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Aus Südkorea: Sohn von Ex-Minister nach Nordkorea übergelaufen

Propaganda-Coup für Nordkorea  

Sohn von südkoreanischem Ex-Minister übergelaufen

09.07.2019, 14:32 Uhr | dpa

Aus Südkorea: Sohn von Ex-Minister nach Nordkorea übergelaufen. Choe In Guk: Der Sohn des Ex-Außenministers von Südkorea verließt eine Mitteilung zu seiner Übersiedlung. (Quelle: AP/dpa/Uriminzokkiri)

Choe In Guk: Der Sohn des Ex-Außenministers von Südkorea verließt eine Mitteilung zu seiner Übersiedlung. (Quelle: Uriminzokkiri/AP/dpa)

Sein Vater war früher Außenminister von Südkorea – nun ist Choe In Guk nach Nordkorea übergesiedelt. Choe reiste ohne Genehmigung ein – offenbar auf Wunsch seines Vaters. 

Mehr als 30 Jahre nach der Übersiedlung des früheren südkoreanischen Außenministers Choe Dok Shin ins kommunistische Nordkorea hat dessen Sohn offensichtlich den gleichen Schritt getan. Choe In Guk (72) sei bereits am Samstag in Pjöngjang eingetroffen, teilte eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums in Seoul am Dienstag mit. Choe habe aber nicht die erforderliche Reisegenehmigung der Regierung für einen Grenzübertritt nach Nordkorea gehabt. Über eventuelle Absichten zum Überlaufen sei nichts bekannt gewesen. Südkoreaner, die ohne Genehmigung ins Nachbarland reisen, machen sich laut Gesetz strafbar.

Übersiedlung ist Propaganda-Coup für Nordkorea

Die offizielle nordkoreanische Propaganda-Website "Uriminzokkiri" hatte dagegen Choe mit den Worten zitiert, er wolle sich permanent in Nordkorea niederlassen, um den Wunsch seiner Eltern zu erfüllen, dort zu leben und sich für die Wiedervereinigung einzusetzen.

Die Übersiedlung gilt auch als Propaganda-Coup für das abgeschottete Nordkorea, aus dem jedes Jahr zahlreiche Menschen wegen Unzufriedenheit mit der Regierung oder Armut flüchten. Berichte über Südkoreaner, die sich in den Norden absetzen, sind eher selten.

Eltern bereits in Nordkorea verstorben

Es sei bekannt, dass sich 15 Südkoreaner seit 2013 nach Nordkorea abgesetzt hätten, sagte die Ministeriumssprecherin. Choe In Guk sei seit 2001 mehrmals mit Genehmigung nach Nordkorea gereist, entweder zu offiziellen innerkoreanischen Veranstaltungen oder aus persönlichen Gründen.


Der jetzige Schritt Choes machte auch deshalb Schlagzeilen, weil er der Sohn eines früheren Ministers ist. Choe Dok Shin war in den 80er-Jahren mit seiner Frau nach Nordkorea ausgewandert, nachdem sie bereits 1976 in die USA übergesiedelt waren. Choe war von 1961 bis 1963 Außenminister unter dem Militärdiktator Park Chung Hee. Choe starb 1989 in Nordkorea, seine Frau starb vor drei Jahren.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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