Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Internationale Politik >

Armenien: Demonstranten jagen Regierungschef aus dem Amt

...

Armenien  

Demonstranten jagen Regierungschef aus dem Amt

23.04.2018, 16:12 Uhr

Armenien: Demonstranten jagen Regierungschef aus dem Amt. Menschen in Eriwan bejubeln den Rücktritt von Armeniens Ministerpräsident Sersch Sargsjan: Die Massenproteste gegen ihn waren erfolgreich. (Quelle: Karo Sahakyan/PAN Photo/AP/dpa)

Menschen in Eriwan bejubeln den Rücktritt von Armeniens Ministerpräsident Sersch Sargsjan: Die Massenproteste gegen ihn waren erfolgreich. (Quelle: Karo Sahakyan/PAN Photo/AP/dpa)

Tagelang hatten Tausende Demonstranten seinen Rücktritt gefordert. Jetzt ist Armeniens Regierungschef zurückgetreten. Der Grund: Er folgte dem Beispiel Wladimir Putins.

Armeniens Regierungschef Sersch Sargsjan ist nach tagelangen Massenprotesten zurückgetreten. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Armenpress berichtete, reichte Sargsjan am Montag seinen Rücktritt ein. In der einstigen Sowjetrepublik hatten Demonstranten seit eineinhalb Wochen den Rücktritt des Ministerpräsidenten gefordert, der nach zwei Amtszeiten als Präsident in das Amt des Regierungschefs gewechselt war.

"Ich trete vom Posten des Regierungschefs zurück", hieß es in Sargsjans Rücktrittserklärung, aus der Armenpress zitierte. "Die Bewegung auf der Straße ist dagegen, dass ich regiere. Ich erfülle eure Forderung", schrieb er. Oppositionsführer Nikol Paschinjan habe Recht: "Ich habe einen Fehler gemacht", so Sargsjan. Es wäre eine erstaunliche Entwicklung, hätten die Proteste nachhaltig Erfolg. 

Verärgert über das Modell Putin

Sersch Sargsjan, damals noch Präsident von Armenien: Er wollte als Ministerpräsident seine Macht behalten. (Quelle: Varo Rafayelyan/dpa)Sersch Sargsjan, damals noch Präsident von Armenien: Er wollte als Ministerpräsident seine Macht behalten. (Quelle: Varo Rafayelyan/dpa)

Der 63-Jährige war Anfang April nach zehn Jahren aus dem Präsidentenamt ausgeschieden. Am Dienstag vergangener Woche wurde er vom Parlament zum neuen Ministerpräsidenten gewählt – so hätte er weiter an der Macht bleiben können. Durch einen Ämterwechsel hatten sich auch Wladimir Putin in Russland und Recep Tayyip Erdogan in der Türkei ihre Macht gesichert, als sie aus ihrem Amt ausscheiden mussten. 

Durch eine umstrittene Verfassungsreform, die im Dezember 2015 per Referendum gebilligt worden und nun in Kraft getreten war, wurde das Amt des Ministerpräsidenten zudem deutlich aufgewertet. Die wahre Macht lag damit wieder bei Sargsjan.

Massenproteste seit elf Tagen

Seit elf Tagen gingen die Regierungsgegner täglich gegen den von Moskau unterstützten Sargsjan auf die Straße. Sie forderten den Rücktritt des Ministerpräsidenten, den sie auch für Armut, Korruption und den großen Einfluss von Oligarchen in der Kaukasusrepublik verantwortlich machten. Auch am Montag beteiligten sich erneut Tausende Menschen an Protesten in der Hauptstadt Eriwan, darunter neben Studenten auch Soldaten.

Angeführt wurden die Proteste von dem Abgeordneten Paschinjan, der am Montag nach einer Nacht in Polizeigewahrsam wieder freigelassen wurde. Umringt von Anhängern mit armenischen Flaggen schloss er sich nach seiner Freilassung wieder den Demonstranten an, wie auf Fernsehbildern zu sehen war.

Am Sonntag hatte Paschinjan sich vor laufenden Kameras ein Wortgefecht mit Sargsjan geliefert und diesen zum Rücktritt aufgefordert. Sargsjan brach das Treffen daraufhin ab, Paschinjan wurde festgenommen.

Verwendete Quellen:
  • AFP, dpa
  • Bericht in der "Süddeutschen Zeitung" über die Proteste und auf "RFE/RL" über den Rücktritt

Liebe Leserinnen und Leser, leider können wir Ihnen nicht unter allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Wir wollen alle Debatten auf t-online.de schnell und sorgfältig moderieren - und können deswegen aus der Vielzahl unserer Artikel nur einzelne Themen für Leserdebatten gezielt auswählen. Dabei ist uns wichtig, dass sich das Thema für eine konstruktive Debatte eignet und es keine thematischen Dopplungen in den Diskussionen gibt. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Wir freuen uns auf angeregte und kontroverse Diskussionen. Eine Liste der aktuellen Leserdebatten finden Sie auf unserer Übersichtsseite. Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Die neuen Sandalen und Sandaletten sind da!
jetzt shoppen auf tamaris.com
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018