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Mehr als 120 Tote bei IS-Angriff auf GefÀngnis in Syrien

Von dpa
Aktualisiert am 23.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Gefangen genommene IS-AnhĂ€nger: Die Terrormiliz hat versucht in Syrien ein GefĂ€ngnis zu ĂŒberfallen.
Gefangen genommene IS-AnhĂ€nger: Die Terrormiliz hat versucht in Syrien ein GefĂ€ngnis zu ĂŒberfallen. (Quelle: Kurdisch gefĂŒhrte Demokratische KrĂ€fte Syriens/dpa-bilder)
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Gefechte in Syrien: Dort versuchten Terroristen des "Islamischen Staates" mehrere ihrer AnhĂ€nger aus einem GefĂ€ngnis zu befreien. Über 120 Menschen kamen ums Leben. Dutzende Insassen sind auf der Flucht.

Nach einem heftigen Angriff der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) auf ein GefĂ€ngnis in der syrischen Stadt Al-Hassaka dauern die Gefechte an. Dabei wurden mehr als 120 Menschen getötet, darunter 77 Dschihadisten und mehrere Zivilisten, wie die Syrische Beobachtungsstelle fĂŒr Menschenrechte am Sonntag mitteilte. Die von Kurden angefĂŒhrten Truppen versuchten dort, das GefĂ€ngnis vollstĂ€ndig unter ihre Kontrolle zu bringen. US-Truppen unterstĂŒtzten den Kampf gegen die Extremisten mit LuftschlĂ€gen.

Der Überfall auf das GefĂ€ngnis, der am Donnerstagabend begann, war einer der schwersten Angriffe des IS in Syrien seit Jahren. Ziel war die Befreiung inhaftierter AnhĂ€nger. Der Angriff war eine Erinnerung daran, dass der Kampf gegen die Terrormiliz noch nicht gewonnen ist. Im benachbarten Irak griffen IS-Extremisten am Freitag zudem einen MilitĂ€rstĂŒtzpunkt nordöstlich von Bagdad an und töteten Sicherheitskreisen zufolge elf irakische Soldaten.

Koordinierter Angriff

In einer in den sozialen Medien verbreiteten ErklĂ€rung bekannte sich der IS zum Überfall in Syrien. Mehr als 800 Gefangene hĂ€tten dabei fliehen können, hieß es in einer ĂŒber das Internet verbreiteten Nachricht des IS-Sprachrohrs Amak. IS-KĂ€mpfer hĂ€tten bei der "großangelegten und koordinierten Attacke" mit Lastwagen zwei Autobomben am Eingang des GefĂ€ngnisses zur Explosion gebracht. Bei den Gefechten sei auch der GefĂ€ngnisdirektor getötet worden.

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IS-KĂ€mpfer verschanzten sich nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle fĂŒr Menschenrechte im GefĂ€ngnis, zudem lauerten ScharfschĂŒtzen in einem benachbarten Rohbau. Der IS veröffentlichte ein Video, das Dutzende GefĂ€ngnisaufseher zeigen soll, die beim Überfall mutmaßlich gefangengenommen wurden. Einige der MĂ€nner sagen darin ihre Namen und Geburtsdaten in die Kamera.

Dutzende noch auf der Flucht

Al-Hassaka liegt im von syrischen Kurden kontrollierten Nordosten des BĂŒrgerkriegslandes. Im dortigen GefĂ€ngnis saßen nach Angaben kurdischer Medien zuletzt rund 5.000 IS-AnhĂ€nger. Ein Sprecher der von Kurdenmilizen angefĂŒhrten Syrischen Demokratischen KrĂ€fte (SDF) sagte am Samstag, zahlreiche geflohene IS-AnhĂ€nger seien gefasst worden. Die Syrische Beobachtungsstelle fĂŒr Menschenrechte erklĂ€rte, Dutzende seien noch auf der Flucht.

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Die Terrormiliz hatte im Sommer 2014 große Gebiete im Norden und Westen des Irak eingenommen und dort ein sogenanntes Kalifat ausgerufen. Zum Herrschaftsgebiet der Extremisten gehörten auch große Teile des benachbarten Syriens. Mit militĂ€rischer UnterstĂŒtzung der USA und anderer Staaten konnten die irakischen SicherheitskrĂ€fte die Terrormiliz zurĂŒckdrĂ€ngen. In Syrien nahmen von Kurden angefĂŒhrte Truppen im FrĂŒhjahr 2019 die letzte IS-Hochburg ein. Beobachter warnen vor einem Wiederaufstieg der Terrormiliz.

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