt in 18 Metern Tiefe. Sein Haupteingang befinde sich in einer UNRWA-Schule und führe von dort aus zu dem Hauptgebäude der Hilfsorganisation in Gaza-Stadt. Dort will das Militär in den vergangenen zwei Wochen zudem große Mengen von Waffen und Sprengstoff gefunden haben. Weitere Indizien deuteten darauf hin, dass Büros und Räumlichkeiten der UNRWA-Zentrale von Hamas-Terroristen genutzt worden seien. Es gab keine Angaben dazu, wann genau diese Nutzung erfolgt sei, ob vor oder nach Kriegsbeginn. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Israel wirft der UNRWA vor, von dem Gang der Hamas unter ihrem Gebäude gewusst und diese die Terroristen gedeckt zu haben. "Es besteht kein Zweifel, dass die UNRWA-Mitarbeiter wussten, dass Hamas unter ihnen einen riesigen Tunnel grub", sagte der Kommandeur der 401. Panzerbrigade, Oberst Benny Aharon der "Times of Israel" bei einer Führung durch den Tunnel. "Es gibt eine Mauer, ein Tor, Kameras, am Tor protokollieren, wer ein- und ausgeht. Wer auch immer bei UNRWA arbeitete, wusste sehr gut, wer hereinkam und wen er vertrat", so Aharon. "Das UNRWA gibt der Hamas Rückendeckung, es weiß genau, was im Untergrund geschieht, und das UNRWA finanziert mit seinem Budget einen Teil der militärischen Fähigkeiten der Hamas, das steht fest", sagte er.

UNRWA weist Vorwürfe zurück

UNRWA-Chef Philippe Lazzarini weist die Vorwürfe zurück. Das Personal der UNRWA habe das Hauptquartier auf Anordnung des israelischen Militärs bereits am 12. Oktober geräumt, schreibt er auf X. Wann immer in der Vergangenheit ein verdächtiger Hohlraum in der Nähe oder unter dem UNRWA-Gelände gefunden worden sei, habe man umgehend Protestbriefe an die Konfliktparteien, also die IDF und die Hamas, gerichtet.

UNRWA sei eine humanitäre Organisation und habe "weder die militärische und Sicherheitsexpertise noch die Kapazität, um das, was unter ihren Anlagen ist oder sein könnte, militärisch zu inspizieren", fügt er hinzu. Die israelischen Behörden hätten die UNRWA zudem nicht offiziell über den angeblichen Tunnel informiert. Unabhängig prüfen lassen sich die Angaben beider Seiten derzeit nicht.

Gegen die UNRWA waren zuletzt schwere Vorwürfe bekannt geworden: Zwölf Mitarbeiter des UN-Hilfswerks stehen im Verdacht, in den beispiellosen Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober verstrickt gewesen zu sein. Staaten wie Deutschland, Großbritannien, Japan, Kanada, Neuseeland und die USA kündigten als Reaktion auf die Vorwürfe an, ihre Zahlungen an das Hilfswerk vorerst zu stoppen. Die UNO will die Vorwürfe von einem unabhängigen Ausschuss untersuchen lassen.

Auslöser des Gaza-Krieges war das beispiellose Massaker, das Terroristen der Hamas sowie anderer extremistischer Palästinenserorganisationen am 7. Oktober in Israel nahe der Grenze zum Gazastreifen verübt haben. Dabei töteten sie mehr als 1.200 Zivilisten und verschleppten zahlreiche Menschen als Geiseln nach Gaza. Zudem schießt die Terrororganisation mit ihren Verbündeten regelmäßig Raketen auf Israel.

Verwendete Quellen
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