Staatsbesuch in Großbritannien

Londons Bürgermeister erteilt Trump Lektion

03.06.2019, 17:46 Uhr | dpa, dru

Staatsbesuch: Hier betritt Trump britischen Boden und ätzt (nicht nur) gegen Londons Oberbürgermeister. (Quelle: t-online.de)

Der verbale Kleinkrieg zwischen Donald Trump und Londons Bürgermeister Khan geht weiter. Nach einer Twitter-Attacke des US-Präsidenten liest das Stadtoberhaupt dem Staatschef die Leviten.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan hat auf die "Totalversager"-Attacke von US-Präsident Donald Trump gegen seine Person reagiert. Zum Auftakt des dreitägigen Staatsbesuchs von Trump in Großbritannien erteilte Khan dem US-Präsidenten eine Lektion in Sachen Frauenrechte. "Ihre Werte und wofür Sie stehen sind das genaue Gegenteil der Werte Londons und der Werte in diesem Land", sagte der Labour-Politiker in einem knapp zweiminütigen Video für die britische Ausgabe des Magazins Elle, das er am Montag auf seinem Twitter-Konto veröffentlichte.

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Trumps königliche Show in Großbritannien

Donald und Melania Trump bei ihrer Ankunft auf dem Stansted Flugplatz: Die Reise begann durchaus stürmisch, denn noch aus dem Regierungsflieger heraus beleidigte Trum Londons Bürgermeister Sadiq Khan auf Twitter als "Totalversager" ('stone cold loser'). (Quelle: Hannah McKay/Reuters)

Zahlreiche Menschen protestierten in London gegen Donald Trump. Auch das unschmeichelhafte Trump-Baby war wieder mit dabei. Das mürrische Baby in Windeln sorgte schon bei Trumps Visite 2018 für Aufsehen. (Quelle: Alkis Konstantinidis/Reuters)

Die Demonstranten werfen Trump Sexismus und Rassismus vor. (Quelle: Alkis Konstantinidis/Reuters)

Nach der Ankunft wurden Trump und seine Frau im Buckingham Palast zunächst von Prinz Charles und seiner Ehefrau Herzogin Camilla empfangen. (Quelle: Victoria Jones/Reuters)

Kurz danach wird Trump auch von Königin Elisabeth II. begrüßt. (Quelle: Victoria Jones/AP/dpa)

Donald Trump beim Abschreiten der Ehrengarde. Er scheint sichtlich beeindruckt zu sein von der Bärenfellmütze. (Quelle: Toby Melville/AP/dpa)

Donald und Melania Trump im Garten des Buckingham Palasts mit Königin Elisabeth II. in ihrer Mitte. (Quelle: Victoria Jones/AP/dpa)

Melania Trump hatte bei der Militärparade, die sie mit der Queen und Camilla verfolgte, leichte Probleme, ihren Hut auf dem Kopf zu behalten. (Quelle: Matt Dunham/AP/dpa)

Später gab die Queen den Trumps eine Führung durch den Buckingham Palast. (Quelle: Tolga Akmen/Reuters)

Die Queen, Trump und seine Frau beim Rundgang durch die Royal Collection, die Kunstsammlung des Königshauses. (Quelle: Tolga Akmen/AP/dpa)

Trumps Tochter Ivanka bei der Führung neben Prinz Harry. (Quelle: Tolga Akmen/Reuters)

Donald Trump trägt sich in der Westminster Abbey in das Gästebuch ein. (Quelle: Stefan Rousseau/dpa)

Trump schrieb: "Ich danke Ihnen sehr. Es war eine große Ehre. Ein besonderer Ort." (Quelle: Simon Dawson/Reuters)

In der Westminster Abbey waren auch Trumps Tochter Ivanka – mit einem sehr speziellen lappenartigen Hut – und ihr Ehemann Jared Kushner mit dabei. (Quelle: Henry Nicholls/Reuters)

Am Abend folgte dann ein feierliches Staatsbankett im Buckingham Palast. Trump erschien dabei im Frack mit Fliege. (Quelle: imago images)

Gruppenbild mit Queen: Donald Trump, Königin Elisabeth II., Melania, der britische Thronfolger Charles und seine Frau Camilla. (Quelle: Jeff Gilbert/dpa)

Trump und die Queen auf dem Weg zum Staatsbankett. (Quelle: Victoria Jones/Reuters)

Das Bankett im Palast: Am Tisch saßen auch16 Mitglieder der britischen Königsfamilie. Gereicht wurden gedämpfter Heilbutt, Lammrücken sowie Erdbeersablé mit Zitronencreme. (Quelle: Dominic Lipinski/Reuters)

Trump stößt mit der Queen an. (Quelle: imago images)

Die Queen lobte in ihrer Ansprache die "enge und langjährige Freundschaft" zwischen den beiden Staaten, forderte Trump jedoch ungewöhnlich deutlich auf, internationale Institutionen zu erhalten. (Quelle: Dominic Lipinski/dpa)

Trump lobte die Königin als "großartige, großartige Frau", die Würde, Pflichtbewusstsein und Patriotismus verkörpere. (Quelle: Dominic Lipinski/dpa)

Am Dienstag traf Donald Trump dann die scheidende britische Premierministerin Theresa May. Auch wenn beide hier vergnügt aussehen: Das Treffen war von Differenzen geprägt und einen Handschlag zwischen May und Trump gab es bei der Begrüßung auch nicht. (Quelle: Alastair Grant/AP/dpa)

In London – hier am Trafalgar Square – versammelten sich unterdessen Demonstranten, die sich einiges haben einfallen lassen: Hier ist ein Donald-Trump-Roboter mit heruntergelassener Hose auf einer Goldtoilette sitzend zu sehen. (Quelle: Clodagh Kilcoyne/Reuters)

Passend dazu gab es auch Toilettenpapier mit Donald-Trump-Motiv. (Quelle: Matt Dunham/AP/dpa)

In London wird auch gegen Trumps Klimapolitik protestiert. (Quelle: Clodagh Kilcoyne/Reuters)

Khan führte weiter aus, Vielfalt sei eine Stärke, keine Schwäche. "Wir respektieren Frauen und denken, dass sie Männern ebenbürtig sind", sagte er. Trump hat sich in Großbritannien mit seinen frauenfeindlichen Äußerungen viel Kritik eingehandelt.


Trump hatte Khan zum Auftakt seines Staatsbesuchs als "Totalversager" ('stone cold loser') beschimpft, "der sich auf die Kriminalität in London konzentrieren sollte, nicht auf mich". Aus der Präsidentenmaschine "Air Force One" schrieb Trump noch vor der Landung auf dem Flughafen Stansted, Bürgermeister Khan, "der nach allem, was man hört, als Bürgermeister von London eine schreckliche Arbeit geleistet hat", sei fies zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewesen, "dem bei Weitem wichtigsten Verbündeten des Vereinigten Königreichs".

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Der Twitter-Attacke von Trump war eine scharfe Kritik Khans am US-Präsidenten vorausgegangen. Der Londoner Bürgermeister verglich die Sprache Trumps am Sonntag mit der von "Faschisten des 20. Jahrhunderts". Trump sei zunehmend eine "globale Bedrohung", sagte der Londoner Bürgermeister. Beide Politiker hatten sich in der Vergangenheit mehrfach verbale Scharmützel geliefert.
 

 
Trump und First Lady Melania waren am Mittag von Königin Elisabeth II. im Buckingham-Palast empfangen worden. Für den Abend war ein Staatsbankett zu Ehren des US-Präsidenten geplant. Labour-Chef Jeremy Corbyn hatte seine Teilnahme daran aus Protest abgesagt. Vor allem am Dienstag wird mit Demonstrationen gegen Trump in London gerechnet.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa