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60er Jahre: Frauen in kurzen Kleidern und Basare – so sah Afghanistan einmal aus


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So sah Afghanistan einmal aus

Von afp, MaM

Aktualisiert am 26.08.2021Lesedauer: 2 Min.
Peg Podlich 1967 vor einer Gruppe junger Männer in Kabul: Ihr Vater Bill Podlich hatte einen Lehrauftrag in Kabul angenommen.
Peg Podlich 1967 vor einer Gruppe junger Männer in Kabul: Ihr Vater Bill Podlich hatte einen Lehrauftrag in Kabul angenommen. (Quelle: Dr. Bill Podlich/leer)
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Gärten mit exotischen Pflanzen, Frauen in kurzen Kleidern, Basare mit Tischen voller Essen: Der Professor Bill Podlich hielt Ende der 60er-Jahre das Leben auf den Straßen Kabuls fest – bevor die afghanische Hauptstadt durch Kriege zerstört wurde.

Historische Bilder eines US-Professors zeigen Afghanistan in den 60er-Jahren – lange bevor die Taliban die Macht in dem Land übernahmen. Bill Podlich reiste 1967 nach Kabul. Dort hatte der Professor für Pädagogik für ein Jahr eine Stelle als Dozent am "Higher Teachers College of Kabul" angenommen. Seine beiden Töchter Peg und Jan Podlich begleiteten ihn inmitten einer Zeit, die einigen als "goldene Ära Afghanistans" in Erinnerung blieb, erzählte Peg Podlich einmal dem "Spiegel".


Die "goldene Ära" Kabuls

Märkte voll mit frischem Obst, Frauen in kurzen Kleidern und moderne Autos. Lange, bevor die Taliban die Macht über Afghanistan an sich rissen, herrschte in Kabul ein unbeschwertes Leben. Dies zeigen die Bilder des Pädagogikprofessors Dr. Bill Podlich, der ab 1967 ein Jahr in dem Land verbrachte.
Die beiden Töchter von Podlich in den berühmten Paghman-Gärten, die etwa 15 Kilometer außerhalb von Kabul lagen. Im Krieg wurde dieser Ort komplett zerstört.
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Die Geschwister denken an ein unbeschwertes Leben zwischen prachtvollen Moscheen und Basaren mit frischem Obst zurück. Auch an die zahlreichen antiken Stätten erinnern sie sich gut, berichteten sie dem "Spiegel". Auf der Straße sahen sie zum ersten Mal voll verschleierte Frauen. "Ihre bunten Gewänder, die Körper, Gesicht und Hände verdeckten, wehten im Wind. Für uns sahen sie aus wie freundliche Geister", erzählte Jan Podlich.

Leben in Stadt und auf dem Land sehr unterschiedlich

Doch bei Weitem nicht alle Frauen trugen einen Ganzkörperschleier. Auch ein eher westlicher Kleidungsstil prägte das Stadtbild Kabuls. Almut Wieland-Karimi, die Direktorin des Zentrums für Internationale Friedenseinsätze in Berlin, weist gegenüber der Organisation "National Geographic" darauf hin, dass sich das Leben in der Stadt wesentlich von dem auf dem Land unterschied. Dass Frauen das Haus nicht mehr verlassen durften, habe es in den Städten vor der Taliban-Herrschaft nicht gegeben. "Auf dem Land natürlich schon", so Wieland-Karimi.

Das war lange vor der Eroberung Afghanistans durch die Taliban 1996, die auch das Leben in Kabul stark veränderte. Die Taliban verhängten eine extrem rigide Auslegung der Scharia, des islamischen Rechts. Für Frauen bedeutete das, dass sie ab sofort nur noch in Vollverschleierung und in Begleitung eines Mannes auf die Straße durften. Sie durften keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen, auch Mädchenschulen wurden geschlossen. Die Strafen bei Gesetzesverstößen waren oft grausam. Dieben wurde eine Hand abgehackt, Frauen, die des Ehebruchs bezichtigt wurden, zu Tode gesteinigt.

Erst 2001 wurden die Taliban durch die US-Armee und ihre internationalen Verbündeten zurückgedrängt. Was folgte, waren immer wiederkehrende militärische Auseinandersetzungen zwischen den internationalen Truppen und den Taliban.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur AFP
  • pbase: Bilder von Bill Podlich
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