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Wikileaks enthüllt: So lassen es die Saudis krachen

Aktualisiert am 10.12.2010Lesedauer: 2 Min.
Nach Außen sind die Saudis strenge Muslime - doch die Realität sieht für die junge Oberschicht anders aus
Nach Außen sind die Saudis strenge Muslime - doch die Realität sieht für die junge Oberschicht anders aus (Quelle: dpa)
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Jetzt nimmt sich Wikileaks die Saudis vor: Das Enthüllungsportal hat den US-Bericht über ein ausschweifendes Prinzen-Fest und die Partykultur des muslimischen Staats veröffentlicht. Die Religionspolizei drückt dabei ein Auge zu.

Viel Alkohol, wenig Kleidung und heiße Flirts. Ein DJ bringt die Tanzfläche zum Kochen. Eine Strandparty auf Mallorca? Der neuste Szeneclub in Berlin? Falsch: Dschidda in Saudi-Arabien, gut 20 Kilometer westlich der heiligen Stadt Mekka. Hinter dem Schleier einer der strengsten Auslegungen des Islams lässt sich die Jugend ihren Spaß nicht nehmen. Die Sittenpolizei drückt ein Auge zu - falls der Gastgeber zur Königsfamilie gehört.

"Alkohol, Drogen, Sex"

Laut dem Wikileaks-Dokument war ein US-Diplomat auf geheimer Mission in Saudi-Arabien unterwegs. Sein Auftrag: die "sozialen Interaktionen" der Jugend der arabischen Oberschicht zu beobachten. Sein Report liest sich wie ein Artikel aus einem Lifestyle-Magazin.

"Das Nachtleben im Untergrund floriert", schreibt der Diplomat. Die Elite in der Hafenstadt am Roten Meer brauche praktisch auf nichts zu verzichten. "Die volle Bandbreite weltlicher Laster ist verfügbar: Alkohol, Drogen, Sex - aber alles hinter verschlossen Türen." Wohlgemerkt, es geht hier um Saudi-Arabien, dem Land, in dem Frauen nicht einmal Auto fahren dürfen und Gefängnisstrafen drohen, wenn sie mit fremden Männern ins Gespräch kommen.

Der Schleier bleibt am Eingang hängen

Der Bericht von der Party eines saudischen Prinzen liefert einen lebendigen Eindruck vom Leben hinter der Fassade des erzkonservativen Wahabismus. Am Eingang erfolgt zunächst ein Sicherheitscheck. An der Garderobe legen die Damen ihre schwarzen, von Kopf bis Fuß reichenden Schleier ab. Im Inneren des Clubs servieren philippinische Kellnerinnen schwarz gebrannten Wodka. Prostituierte bieten offen ihre Dienste an. "Nichts ungewöhnliches auf solchen Partys", schreibt der US-Diplomat.

Zwischen der offiziellen Sittenlehre und der inoffiziellen Praxis scheint auf der arabischen Halbinsel eine tiefe Lücke zu klaffen. "Wenn man sich mit den Gesellschaften des Nahen Ostens beschäftigt, merkt man schnell, dass hier mehrere Schichten übereinander lagern", sagt Salman Schaich vom Brookings-Zentrum Doha, dem katarischen Ableger eines US-Instituts.

Dass die Veröffentlichung des Berichts irgendwelche Folgen haben wird, glaubt der Wissenschaftler nicht. "Natürlich kann so etwas zu Verlegenheit führen", sagt Schaich, "aber in einer verschlossenen Gesellschaft wie der saudischen gibt es einer Reihe stillschweigender Abkommen". Niemand im Land habe ein Interesse daran, einem solchen Bericht mehr Aufmerksamkeit zu schenken als notwendig.

Sittenwächter schauen weg

Der Name des Prinzen, der zu dem ausschweifenden Fest in Dschidda geladen hatte, war in dem Wikileaks-Dokument geschwärzt. Es sei keiner der potenziellen Thronfolger gewesen, schreibt der Autor, aber doch einer mit "beträchtlichen Privilegien". Die sonst allgegenwärtige Religionspolizei sei nirgends in der Nähe zu sehen gewesen.

"Unter der Oberfläche genießt die Jugend in Saudi-Arabien relativ viele Freiheiten, auch was die Sexualität anbelangt", so das abschließende Urteil des US-Diplomaten. Ein Urteil, das auch die saudische Frauenrechtlerin Wadscheha al-Hawaidar bestätigt. Die Hingabe zu Vergnügungen nach westlichem Vorbild sei ein offenes Geheimnis. "Das Leben sucht sich seine Wege, auch wenn man eine Gesellschaft unter noch so starken Druck stellt", sagt al-Hawaidar. "Wir sind schließlich nicht aus Fels, wir sind Menschen".

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