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NGO-Helfer im Gaza-Streifen getötet: Hilfsorganisationen äußern sich


Organisationen über getötete NGO-Mitarbeiter
"Das ist einfach erschütternd"


Aktualisiert am 02.04.2024Lesedauer: 2 Min.
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ISRAEL-PALESTINIANS/GAZA-FOREIGNERSVergrößern des Bildes
Eines der getroffenen Fahrzeuge der "World Central Kitchen": Bei dem Angriff auf den Konvoi der Hilfsorganisation starben mehrere Menschen. (Quelle: Ahmed Zakot/reuters)

Sieben ausländische Helfer von World Central Kitchen sind im Gazastreifen ums Leben gekommen. Andere Hilfsorganisationen ziehen daraus vorerst zwar keine Konsequenzen – sagen aber: Die Lage sei gefährlich.

Der Tod von ausländischen Helfern im Gazastreifen bei einem israelischen Luftangriff hat international große Empörung ausgelöst. Die Hilfsorganisation World Central Kitchen (WCK) bestätigte den Tod von sieben ihrer Mitarbeiter. Die Opfer stammten laut der Organisation aus Australien, Polen, Großbritannien und den Palästinensergebieten – zudem habe eines der Opfer die amerikanische und kanadische Staatsbürgerschaft. Mehr dazu lesen Sie hier.

World Central Kitchen will angesichts des tödlichen Vorfalls ihren Einsatz in der Region sofort stoppen. Über die künftige Arbeit vor Ort werde bald entschieden.

Andere Hilfsorganisationen, die im Gazastreifen operieren, wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und Unicef, ziehen zunächst keine Konsequenzen aus dem Vorfall. "Es handelt sich nicht um eine neue Eskalationsstufe", sagte Christof Johnen, Leiter der Internationalen Zusammenarbeit beim Deutschen Roten Kreuz (DRK), im Gespräch mit t-online.

Zuvor nur Ortskräfte getötet

"Der Vorfall zeigt vielmehr, wie gefährlich es in Gaza ist und dass es keine Sicherheit gibt, auch nicht für humanitäre Helfer", sagte Johnen. Das Rote Kreuz bespreche jeden Einsatz vorab mit allen Konfliktparteien, trotzdem seien schon 15 Mitarbeiter der Partnerorganisation Palästinensischer Roter Halbmond getötet worden.

Bei allen handelte es sich um Ortskräfte, die selbst aus Gaza stammten. Johnen vermutet, dass "die Aufmerksamkeit jetzt größer ist, weil es sich um internationale Helfer handelt."

Ähnlich sieht es auch Unicef-Sprecherin Tess Ingram. Sie ist seit kurzem in Gaza, um sich selbst ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Kurz nach ihrer Ankunft erfuhr sie von den getöteten Mitarbeitern von WCK. "Dass humanitäre Helfer getötet wurden, ist einfach erschütternd", sagte sie. Der Vorfall stehe repräsentativ für die 32.000 Toten, die der Konflikt bereits hervorgebracht habe, darunter auch 174 UN-Mitarbeiter.

Die Menschen in Gaza seien weiter auf Hilfe angewiesen

Die Zivilbevölkerung im Gazastreifen wird von Israel immer wieder aufgefordert, sich in bestimmte Gebiete zu begeben. Dadurch befinden sich zunehmend mehr Menschen auf immer engerem Raum.

"Natürlich ist die Unterscheidung und Trennung von militärischen und zivilen Zielen unglaublich schwierig", sagte Johnen. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach in einer Videobotschaft von einem "tragischen Fall eines unabsichtlichen Treffers unserer Streitkräfte gegen Unschuldige im Gazastreifen".

Dass World Central Kirchen ihren Einsatz in Gaza nun stoppen will, ist laut Ingram nachvollziehbar, aber ein großer Verlust für die Zivilbevölkerung. "World Central Kitchen ist ein substanzieller Part der Nahrungsversorgung in Gaza, der jetzt pausiert", sagte die Unicef-Sprecherin. Die ohnehin schon extreme Lebensmittelknappheit in dem Gebiet werde dadurch noch verstärkt.

Humanitäre Hilfe werde weiter dringend benötigt. Die Hilfe habe um 70 Prozent abgenommen, während der Bedarf zugenommen habe, sagte Ingram. "Dafür müssen humanitäre Helfer respektiert und geschützt werden", forderte die Unicef-Sprecherin.

Verwendete Quellen
  • Telefongespräch mit Christof Johnen
  • Telefongespräch mit Tess Ingram
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