Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Krisen & Konflikte >

Proteste in Ecuador: Demonstranten stürmen Parlament in Quito

Proteste gegen Spritpreise  

Demonstranten stürmen Parlament in Ecuador

10.10.2019, 20:39 Uhr | AFP

 (Quelle: Reuters)
Heftige Unruhen in Ecuador

Viele Menschen sind wütend, weil die Regierung den Benzinpreis erhöht hat, um einen Kredit des Internationalen Währungsfonds zu erhalten. (Quelle: Reuters)

Unruhen in Ecuador: Viele Menschen gehen auf die Straße und lehnen sich gegen die erhöhten Benzinpreise auf. (Quelle: Reuters)


In Ecuador haben Demonstranten das Parlament gestürmt. Die Lage eskaliert besonders in der Hauptstadt Quito. Präsident Moreno reagiert unverzüglich und veranlasst weitere Verbote. 

Die sozialen Unruhen in Ecuador spitzen sich immer weiter zu. Demonstranten gelang es am Dienstag, das Parlament in der Hauptstadt Quito zu stürmen. Sie drangen bis in den Plenarsaal vor, wurden dann aber von Polizisten und Soldaten zurückgedrängt, wie Fernsehbilder zeigten. Ecuadors Präsident Lenín Moreno verhängte daraufhin eine nächtliche Ausgangssperre in der Nähe wichtiger öffentlicher Gebäude.

Vor dem Parlamentsgebäude lieferten sich am Dienstag hunderte Demonstranten und Sicherheitskräfte heftige Auseinandersetzungen. Maskierte und mit Stöcken bewaffnete Menschen warfen Steine auf die Einsatzkräfte, die Polizei setzte Tränengas ein.

Einigen Demonstranten gelang es dann, die Sicherheitsabsperrungen vor dem Parlament zu durchbrechen und in das Gebäude einzudringen. Abgeordnete befanden sich zu diesem Zeitpunkt nicht im Parlament. Einige Menschen hatten schon am Montag versucht, die Nationalversammlung zu stürmen. Sie drohten am Dienstag auch mit einer Erstürmung des Regierungspalastes in der Hauptstadt.

60 Tage Ausnahmezustand

Präsident Moreno hatte angesichts der gewaltsamen Auseinandersetzungen am Montag den Sitz der Regierung von Quito in die Stadt Guayaquil verlegt. Nach der Erstürmung des Parlaments verhängte er eine nächtliche Ausgangssperre nahe wichtigen öffentlichen Gebäuden, wie den Sitzen von Staatsorganen. Die Maßnahme gelte zwischen 20 Uhr und 5 Uhr, heißt es in einem Dekret.

Die seit Tagen anhaltenden Massenproteste in dem lateinamerikanischen Land richten sich gegen gestiegene Treibstoffpreise. Wegen der sozialen Unruhen verhängte Moreno vergangene Woche für 60 Tage den Ausnahmezustand. Bei den Protesten gab es nach offiziellen Angaben bislang einen Toten, mehr als 70 Verletzte und rund 570 Festnahmen.

Demonstranten machen Moreno verantwortlich

Zuletzt zogen tausende Bauern und Ureinwohner nach Quito, um sich an den Protesten zu beteiligen. Für Mittwoch ist eine Großkundgebung geplant.

Moreno zeigte sich gesprächsbereit: Er kündigte einen "Dialog" mit den Ureinwohnern und Finanzmittel für Gemeinden an, die von den höheren Treibstoffpreisen besonders betroffen sind. Innenministerin María Paula Romo sagte, die Vereinten Nationen und die katholische Kirche hätten sich als Vermittler angeboten.
 

 
Die Demonstranten geben Moreno die Schuld für den Anstieg der Preise, da er im März ein Abkommen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) abgeschlossen hatte. Ecuador sicherte sich damit IWF-Kredite in Höhe von 4,2 Milliarden Dollar (gut 3,8 Milliarden Euro). Im Gegenzug wurde Morenos Regierung zur Auflage gemacht, die staatlichen Subventionen für Kraftstoff zu senken. Seitdem sind die Treibstoffpreise um bis zu 123 Prozent gestiegen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal