• Home
  • Politik
  • Ausland
  • USA
  • Migranten an US-Grenze: Ihr Traum vom besseren Leben gilt hier so gut wie nichts


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f├╝r einen TextTod mit 40: Moderatorin erliegt KrankheitSymbolbild f├╝r einen TextRKI: Inzidenz steigt deutlich anSymbolbild f├╝r ein VideoWetter: Bis zu 50 Liter Regen pro QuadratmeterSymbolbild f├╝r einen TextDas sagt Man├ę ├╝ber Lewandowski Symbolbild f├╝r einen TextMann legt abgetrennten Kopf vor GerichtSymbolbild f├╝r einen TextBusunfall: Fahrer stirbtSymbolbild f├╝r einen TextAchtj├Ąhriger erschie├čt BabySymbolbild f├╝r einen TextMann greift Blitzer an ÔÇô Polizist schie├čtSymbolbild f├╝r einen TextTravis Barker in Klinik eingeliefertSymbolbild f├╝r einen TextSchlagers├Ąngerin hat sich verlobtSymbolbild f├╝r einen TextUrlauber ertrinkt in KiesseeSymbolbild f├╝r einen Watson TeaserARD-Gast mit SchreckensprognoseSymbolbild f├╝r einen TextDieses St├Ądteaufbauspiel wird Sie fesseln

Ihr Traum vom besseren Leben gilt dort so gut wie nichts

dpa, Amelie Richter

Aktualisiert am 18.11.2018Lesedauer: 3 Min.
Traum vom besseren Leben: Tausende Migranten reihen sich in Tijuana in die Schlange der Asylantragsteller ein.
Traum vom besseren Leben: Tausende Migranten reihen sich in Tijuana in die Schlange der Asylantragsteller ein. (Quelle: kyodo/dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Nach gut einem Monat zu Fu├č, auf Lkw und in Bussen erreichen Tausende Migranten aus Mittelamerika die US-Grenze. Doch ihre Chancen, ins gelobte Land zu kommen, sind gering.

Mehr als 4300 Kilometer quer durch Honduras, Guatemala und Mexiko ÔÇô und dann: Stillstand. Wie lange es dauern wird, bis sie ├╝berhaupt auf einer Liste landen, um ein Asylgesuch f├╝r die USA auszuf├╝llen, das wei├č fast keiner der Tausenden Migranten aus Mittelamerika, die nach und nach in der nordmexikanischen Grenzstadt Tijuana eintreffen. Derweil wird es in den Herbergen und Notunterk├╝nften immer enger. Und die Beweggr├╝nde f├╝r ihren beschwerlichen Weg wird vielen nicht das Tor im Grenzzaun zur anderen Seite ├Âffnen.

Traum vom besseren Leben: Tausende Migranten reihen sich in Tijuana in die Schlange der Asylantragsteller ein.
Traum vom besseren Leben: Tausende Migranten reihen sich in Tijuana in die Schlange der Asylantragsteller ein. (Quelle: kyodo/dpa-bilder)

Karen Aguilera sitzt am Rand eines kleinen Spielplatzes in der Sportanlage Benito Ju├írez in Tijuana. Zwischen 2000 bis 2500 Migranten sind dort untergebracht. Die 34-J├Ąhrige ist allein mit zwei ihrer Kinder unterwegs, zwei weitere wohnen noch in Honduras. Ein f├╝nftes tr├Ągt sie im Bauch. "Ich m├Âchte eine bessere Zukunft f├╝r meine Kinder", sagt die Frau aus San Pedro Sula. Was sie in den USA m├Âchte? "Arbeiten", sagt Aguilera und ihre Stimme strotzt vor Selbstverst├Ąndlichkeit bei ihrer Antwort. Diese wird ihr bei einem m├Âglichen Interview mit den US-Migrationsbeh├Ârden jedoch nicht helfen.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Die gr├Â├čte Bedrohung f├╝r die Nato ist nicht Russland
Der abgeschirmte Oberste Gerichtshof der USA in Washington.


Schwangere haben noch die besten Chancen auf Asyl

Denn der Traum nach einem besseren Leben gilt an der Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten so gut wie Nichts. Schwangere Frauen und Frauen mit Kindern h├Ątten noch die besten Aussichten auf Asyl, erkl├Ąrt Rodolfo Cruz Pi├▒eiro, Migrationsexperte des renommierten Colegio de la Frontera Norte, das auf Sozialstudien im Grenzgebiet zwischen den USA und Mexiko spezialisiert ist. Komme es zu einem Interview mit den US-Migrationsbeh├Ârden, m├╝ssten die Frauen mit der Gewalt und den Risiken in ihren Heimatl├Ąndern argumentieren. "Das ist die einzige M├Âglichkeit, wie sie Asyl bekommen k├Ânnen", sagt Cruz Pi├▒eiro.

Aufmarsch gegen die "Invasoren": US-Grenzsoldaten sind hinter dem stacheldrahtbewehrten Zaun am Strand nahe Tijuana postiert.
Aufmarsch gegen die "Invasoren": US-Grenzsoldaten sind hinter dem stacheldrahtbewehrten Zaun am Strand nahe Tijuana postiert. (Quelle: Rodrigo Abd/ap-bilder)

Am Wochenende werden weitere Tausende Neuank├Âmmlinge auf dem Sportgel├Ąnde Benito Ju├írez erwartet. Die Herbergen in Tijuana sind voll ÔÇô Beh├Ârden gingen davon aus, dass insgesamt rund 9600 Menschen mit mehreren sogenannten Migranten-Karawanen in der Grenzstadt ankommen werden. Sie alle haben ein gemeinsames Ziel: Die USA. Die Menschen fliehen vor der Gewalt und der Arbeitslosigkeit in ihren Heimatl├Ąndern.

"Asylrecht bietet keinen Ausgleich f├╝r alles Pech"

Doch auch h├Ąusliche Gewalt und Vergewaltigungen stellten nach Ansicht des erst k├╝rzlich aus dem Amt geschiedenen US-Justizministers Jeff Sessions keinen Asylgrund f├╝r die USA dar. "Ein Ausl├Ąnder mag in einem fremden Land Bedrohungen und Gewalt aus vielen Gr├╝nden erleiden, je nach sozialen, wirtschaftlichen, famili├Ąren oder anderen pers├Ânlichen Gr├╝nden", schrieb Sessions. "Allerdings bietet das Asylstatut keinen Ausgleich f├╝r alles Pech", erkl├Ąrte Sessions im Juni.

Das lange Warten: Migranten aus Mittelamerika in einer provisorischen Unterkunft in Tijuana.
Das lange Warten: Migranten aus Mittelamerika in einer provisorischen Unterkunft in Tijuana. (Quelle: Carlos Garcia Rawlins/Reuters-bilder)

Jungen M├Ąnnern der Migranten-Gruppe r├Ąumt Cruz Pi├▒eiro keine gro├čen Chancen ein, in den USA aufgenommen zu werden. "Sie haben nur zwei M├Âglichkeiten: Sie bleiben in Mexiko in einer Grenzstadt wie Tijuana oder sie gehen zur├╝ck in ihr Land." Mexiko kann die Migranten, die ohne ben├Âtigte Einreiseerlaubnis das Land betreten haben, theoretisch abschieben ÔÇô daf├╝r fehle dem lateinamerikanischen Land aber die Kapazit├Ąt, so der Migrationsexperte. Und allen einen Job anzubieten, sei ebenfalls nicht m├Âglich, da auch die wirtschaftliche Lage Mexikos derzeit nicht einfach sei, sagt Cruz Pi├▒eiro.

Kinder auf einem Spielplatz in Tijuana: Sie sind mit ihren Eltern vor Armut und Gewalt in Mittelamerika geflohen.
Kinder auf einem Spielplatz in Tijuana: Sie sind mit ihren Eltern vor Armut und Gewalt in Mittelamerika geflohen. (Quelle: Vito Di Stefano/ZUMA Wire/dpa-bilder)

Mehrere Hundert Dollar f├╝r einen h├Âheren Listenplatz

Pro Tag werden am Grenz├╝bergang Garita El Chaparral in Tijuana nach Angaben einer Grenzbeamtin rund 60 Interviews zu Asylantr├Ągen gef├╝hrt, bei denen die Migranten beweisen m├╝ssen, dass ihr Gesuch berechtigt ist. Daf├╝r m├╝ssen sie sich zuvor auf einer Liste an der Grenze eintragen, die gemeinsam von den mexikanischen und US-Beh├Ârden gef├╝hrt wird ÔÇô und davor wiederum auf einer Liste in den Herbergen und Unterk├╝nften, die weitgehend von den Migranten selbst verwaltet wird.


Einige Verantwortliche nutzten die Situation aus, berichten Migranten. Sie w├╝rden Bestechungsgelder annehmen, damit die Wartenden einige Pl├Ątze auf den Listen nach vorne r├╝cken k├Ânnten. So h├Ątten mexikanische Beamte bereits mehrere hundert Dollar gefordert, erz├Ąhlt eine Frau aus Belize am Grenz├╝bergang in Tijuana. Die Migranten kratzten dann alles zusammen, was sie noch h├Ątten, um schneller an die Reihe zu kommen. Denn anders l├Ąsst sich der Stillstand an der Grenze zu den USA erstmal nicht beschleunigen.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel
  • Bastian Brauns
Von Bastian Brauns, Washington
  • Bastian Brauns
Von Bastian Brauns, Washington
MexikoUSA
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website